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36 Crazyfists: Collisions And Castaways

Perfektes Anknüpfen an die letzte Scheibe
Wertung: 9.5/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 45:08
Release: 23.07.2010
Label: Ferret Music

36 Crazyfists aus Alaska sind zwischenzeitlich eine echte Instution im Metalcore geworden. Nach 16 Jahren Bandgeschichte gehören sie immer noch irgendwie zum Underground, obwohl ihre letzten Alben „Rest Inside The Flames“ und „The Tide And Its Takers“ gehörig Staub aufwirbelten. 2010 gibt es mit dem nunmehr fünften offiziellen Studioalbum „Collisions And Castaways“ (wenn man die beiden EPs „Boss Buckle“ und „Suffer Tree“, sowie das „In The Skin“-Album nicht mitzählt) wieder neues Material auf die Ohren und einiges hat sich geändert: Ursprünglich als Quintett unterwegs, haben sich die Jungs aus Anchorage inzwischen zu einem Trio reduziert, nachdem Bassist Mick Whitney 2008 das Handtuch schmiss, um mehr Zeit mit seiner Familie verbringen zu können.

Übrig geblieben sind Gitarrist Steve Holt, der sich beim neuen Album bereits zum zweiten Mal als Producer versucht, sowie die beiden Gründungsmitglieder Brock Lindow am Mikro und Drummer Thomas Noonan. Den vakanten Platz nimmt der langjährige Gitarrentechniker der Band, Brett „Buzzard“ Makowski ein, allerdings vorerst nur live. Was bei der kommenden Platte außerdem auffällt, ist die düster-melancholische Stimmung, die bisher zwar alle 36 CF-Scheiben innehatten, die bei diesem Album aber verstärkt auftritt. Verzichtet wurde auf schnell zündende Ohrwürmer à la „At The End Of August“ oder „Midnight Swim“, verstärkt wurde auf treibende Instrumentals und eine wie immer brilliante stimmliche Leistung gesetzt.

Dabei hatte die Band bisher ordentlich was wegzustecken: Nur zwei Jahre nach Gründung verlor sie ihren Bassisten JD Stuart bei einem Autounfall. Daraufhin begann sich das Bandkarussell zu drehen, die Zukunft der Band stand auf wackligen Beinen, im Jahr 2000 konnten 36 Crazyfists schließlich einen Vertrag bei Roadrunner Records unterschreiben, vor drei Jahren fand der Wechsel zu Ferret Music statt. Ein Haufen Holz für eine relativ kleine Band, der erstmal verarbeitet werden muss. Dass die Jungs sich inzwischen gefangen haben und wesentlich gereift sind, darf man spätestens bei „Collisions And Castaways“ hören.

Im Gegensatz zu den Vorgängeralben, die dem Hörer direkt in der ersten Sekunde das Trommelfell wegpusteten, startet „In The Midnights“ ungewohnt besinnlich mit leiser Akustikgitarre, um dann mit hämmernden Blastbeats loszulegen und einmal mehr zu beweisen, dass Produzent Holt wirklich etwas von seiner Abend versteht. Leicht unrhythmisch und gewohnt brutal legt Sänger Brock dann los – der Mann hat nicht nur ein absolut einzigartiges Organ, er weiß es auch einzusetzen. Spätestens beim klaren Gesang weiß man: Sie sind wieder da, sie sind hungrig und sie machen alles platt, was sich ihnen in den Weg stellt.

Brocks heiseres Gebell zieht sich wie ein roter Faden durch das ultra-dynamische „Whitewater“, das als einziger Breakdown daherkommende „Death Renames The Light“ und man könnte fast glauben, er habe vor, die großartige Gesangsleistung des letzten Albums zu überbieten. Das wunderschöne Instrumental „Long Road To The Late Nights“ räumt Platz ein für eine kurze Verschnaufpause, bevor „Trenches“ wieder gehörig Dampf macht. Neben den brutalen Songs haben die Jungs es aber genauso drauf, erstmal Stimmung aufzubauen, die sich dann in einem großartigen Refrain entlädt: „Caving In Spirals“ ist nahezu das perfekte Beispiel dafür - Gänsehaut-Alarm pur, auch wenn sich sicher einige mit der Stimmlage des Sängers nicht anfreunden können.

Mit „The Deserter“, das mehr nach Metalcore klingt als alles, was die Band jemals gemacht hat, und der logischen Fortsetzung zu „Waterhaul“ vom „A Snow Capped Romance“-Album, „Waterhaul II“ nämlich, beschließt die Band ein Album, das seinesgleichen sucht und zwar weniger schnell zündet als beispielsweise „Bitterness The Star“, aber dennoch die typische Crazyfists-Stimmung verbreitet. Die großen Ohrwürmer bleiben aus, dafür finden sich eine Menge Feinheiten, die erst bei mehrmaligem Hören freigesetzt werden. Auch eingefleischte Fans werden einige Durchgänge benötigen, dann entpuppt sich „Collisions And Castways“ aber als die logische, wenn auch stellenweise überraschende Weiterführung der letzten Full Length.

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