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8kids: Blüten

Bei derartigen Themen wäre mehr Zorn wünschenswert gewesen
Wertung: 7,5/10
Genre: Punkrock, Post-Hardcore
Spielzeit: 40:18
Release: 23.08.2019
Label: Napalm Records

Unfassbar, bereits Ende August hat das Trio 8kids seinen Zweitling „Blüten“ veröffentlicht und erst jetzt darf das gute Stück auf dem Plattenteller heiß laufen. Mittlerweile haben die Darmstädter live und online ordentlich Boden gut gemacht und das aus gutem Grund: Allein die bärenstarke Vorabsingle „Dein Zuhause“ zeigte sich emotional, druckvoll und leider am Puls der Zeit, thematisieren die Dame und die beiden Herren doch hier ihren klaren Standpunkt gegen Fremdenfeindlichkeit und Hass. Überhaupt ist „Blüten“ ein lautes Album geworden, das immer wieder zum Aufstehen ermutigt, sei es gegen rechtsgedrehte, nationalsozialistische Strukturen, sei es gegen die Stigmatisierung psychischer Erkrankungen oder häusliche Gewalt – Emma, Hans und Jonas nehmen kein Blatt vor dem Mund und schaffen es zumindest auf lange Sicht, derart ernste Themen ohne Pathos zu verpacken, was gerade bei deutschen Texten ja schon eher schwierig ausfallen kann.

Den Hardcore-Gedanken bringen die Drei also gut auf den Weg, soundtechnisch hätte man sich da durchaus noch ein bisschen mehr Druck gewünscht; gerade Songs wie „Wir sind die Angst“ oder auch „Wir bleiben Kids“ geraten da eine Spur zu poppig im Gesamtkontext – klar, einen Ohrwurm hat man hier natürlich parat gestellt, dabei können die beiden Sänger aber so viel mehr. Ein Paradebeispiel ist da das mit Klavier einsetzende „Ich gehöre dir nicht“, einem eindringlichen und ungekünstelten Song, der das Thema häusliche Gewalt behandelt und immer wieder durchzogen ist von kurzen stimmlichen Ausrastern – Gänsehaut ist hier vorprogrammiert, vor allem in Passagen, in denen die männlichen durch weibliche Vocals unterfüttert werden. Texte wie „Zuhause ist da/wo du mich nicht erreichst/Die Gedanken sind frei/Und frei ist mein Geist/Zuhause ist da/Wo du nicht bist/Mein Körper ist mein/Ich gehöre dir nicht“ lassen noch nicht ahnen, wie die Protagonistin des Songs ihrem Schicksal am Ende entflieht und sich und ihren Sohn rettet – ein düsteres Szenario, das aber sicherlich in Deutschland öfter stattfindet als man sich wünschen würde.

„WTF“ macht dann vor allem zornig, so passgenau hauen 8kids den Text raus, ein bisschen mehr Zorn hätte man den Herrschaften aber schon gerne anmerken dürfen – da fehlt das Bissige, erst gegen Ende wird noch mal ein bisschen aufs Gas getreten, die Synthies schlagen dann aber doch ein bisschen zu partymäßig zu Buche. Trotzdem: Rein textlich darf der Track sich in die Liste der Anspieltipps einreihen, und ohrwurmig zeigt sich „WTF“ ohnehin, so dass sicherlich auch auf den Liveshows ordentlich Stimmung aufkommen wird. Noch mal überraschend lärmig wird das Trüppchen dann bei „Spiegelbild“, sicherlich dem punkigsten und schnellsten Track auf „Blüten“, bei dem auch mal deftiges Geschrei losgelassen wird. Und es steht euch so gut, liebe 8kids, bitte mehr davon!

Mehr Zorn wäre angesichts der doch sehr ernsthaften Themen, die auf „Blüten“ vorherrschen durchaus wünschenswert gewesen und bedeutet für einen (Post-)Hardcore-Fan dann auch erst mal einen Abzug in der B-Note. Trotzdem werden 8kids sicherlich mit Bands wie Fjørt, Lygo und Konsorten im Hinterkopf bleiben, befindet sich das Trio doch genau in der Schnittmenge – eine Spur zu poppig für meinen Geschmack, aber mit einigen wirklich starken Songs im Gepäck.

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