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1349: Demonoir

Das misslungene Experiment des vorigen Albums konnte revidiert werden
Wertung: 7.5/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 48:54
Release: 30.04.2010
Label: Indie Recordings (Soulfood)

Eins muss man 1349 lassen: Sie sind weder faul noch langsam, liegt das letzte Album „Revelations Of The Black Flame“ doch noch nicht einmal ein Jahr zurück, und dennoch hat man mit „Demonoir“ bereits einen Nachfolger am Start. Möglicherweise jedoch hängt dies auch damit zusammen, dass der 2009er-Output ziemlich in die Hose ging und sowohl bei Fans wie auch bei Kritikern gnadenlos durchfiel und man daher möglichst schnell um Wiedergutmachung bemüht war.

Experimente in allen Ehren, doch die zahlreichen Ambient-Spielereien verwässerten das Gesamtresultat und erwiesen sich nicht als Bereicherung für den Sound, sondern schlichtweg als langweilig und unausgegoren.

Mit „Demonoir“ rudern die Norweger nun wieder zurück. Zwar gibt es immer noch noisige, Ambient-artige Zwischenstücke (genauer gesagt sogar gleich sieben und diese vor jedem „richtigen“ Song), doch sind diese allesamt eher kurz gehalten und fügen sich in jedem Fall besser ein als auf dem missglückten Vorgängeralbum. Die Band hat offenbar eingesehen, dass sie es auf „Revelations Of The Black Flame“ in dieser Hinsicht ein bisschen weit getrieben hat und macht wieder das, was sie am besten kann. – Die Songs selbst knüpfen nämlich wieder stärker an die sehr gute „Hellfire“-Scheibe von 2005 an, das heißt, es regiert wieder kompromissloser Black Metal, der sich zumeist in hohen Temporegionen befindet; Frost kann hier einmal mehr demonstrieren, dass er einer der präzisesten und besten Schlagzeuger der Schwarzheimer-Szene ist.

Bei rasend schnellen Nummern wie „When I Was Flesh“ oder „The Devil Of The Desert“ (trotz des hohen Tempos regelrecht eingängig, sehr stark!) hat man das Gefühl, es würde einem permanent ein Schnellzug gegen die Stirn donnern, während „Psalm 7:77“ oder das total geile „Pandemonium War Bells“ (bei dem es streckenweise richtig thrashig wird) zwischendurch auch einige etwas gemäßigtere Passagen im Midtempo aufweisen. „Atomic Chapel“ hingegen beginnt zunächst beinahe getragen, um sich dann aber bis hin zu völlig irrsinniger Raserei grandios zu steigern und der Titeltrack wiederum schlängelt sich ultrafies in kriechendem Tempo dahin – hier muss man wieder unwillkürlich an Frosts Hauptband Satyricon denken. Somit ist – neben den erwähnten kurzen Zwischensequenzen – für Abwechslung definitiv gesorgt. Weiterhin sind Überraschungsmomente wie das sich erstaunlich gut einfügende Piano in „Atomic Chapel“ und am Ende von „The Devil Of The Desert“ oder dezent eingefügte Effekte Garanten dafür, dass man trotz des eindeutigen Schrittes zurück keineswegs Selbstkopie betreibt.  

Insgesamt denke ich, dass das Vorgängerwerk, auch wenn es sicher das schwächste in der Discographie der Combo darstellt, für die Entwicklung dennoch wichtig war. Manchmal braucht es halt einen radikalen Schnitt, auch wenn das nicht immer gleich so funktioniert, wie man das gerne hätte. Die Feinjustierung kann ja auch erst etwas später erfolgen, wenn man gelernt hat, mit dem Herumexperimentieren etwas besser zu haushalten. Ich meine, 1349 haben mit „Demonoir“ einen ersten Schritt in diese Richtung unternommen und man darf gespannt sein, was es von dem Quartett in Zukunft noch so zu hören gibt. Die vorliegende, übrigens von Tom Gabriel Warrior co-produzierte Platte reicht zwar nicht an eine Glanztat wie „Hellfire“ heran, ist aber in jedem Fall ein hörenswertes Album, das zudem mit einem guten, erdigen Sound aufwartet.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann