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Skythen: Silverowls

Ordentliche Debüt-EP ohne Stoner-Reinheitslehre
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Wer auf der Suche nach neuen Stoner-Metal-Bands ist, der wird kurz über lang auch über die Hamburger Hanseaten Skythen stolpern, die nun mit „Silverowls“ ihre ersten musikalischen Ergüsse auf EP-Form gebannt haben. Da sich die Truppe ja erst im März 2014 neu formierte und somit den meisten noch völlig unbekannt sein dürfte, stellen wir schnell mal die Rahmenbedingungen zusammen: Benjamin Kapidzic (Gesang, Gitarre) und Frederic Twisterling (Bass), beide vormals bei Dad Maria aktiv, haben sich mit Jakob Ehmke (Schlagzeug) zusammengetan, um für sich neue Wege zu gehen und auch alte Fesseln abzustreifen.

So weit, so gut, oder auch nicht, denn wer einmal mehr auf dem puristischen Stoner-Pfad unterwegs ist, der wird sich bei Skythen dann gleich mehrmals umsehen  müssen, verbaut das Trio doch durchaus auch das eine oder andere Industrial-Element (darf man das eigentlich sagen?; Anm. d. Verf.)), rutscht auch mal gen Grenze zum Sludge, hat neben Alternative eben auch viel Doom im Groove-Thrash-Blut, was dann insofern eine gewaltige Mischung aufwirft, die es aber in sich hat.

Zwei Nummern stechen bei den gut 25 Minuten besonders heraus. Zum einen wäre das der sehr wuchtige Opener und Titeltrack „Silverowls“ mit leicht verfremdeten Vocals, die eine gewisse punkige Harcore-Note ausstrahlen, wobei es Skythen hier sehr gut gelingt, die oben aufgezählten Stile zu einem Ohrwurm ohne zuckersüße Kompromisse zu kanalisieren. Auf der anderen Seite wäre da der hart groovende, mit teilweise derbem Gesang ausgestattete Hammer „Eclipse“.

Mit „Wolvesrun“ präsentieren sie die wohl härteste Nummer der kompletten EP, sind wieder vermehrt auf dem Hardcore-Trip, was den Gesang betrifft, zwingen den Song aber in ein fettes Thrash-Stoner-Doom-Gemisch. Überhaupt blinzeln gerade immer wieder einzelne Groove-Thrash-Zutaten überdeutlich hervor, wie  bei „The Saint“, allerdings mischen hier auch reichlich Stoner-Anteile mit, wobei hier locker auch Prong als Referenz Einzug gehalten haben. Mit „Anthems“ dagegen kratzen sie locker am härteren Down-Gerüst und nähern sich auch stark dem Sludge an. Wer dann auch noch covert wie hier mit dem Metallica-Klassiker „Motorbreath“, der sollte dann dem Song das eigene Konzept überstülpen – und genau das machen Skythen, verdoooooomen sie doch erst einmal zwei Drittel des Songs und liefern ebenfalls im geschwinderen Part ordentlich Schmackes ab: Summa summarum bärenstark.

Ordentliches Dingen, was die Hamburger Skythen mit „Silverowls“ abgeliefert haben – hier wird nicht auf den Kantinenstammtisch gepocht, sondern ausführlich in anderen Küchen gewildert, sodass die EP eine feiste Mischung verschiedener Stile darstellt, aber wie aus einem Guss klingt. Da zahlt sich doch die Erfahrung aus, die man nun in dem neuen Trio zusammenwirft. Sollte man auf dem Schirm haben, wir sind auch gespannt, wie sich die Band live schlagen wird. Für den heimischen Gebrauch ist die EP auch für den Dauergebrauch sehr gut geeignet.

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