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3 Inches Of Blood: Long Live Heavy Metal

Traditioneller Heavy Metal auf höchstem Niveau
Wertung: 9/10
Genre: Heavy Metal, True Metal, Power Metal
Spielzeit: 52:57
Release: 26.03.2012
Label: Century Media

Es ist so weit, die Gralshüter des traditionellen Heavy Metal melden sich zurück mit ihrem fünften Schaffenswerk, bereit, um wieder voll durchzustarten. 1999 gegründet, hat die Band sich dem einzig wahren Heavy Metal verschrieben und verfechten diesen seit dem Anbeginn. Nach drei Alben, Auftritten mit Legenden wie Ozzy OsbourneIron Maiden oder Motörhead, der Einbindung der Erfolgssingle "Deadly Sinners" in Videospiele wie Brütal Legend und Saints Row 2 und sogar einem eigenen Paar Sneakers (die gibt es wirklich) folgte die letzte Scheibe "Here Waits Thy Doom", welche mittlerweile schon wieder drei Jahre zurückliegt. Doch die Stille um die Band soll nun durchbrochen werden. Am 23. März führen die fünf Kanadier das Heavy-Metal-Zepter erneut in die Schlacht gegen Orcs und dergleichen und melden sich zurück mit ihrem neuen Studioalbum, das auf den Namen "Long Live Heavy Metal" getauft wurde. Und so kitschig und einfach sich dieser Name auch anhört, er trifft doch genau auf das, was die Band vermittelt, zu.

Das hymnische Gitarrenintro bei "Metal Woman" ist schon mal ein sehr schöner Einstieg, man fühlt sich gleich zurück in den Achtzigern bei Platten wie "Crimson Glory" oder "Screaming for Vengeance". Was aufs Intro folgt, kann sich aber noch viel mehr blicken lassen. Ein astreiner Track nach guter alter 3 Inches Of Blood-Marnier, der nach vorne treibt und sofort zum Headbangen einlädt. Auch sonst leistet sich die Band keine Aussetzer, Tracks wie die siebenminütige Epik-Nummer "Men Of Fortune" oder das flotte "Leave It On The Ice" beweisen, dass die Jungs ihr Werk beherrschen wie eh und je. Die Platte wirkt mit traditionellen Flair wie eine Ode an die Metalgötter. "Leather Lord" wirkt beispielsweise wie eine Verbeugung vor den legendären Judas Priest. Cam Pipes markante Falsett-Stimme wurde ja schon oft mit der des Priest-Sängers verglichen, aber hier lassen sich noch mehr Referenzen erkennen, wie der enorm an "Painkiller" erinnernde Refrain und natürlich der Titel selbst (mögliche Anspielung auf Rob Halford?). Es ist auch schön zu hören, dass die Band sich treu bleibt und auf früher bereits eingebrachte Mittel zurückgreift. "Die For Gold (Upon The Boiling Sea IV)" zum Beispiel setzt die "Upon The Boiling Sea"-Reihe vom zweiten Album fort, in dem melodischen "Look Out" gibt es ein fantastisches zweistimmiges Solo zwischen Gitarre und Hammond-Orgel, welche die Band ja auch schon beim Track "Trial Of Champions" eingebracht hatte, und mit "Chief And The Blade" gibt es auch wieder eins dieser außergewöhnlichen, fast schon schrägen Akustik-Stücke, wie man es schon von Tracks wie "12:34" oder "Journey To The Promiseland" kennt. Den krönenden Abschluss bildet das mittelalterlich angehauchte "One For The Ditch" mit Mandoline und Chor-Gesängen.

Die Besetzung ist seit der letzten Veröffentlichung dieselbe geblieben, lediglich der küzrlich dazugeholte Byron Stroud ergänzt die Position am Bass. Schade ist nur leider immer noch, dass Jamie Hooper die Truppe aufgrund der Gefahr, seine Stimme zu verlieren, gegen 2008 verlassen musste, denn die Kombination aus Cam Pipes hohen High-Pitch-Screams und den tiefen aggressiven Growls von Jamie Hooper machte die Band gerade so einzigartig. Doch wer genau hingehört hat, dem sollte aufgefallen sein, dass es auf der neuen Platte erfreulicherweise wieder Growls auszumachen sind, für die sich nun Gitarrist Justin Hagberg verantwortlich zeigt. Die sind zwar noch ausbaufähig und werden nur gelegentlich eingebracht, aber es ist schön, dass die Gruppe versucht, diese Vocals wieder einzubinden. Erfreulich ist auch das erste, was einem bei der Produktion der neuen Platte in den Sinn kommt, denn "Here Waits Thy Doom" war zwar kein schlechtes Album, aber klang ehrlich gesagt so, als hätte die Band sich in dem von Trollkotze besungenen Märchenwald getroffen und das gute Stück auf ein paar Baumstämmen eingespielt (wobei auch das wiederum einen gewissen Charme hatte). Das aktuelle Release zeigt sich da ganz anders und strotzt mit einer druckvollen und zeitgemäßen Produktion, für die Terry "Sho" Murray zuständig war.

3 Inches Of Blood melden sich genau zur rechten Zeit zurück. Die Szene scheint ja im Moment einen enormen Zuwachs zu erfahren, nicht zuletzt durch Verfechter der alten Schule wie etwa VanderbuystSkull Fist oder White Wizzard, da kommt die neue Veröffentlichung gerade gerade gelegen, um von den nostalgischen Fans verschlungen zu werden. Die Europa-Tournee steht ja bereits fest und die guten Aussichten sind jedenfalls da, denn die fünf Mannen bewähren sich in ihrem neuesten Werk einmal mehr und können auf ganzer Linie überzeugen, indem sie den alten Stil mit neuen Elementen vermischen und so ihre ganz eigene einzigartige Atmosphäre kreieren. Der neuen Platte steht also nichts mehr im Wege - verneigt euch vor den Heavy Metal Königen!

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