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A Man A Wolf A Killer: Wolfthrasher

Mittelmäßiger Sound, aber viel Herzblut
Wertung: 7.5/10
Genre: Metalcore, Hardcore
Spielzeit: 51:10
Release: 22.06.2011
Label: Eigenproduktion

Der Name AMAWAK klingt auf den ersten Blick sehr befremdlich, wie eine Krankheit; oder eine Biowaffe. Ausgeschrieben bedeutet das Ganze A Man A Wolf A Killer – ein geiler Name also für eine Hardcore-/Metalcore-Truppe. Von den Killerwölfen gibt es jetzt das erste Studioalbum überhaupt auf die Ohren; der Name „Wolfthrasher“ verspricht einiges, ob die Österreicher dieses Niveau aber auch erreichen, muss erst einmal getestet werden.

Dass die Jungs sich hier nicht mit Bienchen und Blümchen beschäftigen, dürfte bereits der Albumtitel klarmachen, ganz so brutal, wie man sie sich vorstellt, gehen sie aber auch nicht zu Werke. Stattdessen gibt es gewohnte Kost, klare Vocals in Kombination mit wirklich guten Schreien, wobei der Sound schwer zu wünschen übrig lässt, was bei einer Eigenproduktion aber immer so eine Sache ist. Die Drums und Gitarren knallen schön, nur bei den Vocals hat scheinbar jemand am Verstärker gedreht und die Lautstärke könnte besser sein. Damit erinnert der Gesamtsound ein wenig an die Mannheimer Blessed By A Ghost, die ihre semiprofessionelle Produktion aber mit ebenso viel Spielfreude wettmachen wie AMAWAK.

Man muss sich zugebenermaßen in die Arrangements erst ein bisschen hereinhören, dann erobern die Fünf das Metalcoreherz aber recht schnell. Das Intro „The Eternal Plague“ mit dem Dracula-Zitat führt den Hörer an und für sich noch auf eine falsche Fährte, bevor „Hellhound“ direkt in klassischer Metalcoremanier hervorbricht. Sänger Lex Jericho (ich liebe solche ausgefeilten Pseudoynme) wütet wie ein bissiger Pit Bull; dabei sollte der Mann definitiv bleiben, denn der klare Gesang steht ihm wesentlich weniger gut zu Gesicht, obwohl er im Gegensatz zu vielen Kollegen zumindest die Töne trifft.

Mit einem richtig schön unheilvollen Intro legt dann „The Things We Hold Dear“ los, Lex schaltet sich rufend und brüllend ein, bevor sich die Gitarren schleppend steigern. Beim Thema Songwriting haben die Jungs schon einiges auf dem Kasten und dabei handelt es sich hier erst um das Debütalbum. Man kann sich in etwa vorstellen, wie die kommenden Veröffentlichungen sich anhören könnten, zumal sich nach der Veröffentlichung von „Wolfthrasher“ sicherlich bald das ein oder andere Label für die Österreicher interessieren wird.

Apropos „Wolfthrasher“, der Titeltrack haut noch einmal gehörig und in bester Old-School-Hardcore-Kante mitten in die Fresse, inklusive Gangshouts und einem sehr räudigen Gebrüll. Dass direkt an eine solche Abrissbirne ein von Mariachi-Gitarren beherrschtes Instrumental angeschlossen wird, zeigt ziemlich offensichtlich, dass die Jungs sich recht wenig um Schubladen und Genrelimitationen scheren. Brecher wie „Until The End“ beweisen dann auch einmal mehr, dass man keine High-Budget-Produktion, namhafte Produzenten oder einen übermäßig polierten Sound braucht, um wirklich gute Songs zu machen. Hier steckt genug Herzblut drin, dass es die teils mittelprächtige Soundeskapaden um Längen schlägt.

Überhaupt ist das der große Pluspunkt der Band: AMAWAK brauchen keine experimentellen und pseudo-progressiven Strukturen, sondern knallen dem Hörer einfach mit aller Leidenschaft ihre Musik um die Ohren. Dafür gibt es neben einer gehörigen Portion Respekt passable 7,5 Punkte.

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