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13 Days Before Suicide: Nichts bleibt

Schwer verdaulicher Batzen melancholischer Wut
Wertung: 7/10
Genre: Melodic Black Metal/ Thrash Metal/ Doom
Spielzeit: 26:29
Release: 26.10.2014
Label: Eigenregie

Na, wenn man da nicht mal aufs Glatteis geführt wird, spricht das knapp gehaltene Infoblatt doch von einer Mischung aus Metallica und Queensryche, welche mit einer gehörigen Portion Black Metal aufgemischt wird. Und beim Blick auf den Bandnamen zucken jedem Fan der Härtnergesellschaft gleich diverse Quervergleiche zu Emo- und Corebands ins Synapsensammelsurium. Wer sich nun von dieser stilistischen Einordnung einschüchtern lässt, liegt dann aber völlig falsch.

13 Days Before Suicide lassen sich vielmehr im modernen Thrash verorten, würzen das Ganze mit einem ordentlichen Schluck aus der melodischen, melancholischen Schwarzwurzelflasche und runden das Ganze auch noch mit reichlich Doom ab – nicht leicht einzuordnen also, was somit auch nur als grober Richtungshinweis gelten mag. Ganz gleich allerdings, wie man den Stilmix jetzt genau benennen will, auffällig ist bei der in Eigenregie entstandenen EP, die beim Mastering durch Tesseract-Klampfer Acle Kahney auch noch mit einem prall modernen Sound ausgestattet wurde, die durchaus melancholische, etwas düstere Grundstimmung, wobei es gar keine Rolle spielt, ob das Trio-Ein-Mann-Projekt nun instrumental oder mit Gesang aktiv ist.

Wie jetzt? Trio-Ein-Mann-Projekt? Wie ist das denn nun gemeint? Nun ja, die Erklärung ist dafür schnell geliefert. 13 Days Before Suicide ist ein Projekt von David Hübsch, der ansonsten auch für die Klampfenarbeit bei Discreation sowie Odium zuständig ist und auf „Nichts bleibt“ neben der Produktion auch für den Tieftöner zuständig ist. Hilfe hat er sich dann bei seinem Odium- und ex-Sapiency-Drummer Jan Heussel sowie Falko von Apsis am Mikrophon geholt, und fertig ist die Selbstmordankündigung.

Eingerahmt wird die EP von den beiden Instrumentalnummern „Getrieben“ und „Der König in mir“. Im Opener wird zwar noch mit akustischer Klampfe etwas Lockerheit vorgegaukelt, insgesamt aber dominiert die Melancholie das Geschehen und schnell wird klar, dass das Trio gerade in den schwermütigen, fast nachdenklichen und trotzdem sehr kraftvollen Doompassagen am meisten Überzeugungskraft entwickelt. Der Rausschmeißer dagegen rundet die düstere Grundstimmung der EP ab, die Verzweiflung beherrscht dabei nicht mehr so ganz das Geschehen und weicht einem leichten Optimismus, was vor allem teilweise durch die freudigere Leadgitarre transportiert wird.

Ansonsten aber wird immer wieder die Verquickung von melodischem Black Metal und groovendem modernen Thrash vorangetrieben. Der Titeltrack „Nichts bleibt“ lässt dann auch nichts an Intensität missen, und selbst wenn die  Doublebass heftig wummert, so schleppen sich 13 Days Before Suicide doch weiterhin eher langsam dem Ende entgegen, wobei diese eher doomige Nummer mit fiesen Growls daherkommt. Und selbst der ruhige, mit Akustikgitarre angereicherte Mittelpart und der fies verzweifelten, lediglich im Hintergrund sich dezent aufdrängende Backgroundgesang weiß vollauf zu überzeugen.

Falko, der sich wie ein schwarzmetallisierter Alexander Bartsch (Narziss) anhört, transportiert mit seinem leicht hysterischen, innerlich zerrissenen Gesang sehr schön die deprimierende Botschaft über Schmerz und Verzweiflung und drückt somit auch bei allem cleveren Songaufbau „Ich brenne“ seinen Stempel auf, bei „Schatten der Vergangenheit" spielt das Trio durchaus auch mal mit verfremdetem Gesang, wobei hier nochmals deutlich wird, dass 13 Days Before Suicide immer dann mit deutlich mehr Intensität hinlangen, wenn sie das Tempo auch mal komplett reduzieren.

Wie auch immer das selbstbetitelte Debütalbum von 2013 geklungen haben mag, 13 Days Before Suicide beschwören auf „Nichts bleibt“ ein düsteres Bild aus Schmerz und Verzweiflung, bieten nicht wirklich einen Ausweg an, lassen aber Stilmittel wie Intensität und Integrität nicht vermissen und liefern somit einen schwer verdaulichen Batzen melancholischer Wut ab.

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