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Freitag, 30. Juli 2010

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One Bullet Left, My Dominion, Diaroe, The Ocean Kingdom im Konzert (Essen, Februar 2010)

Mehr als 150 Fans feierten beim Undergroundkonzert

Diaroe gingen mit sichtbar viel Spaß ans grindige Werk

Diaroe gingen mit sichtbar viel Spaß ans grindige Werk

Im noch recht neuen Club Sounds in Essen fand die CD-Release Party von One Bullet Left statt. My Dominion und Diaroe übernahmen die Anheizer-Rolle, die Death Thrasher Matter of Habit waren leider nicht zugegen. Richtig kurzfristig sprangen dann The Ocean Kingdom ein und komplettierten den Abend als Opener. Richtig wohltuend war zu sehen, dass sich die Extrem-Szene auch gegenseitig unterstützte, denn unter den Zuschauern waren auch Mitglieder von Harasai, Kadavrik, Despise & Conquer sowie Yuppie Club auszumachen.

The Ocean Kingdom

Viel Bewegung auf der Bühne, viel Krach, nur der auf Myspace versprochene Mathcore mit Metaleinflüssen lag wohl noch im Kofferraum eines schrottigen Volvos. Dementsprechend wurde auch schnell deutlich, das die Performance an diesem Abend unterirdisch war, die Fans zeigten auch mehr als deutlich dem Oberhausener Sechser die kalte Schulter – natürlich nicht leicht für eine noch recht junge Band im Anfangsstadium. Nach dieser Show mag man lieber empfehlen, sich noch weitere zwei Jahre in den Proberaum wegzuschließen und die eigenen Prioritäten zu überdenken. Setzen: Sechs!

Diaroe

Von ganz anderem Kaliber waren da die Essen-Oberhausener Death Doom Grinder von Diaroe. Wer hier beim Bandnamen gleich abwinkt und lediglich an periodische Massenbewegungen mit eher flüssiger Konsistenz denkt, sollte das Kopfkino ausschalten und morgens auch keinen Pflaumensaft mehr trinken.

Die kranken Inhalte der Gesellschaft haben Diaroe harmonisch vertont und in grindige Songstrukturen eingebunden. Natürlich muss man sich schon auf den eigensinnigen Humor einlassen, ansonsten wird eher Unverständnis für Ekelattacken bei Songtiteln wie „Triple Anal Penetration“ oder „Fäkalschlacht am Darmschacht“ sorgen. Wurden die Gehörgänge noch durch die erste Band eindeutig in Abseits gestellt, dauerte es nicht lange, und eine beachtliche Fanmeute feierte mit Diaroe die Songeruptionen. Der Vierer auf der Bühne sorgte für Unterhaltung, und eingespielte als Intros dienende Filmsamples lockerten den Hörgenuss auf.

Natürlich trieben es Diaroe verbal nicht mit Kinderreimen, sondern auf die Spitze, redeten von zu Zombies mutierten Hühnchen, die die Welt erobern wollen („Diabolic Chickenfight“) , berichteten von 12jährigen Müttern mit drei Kindern („Sexuelle Verwahrlosung“).

Diaroe hatten als heimisches Gewächs auch eigene Fans aktivieren können, und diese unterstützten die Band nach Leibeskräften, pogten, ein erster Stagediver wagte die Hüpferung, oder aber auch durchaus textsicher wurde mit ins Mikro gebrüllt. Mit ordentlich Spaß in den Backen agierten die vier, wobei Frontmann Christian durch unterhaltsame Pauseninformationen glänzte. So forderte er alle auf, beim Track „Weil du ne Hure bist“ so richtig asozial mitzugröhlen – und wie eingangs erwähnt: Man muss schon den eigensinnigen fett schwarzen Humor teilen können.

Die Zugabe wurde dann von One Bullet Left Fronter Mario eingefordert und auch mit „Vom Traum…“ gebracht.

Setlist:

Nekromantik
Triple Anal Penetration
Fleischsong
Mary Jane
Diabolic Chickenfight
Kill Rape Eat Hate
Mettigel Supertrumpf
Weil du ne Hure bist
Sexuelle Verwahrlosung
Fäkalschlacht am Darmschacht
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