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A Feast For Crows: A Chapter Unwritten

Eine ziemlich runde Sache mit klasse Gästen
Wertung: 8/10
Genre: Modern Metal, Metalcore
Spielzeit: 53:18
Release: 12.05.2017
Label: Imperishable Recordings

A Feast For Crows aus München lassen nichts anbrennen: Vor zwei Jahren aus dem Boden gestampft, vor gut einem Jahr kam bereits die EP “Let The Feast Begin” und bereits im Mai folgt das Debütalbum mit dem zukunftsträchtigen Titel “A Chapter Unwritten”,  da kann man schon mal große Augen machen aufgrund der Produktionsgeschwindigkeit, die die Bayern an den Tag legen. Dass Schnelligkeit nicht immer auch Qualität bedeuten, wissen Musikfans allerorten zu gut – gespannt kann man aber vor allem deswegen sein, weil die Truppe mit Sänger DJ eine Stimme mit ordentlich Wiedererkennungswert in petto hat, während der musikalische Rest sich im guten Modern-Metal-Bereich bewegt.

Stilistisch hat sich im letzten Jahr nicht viel getan bei den Jungs, die Mischung aus Melodic Death, Core und Modern Metal wurde noch ein bisschen verfeinert, die elektronischen Parts nehmen mittlerweile einen recht großen und manchmal auch etwas zu großen Part ein, technisch haben die Herren aber einiges auf dem Kasten und können immer wieder spannende Arrangements bieten. Die Tracklist wurde die beiden als Bonustracks markierten Remixe von „Endless Devour“ und „The Reckoning“ künstlich verlängert, wobei beide sich als Dark-Electro-Dancefloor-Filler meiner Meinung nach in den einschlägigen Clubs gar nicht mal schlecht machen würden.

Das Original „The Reckoning“ wurde vorab bereits als Single auf Facebook veröffentlicht und geteilt, stellt aber beileibe nicht den besten Song der Platte dar, vielmehr gibt es hier recht voraussehbaren Modern Metal mit einer melodischen Hookline, die einem auch nicht unbedingt die Schuhe ausziehen kann. Pluspunkte gibt es allerdings, wie auf dem Rest der Platte auch, für die stimmliche Variabilität des Sängers – von tiefsten Growls, über Screams und diesen leicht nöligen Klargesang, der zunehmend an Korns Jonathan Davis erinnert, ist wieder alles dabei.

Natürlich haben A Feast For Crows aber auch ein paar richtige Knaller auf „A Chapter Unwritten“ zusammengetragen: „Cromwell 25“ beispielsweise mit seinem sich über den restlichen Song erhebenden Refrain, in den Strophen hat man so einen leicht manischen Korn-Touch, der überhaupt immer mal wieder im Verlauf des Albums auftaucht; insgesamt macht der Track einfach Spaß. Den ersten Gastauftritt gibt es bei „Waste & Filth“ zu verzeichnen, neben DJ präsentiert sich hier nämlich Sänger Jacob als Vertreter der Nu-Metal-Fraktion NARIN, der mit etwas gedämpften, aber nichtsdestoweniger deftigen Shouts mitmischen darf. Sicherlich ist hier vor allem der eingestreute Klargesang Geschmackssache, der Song als Ganzes knall aber dafür umso ordentlicher.

Man muss schon sagen: Die Gäste haben sich die Bayern exzellent ausgewählt. Ein weiterer Brecher ist nämlich „A Gleam Of Hope“, für das Redemption Of My Fairytale kurzerhand ihren Sänger Roman ausgeliehen haben und das mit richtig ordentlichem, klarem und sogar ein bisschen traurigem Gesang aufwarten kann. Zusätzlich gibt es mit „I dream of hope in the morning sun“ wohl den schönsten und einprägsamsten Refrain der Platte zu hören.

Der Vollständigkeit halber muss hier natürlich auch der Auftritt von ex-A Though Unleashed-Sängerin Sonja erwähnt werden, die sich zum flotten und noch am ehesten im klassischen Metal verhafteten und zum Teil in seinen Tempowechseln ein bisschen holprigen „The Tale (A Chapter Unwritten)“ austoben darf.

Man merkt schon: Insgesamt ist das Debütalbum der Münchner schon eine wesentlich rundere Sache als die letztjährige EP. Stolpersteine lauern noch an einigen Ecken, oftmals scheint die Truppe in ein und den selben Song möglichst viel hineinpacken zu wollen, was dann gerade bei Songs wie „Miss Bloodred Lips“ eher nach hinten losgeht. Eine ganze Handvoll lupenreiner Anspieltipps gibt es aber dennoch zu bestaunen.

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