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36 Crazyfists: Lanterns

Auf diese Band kann man sich verlassen
Wertung: 8,5/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 46:42
Release: 29.09.2017
Label: Spinefarm Records

Auf 36 Crazyfists kann man sich einfach verlassen: Seit über 20 Jahren macht die Truppe nun schon die kleinen und größeren Bühnen unsicher, mittlerweile hat sich eine schöne Regelmäßigkeit eingestellt, sodass die Band etwa alle zwei bis drei Jahre ein neues Album veröffentlicht, das immer einen ähnlichen Sound präsentiert wie der jeweilige Vorgänger, ohne zu enttäuschen. Im Gesamtüberblick haben die Jungs aus Alaska sich mittlerweile in der etwas düstereren Metalcore-Ecke eingenistet – kein Wunder, hatte Sänger Brock Lindow doch auf dem letzten Album „Time And Trauma“ den Tod seiner Mutter in recht heftige Songs verpackt, und traut man dem Sound der neuen Scheibe „Lanterns“ nach dem ersten Durchlauf, hat der Mann immer noch ordentlich daran zu knabbern.

An der Besetzung hat sich erst mal nichts geändert, mit Altbassist Mike Whitney, Background-Schreihals und Gitarrist Steve Holt und dem relativen Neuling Kyle Baltus, der auch schon auf dem letzten Album die Felle bearbeitete und Gründungsmitglied Thomas Noonan ersetzen durfte, ist der Vierer stark aufgestellt, das düstere Artwork reiht sich ein in die Riege der übrigen sieben Studioalben – vorneweg wurden bereits wieder zwei Songs auf die Fangemeinde losgelassen, die den typischen 36CF-Sound zeigten und sicherlich zur Beruhigung vieler Hörer beitrugen; „Death Eater“ machte da veröffentlichungstechnisch den Anfang und darf auch das Album einleiten – ein derber, schleppender Track, der unter tausenden als der Alaska-Truppe zugehörig erkannt werden könnte. „Better To Burn“ setzt da schon auf deutlich mehr Melodie und kann beinah als Ohrwurm bezeichnet werden – ein Track, wie man ihn auch auf so ziemlich jedem Album der Band mindestens einmal findet.

Auch was die Stimmung anbelangt ist „Lanterns“ wieder typisch Crazyfists: Die Songs zünden nicht unbedingt im ersten Durchlauf, aber immer wieder zeigen sich auf den knapp 47 Minuten Spielzeit kleine Passagen, in denen man unwillkürlich einen Kloß im Hals bekommt – der erste solche Augenblick findet sich gleich beim zweiten Track „Wars To Walk Away From“, bei dem die absolut typisch, melodische Gitarre Brocks näselndem Organ gegenübersteht und einen perfekten Kontrast schafft.

In der Tradition von ruhigeren Tracks wie „Marrow“ oder „Caving In Spirals“ findet sich natürlich auch auf dem neuen Album mindestens ein eher nachdenklich anmutender Track; einer davon, „Where Revenge Ends“ betitelt, kommt mit Akustikgitarre und eindringlichem Klargesang aus und verursacht entsprechende Gänsehaut, obwohl der Fronter beileibe kein perfekter Sänger ist. Dass die Band trotz all der Frickelei und der teils recht verkopft anmutenden Instrumentalpassagen es auch immer mal wieder schafft, Ohrwürmer zu produzieren, beweist einmal mehr „Old Gold“, das vor allem im Refrain mit seinem dezenten Melodieeinsatz wieder ordentlich Punkte und Zentimeter im Gehörgang einfahren kann.

Fans der Band wird „Lanterns“ sicherlich nicht enttäuschen. Ohne sich selbst zu kopieren, schaffen die Amis wieder und wieder den Spagat zwischen Metalcore und ihrer ganz eigenen Musikrichtung, die man sich noch nicht zu benennen getraut hat. Alaskan Metalcore würde da sicherlich kein schlechtes Prädikat abgeben, vereinen 36 CF doch nicht nur durch die breiten Gitarrenwände mit ihren wunderbaren Melodien, sondern auch durch die unnachahmliche Stimme ihres Fronters mindestens zwei Gänsehautgaranten, die sie über die Jahre nahezu perfektioniert haben und die ihnen eine absolute Ausnahmestellung in der modernen Metalszene sichert.

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