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36 Crazyfists: A Snow Capped Romance

Schon damals voller Potential
Wertung: 10/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 38:18
Release: 16.03.2004
Label: Roadrunner Records

Auch nach über 20 Dienstjahren kann man 36 Crazyfists aus Alaska sicherlich irgendwie noch als Metalcoregeheimtipp bezeichnen. Die Songs der „A Snow Capped Romance“-Platte dürften aber noch am Bekanntesten sein – Knaller wie „Bloodwork“, „At The End Of August“ und „The Heart And The Shape“ kann man nicht nur in diversen Internetplaylists immer wieder vorfinden, auch live sind das einige der Songs, bei denen beinah jeder Wort für Wort mitsingen kann.

Derzeit befinden sich die vier Herren um den deutlich fülliger gewordenen Sänger Brock Lindow auf Welttour, im Gepäck die neue düstere Platte „Lanterns“ – Grund genug also, die The-Pit.de-Archive mit der restlichen Diskografie der Truppe aufzufüllen. Im Vergleich fällt die 2004er Scheibe „A Snow Capped Romance“ deutlich flotter, aber auch viel weniger melancholisch aus – damals, im Zuge der US-amerikanischen Metalcore-Bewegung, hat das gute Stück für einen Output aus Alaska, das sich ja nun nicht unbedingt mit einer florierenden Metalszene brüsten kann, überraschend viel Anerkennung einfahren können. Obwohl, wundern kann es einen kaum: Die Platte gehört bis dato mit zu dem Besten, was 36 CF bisher abgeliefert haben.

Sicherlich wären Songs wie das brachiale „Bloodwork“ mit ein bisschen weniger Feinschliff und etwas mehr Rohheit noch eine Spur überzeugender dahergekommen; sträflich vernachlässigte Tracks wie „Destroy The Map“, mit seinem verblüffend fröhlichen Gitarreneinstieg und dem noch etwas schüchternen, aber Gänsehaut erzeugenden Klargesang von Gitarrist Steve Holt können auch 13 Jahre später dem Fan die Tränen in die Augen treiben, unterstreichen aber nochmal den Outsider-Status des Albums: Nie wieder waren 35 Crazyfists so „poppig“ wie hier, was möglicherweise auch an dem Deal mit Roadrunner gelegen haben kann, der auch noch mit dem Folgealbum „Rest Inside The Flames“ aufrecht erhalten wurde, bevor die Truppe auf Ferret Music umstieg.

Trotz seiner ohrwurmigen Songs wie beispielsweise dem tragischen „Skin And Atmosphere“ oder dem mit einem absolut genialen Refrain versehenen „Installing The Catheter“ dürfte „A Snow Capped Romance“ heute noch zu den Klassikern im Metalcorebereich gehören, trotz Lindows zum Teil doch wahnsinnig gewöhnungsbedürftigen Stimme, die immer zwische nasal-schiefem Klargesang und brachial-schönem Geschrei pendelt und den Hörer dadurch noch mehr auf eine Achterbahn schickt als es die brillanten Gitarrenspuren schon zur Genüge tun.

Einen erstaunlich düsteren Abschluss findet die an sich recht offene Platte im tief gestimmten „Waterhaul“, bei dem man, kennt man alle Alben der Band, schon beinah erahnen kann, in welche Richtung sich der Sound in Zukunft bewegen wird. Eine großartige Platte mit oberflächlich zum Teil gut gelaunt anmutenden Songs, aber auch hier sollte man schon einen Blick in die Lyrics werfen, die sich neben Gitarrensound und Gesang sicherlich zu einem der drei Trademarks der Band entwickelt haben.

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