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286: Profiled

Eine weit überdurchschnittlich gute Performance
Wertung: 8.5/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 17:37
Release: 30.11.2004
Label: Eigenproduktion

"No Protools were used during the recording of this EP" steht auf der Verpackung, womit die Band entweder ihren authentischen Garagen-Flair betonen möchte oder schlicht Kosten einsparen will.

"Profiled" ist jedenfalls der erste Output, seit das relativ junge Projekt 286 aus der Taufe gehoben wurde; Zeit zu üben und sich stilgetreu zu profilieren hatten die Bandmember aber genügend, denn man hat es hier eher mit Bühnenveteranen als mit blutigen Greenhorns zu tun.

Die Band selbst ist ein bunter Haufen; eine klassische Viererbesetzung, deren Mitglieder die argentinischen Brüder Nikee und Martin Verry an Bass und Gitarre, sowie den Pittsburgher Sänger Adam Joad und Drummer Peter Pace aus Jersey ausmachen.

"Rock and Roll is not dead..." haben sie sich auf die Fahne geschrieben, das wollen wir doch mal sehen; jedenfalls bietet "Profiled", um das gleich vorwegzunehmen, reichlich Anlass, sich an den rauen Sound zurückzubesinnen, der sich lärmend seinen Weg durch die 70er bahnte.

Bereits mit dem Titelsong "Profiled" wird man in den Strudel des Siebziger Spirits geschleudert, und das in vielerlei Hinsicht; der Vers bietet vokaltechnisch ein derartig verblüffend vertrautes Sex Pistols-Feeling, das es fast schon dreist ist, wie detailgetreu man dieses einzigartige Punk-Timbre abkupfern kann.

Der Chorus versucht, das Ganze umzukrempeln und fährt ein straightes in-die-Fresse-Rockbrett auf, ein klassischer, schnörkelloser Rawsound - etwas, was insbesondere mit Blick auf die Saitenfraktion programmatisch für die gesamte Platte erscheint.

"68'" beginnt mit einem ähnlich klingenden Gitarren-Hauptriff wie der Vorgängertrack, hebt sich aber insbesondere gesangsmäßig kollosal davon ab; hier werden fast Crossover-Parallelen gezogen, das überrascht und erhält Dynamik.

Dynamisch ist auch das eher downbeat-orientierte "Broken Peace", ein stimmiges Bluesrock-Ambiente trifft auf eine eher dezent angedeutete Pantera-Wand; ein superbes Gitarrensolo von Martin leitet dann in einen stimmigen Beatwechsel über, der das Stück dann zu einem Ausklang verhilft.

Will die Band die Hörerschaft zum Schluss noch Grassroot-mäßig mit einer Bottleneck-Gitarre quälen?

Natürlich will sie das nicht, und so wird gleich im Anschluss das Gaspedal durchgetreten und auf Zerre geschaltet.

Dann und wann frickelt sich der Bass begleitend zur Gitarre einen in den höheren Lagen zurecht, die Gitarre wirft ein paar Geschwindigkeitsfills ein; das technische und routinierte Zusammenspiel der Saitenbrüder ist wirklich beeindruckend.

Die EP ist schnell zu einem Ende gekommen, zur tatsächlichen Kürze addiert sich jedoch noch eine gefühlte Kurzweil, denn durch die für derartigen Rockkanon eher ungewöhnlichen Tempowechsel realisiert man sich schneller am Ende von Track 5, als einem lieb ist.

Insgesamt aber eine weit überdurchschnittlich gute Performance auf der CD, vor allem live dürften sie der Bringer sein.

Um es kurz zu machen: "We never forget where we came from" versprechen sie, man darf gespannt sein.

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