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4Lyn: Quasar

Da sind sie wieder - und kein bisschen leise
Wertung: 7/10
Genre: Crossover, Alternative Metal, Nu Metal
Spielzeit: 44:23
Release: 11.05.2012
Label: Very Us Records

Zurzeit herrscht pures Nostalgiefeeling bei der Schreiberin dieser Rezension: Nicht nur, dass mit Taproot eine der Jugendbands schlechthin ein neues Album herausgebracht hat, auch die Herren von Spineshank und Smile Empty Soul haben neue Eisen im Feuer. Da fühlt man sich fast, als wäre man wieder 16. Und damit ist noch lange nicht Schluss: Auch die Nordlichter 4Lyn präsentieren mittlerweile ihr sechstes Album. Vorbei die Zeiten, als die Truppe im winzigen Weinheimer Café Central auftrat und Sänger Ron einfach mal eine junge Dame auf die Bühne holte um sie zu umgarnen, schon ewig her das Release der bislang unbestritten geilsten Scheibe der Band, „Neon“, auf dem Knaller wie „Pearls & Beauty“ oder „Husky“ vereint waren. Alter Schwede, ist das lange her.

In jüngster Vergangenheit war es um die Jungs insofern etwas ruhiger geworden, als einige recht poppige Songs einen Teil der Fangemeine sowohl irritierten als auch vergraulten. Auch die jetzige Vorabsingle „Club Exploitation“ fiel, sagen wir mal, gewöhnungsbedürftig aus, aber das war das Quartett ja schon immer. Umso gespannter konnte man auf die neue Veröffentlichung sein, schließlich hatte zumindest die anwesende Rezensentin in die Band schon eine Weile nicht mehr reingehört. Im Voraus wurde bereits ein futuristischer Electro-Einschlag für die neue Scheibe prognostiziert, Parallelen zu Daft Punk, The Prodigy und Co. gezogen und man wandte sich mit Schrecken ab, weil einem automatisch die letzten Electro-Rock-Eskapaden von Linkin Park ins Gedächtnis kamen.

Seit dem letzten Album „Hello“ sind nun also vier Jahre vergangen, wenn man mal die „Live in Hamburg“-Platte außen vor lässt – Zeit genug, um seinen Stil einmal komplett um 180 Grad zu drehen. Da 4Lyn sich aber schon immer in Crossover gewälzt haben, fällt der Unterschied gar nicht mal ganz so krass aus: Bereits der Opener „My Guide“ erinnert einen ganz stark an alte Zeiten. Ron hat immer noch eine ausnehmend starke Stimme, sei es nun bei Klargesang oder Shouts, da kann man sagen was man will. Und das pseudoamerikanisch betonte „r“ hat der Mann sich mittlerweile glücklicherweise auch abgewöhnt. An sich ist der Track ein recht bandtypischer Rocker mit extrem starkem Refrain – schön zu sehen, dass die Hamburger solche Songs noch draufhaben.

„Someone’s Got 2 Do It“ strapaziert dann aber schon wieder die eigentlich scheuklappenfreien Nerven. Mit stampfendem Rhythmus und dem immer wiederholten Titel im Hintergrund zerrt das Ding schon ordentlich am Geduldsfaden, aber irgendwie erkennt man auch hier sofort, dass es sich um 4Lyn handelt. „Train 2.0“ verbreitet ein bisschen was von dem The-Prodigy-Flair, vor dem man sich so gefürchtet hat, das Ganze ist aber ehrlich gut verpackt in einen der besten Songs der Platte. Obwohl der Refrain eigentlich mit recht desillusionierter Stimme vorgetragen wird, deprimiert einen der Song nicht allzu sehr, was wahrscheinlich an den eingestreuten Samples liegen dürfte. Ein feines Gitarrensolo gibt’s überraschenderweise noch oben drauf – man könnte ja jetzt sagen, 4Lyn wären gereift, aber so richtig erwachsen werden die Herren wahrscheinlich glücklicherweise nie.

„I Am A Phantom“ knüpft dann an ältere Rapeinlagen der Band an – zwar ist Ron des Sprechgesangs durchaus mächtig, aber die epischen Refrains und gescreamten Strophen gefallen einem doch besser als gerappte. Immerhin müssen 4Lyn nicht mehr beweisen, wie wandelbar sie sind: Nach der Hip-Hop-Einlage gibt es mit „10 Minutes Ago“ einen ruhigen Song auf die Ohren, der fast an diverse Poppunkballaden erinnert. Nicht übel, aber nichts, was man sich öfters anhören müsste.

„Both Of Us“ weiß dann schon deutlich mehr zu überzeugen, auch hier wird zwar ein wenig mit deftigen Riffs und eingestreutem Backgroundgesang herumexperimentiert, allerdings klingt das alles schon wieder viel mehr nach 4Lyn. Obwohl: Allein schon die Stimme ist so charakteristisch, dass man jeden einzelnen Song auf „Quasar“ als 4Lyn-typisch einstufen kann. Weiterentwickelt haben sich die Jungs allerdings deutlich, ohne dabei aber auf Gedeih und Verderb „erwachsener“ zu klingen. Songs wie die Vorabsingle beweisen, dass die Hamburger immer noch knackig sind und bombastische Stücke wie „Frost“ zeigen gleichzeitig auf, dass man seinem alten Stil trotzdem die Treue hält. Auf jeden Fall ein schönes Album, das gut in die Diskografie passt, in das man sich aber ein bisschen rein hören muss, bis es zündet.

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