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7 Weeks: A Farewell To Dawn

Schwermütiger Positivismus
Wertung: 7,5/10
Genre: Stoner Rock/ Grunge/ Alternative
Spielzeit: 33:11
Release: 25.11.2016
Label: Overpowered Records

Zuerst einmal schnell die aufkommende Verwirrung abstreifen, steht doch auf der Begleitinfo gleich etwas von Post Stoner, doch hier regiert deutlich mehr der Alternative meets Grunge-Sound auf vollen Anfang 90er Retrotrip, wobei es die Franzosen 7 Weeks ganz gut schaffen, neben ein paar schrägen Gitarren eben jenen doch so sehr nöligen Vorbildcharakter auszublenden und dann doch lieber etwas hardrockiger zu Werke zu gehen.

Nun, so ganz unbedarft sind die aus Limoges kommenden Franzosen auch nicht mehr, bestehen sie ja mittlerweile seit elf Jahren und hatten mit „Carnivora“ 2013 ihr Debütalbum veröffentlicht, was sich somit auch ein bisschen nach „Eile mit Weile“ anhört, denn auch für den Nachfolger haben sie gute drei Jahre ins Land ziehen lassen, die Zeit aber auch ganz gut genutzt, um für so unterschiedliche Bands wie Placebo über The Damned bis zu den Suicidal Tendencies zu eröffnen.

Auch wenn sie mit dem Opener „King In The Mud“ schon gleich mal mit leicht schrägen Gitarren loslegen und durchweg auch ein bisschen Alice In Chains-Feeling verbreiten, ohne diese drogenversive Abgedrehtheit zu kopieren, so sorgen 7 Weeks gleich für eine positiv alternativvolle Überraschung, denn nur wage werden ein paar psychedelische Elemente eingewebt. Das ändert sich allerdings im Verlaufe der nächsten 30 Minuten des Öfteren, wie uns „Kamikazes“ belehrt, ein recht ruhig startender Song, dem trotz aller schräger Düsternis eine gewisse positive Botschaft nicht verloren geht und wo im Refrain auch ordentlich Druck aufgebaut wird, wobei hier das Schlagzeug auch eine Portion Progressivität unterstreut.

Das teilweise Stakkato-mäßig aufgebaute „Broken Voices“ kommt deutlich treibender,  etwas unruhiger und auch psychedelischer daher, auch „The Ghosts Beside Me“ gehört zu den nachdenklichen, mit einem Hauch Depression versehenen Nummern, wobei hier 7 Weeks geschickt das Tempo verschleppen und sachte Klavierparts den Hintergrund unaufdringlich dominieren lassen. „January“ dagegen bekommt dann endlich ein paar Kyuss-verwandte Stoner-Schwingungen und die Keyboard-geschwängerte Ausrichtung sowie der kurze orientalisch wirkende Einfluss sorgen für noch mehr Tiefgang, eine schwer zermürbende Nummer, der die bisherige, immer wieder aufkeimende Leichtigkeit einer positiven Botschaft abhanden gekommen ist.

Großartig dann, wie 7 Weeks das Finale einleiten: „ A Well Kept Secret“ mit seinem Bass-dominierten Start bleibt ein wenig düsterer, doch im passenden Kontrast steht dagegen die teilweise lieblichere Gesangslinie, was für eine tolle Mischung aus Schwermut und positiver Botschaft mit kraftvoll treibenden Drums und drückende Gitarren sorgt. Völlig überraschend legt des komponierende Duo dann beim Rausschmeißer „Knots“ nochmals auch in der Geschwindigkeit zu, doch auch hier finden sich die tieftönenden, hintergründigen und auch psychedelischen Untertöne vor einem leicht progressiven Hintergrund wieder und auch der depressive Touch mit positiven Vibes lässt so ein Hintertürchen offen.

Wer sich eine Mischung aus Alice In Chains meets Soundgarden meets Masters Of Reality ganz gut vorstellen kann und sich dem Alternative-lastigen Grunge auch heute noch verbunden fühlt, hat mit Sicherheit in „A Farewell To Dawn“  ein gewichtiges Post-Psychedeli-ohne-Nölerei vorliegen.

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