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Obituary, Holy Moses, Avatar im Konzert (Bochum 2008)

Etwas überpünktlich um 19:45 Uhr enterten die Göteborger Avatar die Bühne. Unglaublich aber war, ist dass gerade mal 60 bis 70 Leute in der Arena waren. Auch wenn es eine ¼ Stunde zu früh losging, so ist das doch schon recht frustrierend. Die Schweden ließen sich aber nichts anmerken und rockten das Publikum, als wenn die Halle voll wäre. „Schlacht“ war ein gelungener Opener, welcher aber wie auch die meisten folgenden Songs angesichts der großen Leere im Publikum verpuffte. Der Sound war eigentlich maximal als mittelprächtig zu bezeichnen, was der Stimmung natürlich auch nicht wirklich förderlich war. „All Which Is Black“ und „The End Of Our Ride“ hätten sicher mit einem klarer differenzierten Sound deutlich mehr überzeugt.

 

Ein ganz großes Lob muss man der Band für ihr Stageacting aussprechen. Ob nun die beiden Gitarristen und der Bassist als auch Sänger Johannes Eckerström, alle gaben sich zwar deathmetallike böse, aber sehr aktiv und beweglich. Cool war auch, dass dem Sänger keine Flaschen Getränke auszureichen schienen, denn er hatte sich einen 5 Liter Benzinkanister mit Auslaufschnorchel zurechtgestellt und nahm einige Züge des nicht erkennbaren Gebräus. Wirkte richtig cool. Aber zurück zur Musik, die harte geballte Ladung Melodic Death Metals konnte nun auch einige Zuschauer in die erste Reihe locken, welche der Band den gebührenden Respekt zollte.

Auch wenn das Songmaterial etwas unterging, die Show war gut und speziell der letzte Song „War Song“ konnte auch bei mir richtig punkten.

 

Setlist Avatar:

 

Schlacht

All Which Is Black

The End Of Our Ride

Slave Hive Meltdown

Bound To The Wall

All Hail The Queen

War Song

 

Nach fast halbstündiger Pause war es dann soweit für Holy Moses. Nach dem Reggaesong „Holy Moses“, der ja bei jeder Show den Beginn ankündigt, ging der Vierer mit „Master Of Disaster“ direkt in die Vollen. Und das Publikum war zum Glück inzwischen auch stark angewachsen. Die Stimmung stieg praktisch von einer zur anderen Sekunde. „In The Slaugtherhause“ und „Lost In The Maze“ gaben dann nochmal richtig Glut ins Feuer. Auch wenn mir die drei Jungs und das Mädel beim Battle of Metal besser gefallen hatten, so sah man bei diesem Gig das einzige Mal richtig Spaß auf der Bühne. Das Bassmonster Oliver Jaath sorgte mit seinem Acting für zusätzlichen Ansporn und riss auch relativ schnell Michael Hankel mit.

 

Sabina gab den Unterhalter und fragte, ob sich noch jemand an das schwule Video auf Tele 5 erinnern kann. Logisch, dass dann der Song „Life Destroyer“ dazu gezockt wurde. Das Publikum war voll dabei und feiert. Ob nun „Def Con II“ oder auch „End Of Time“ jeder Song traf den Nerv, vereinzelt kam es zu kleinen Moshpits. Als sich dann auch noch ein Geburtstagsheadbanger im Publikum rausstellte, verweigerte Sabina Classen allerdings das obligatorische Ständchen. Sie forderte eher zum Schwitzen auf.

 

Dann wurde es Zeit für „Finished With The Dogs“, welches vom ebenso genialen „Nothing For My Mum“ (hier leider ohne das Intro) nach kurzer Ansage gefolgt wurde. Dass Sabina eine richtig gute Show bietet, das weiß eigentlich jeder, der sie schon live bewundern durfte, und dies war auch heute nicht anders. Atomic Steif an den Drums wusste wie erwartet vollends zu überzeugen, auch wenn der Sound gerade mal auf einem guten Niveau lag. Immerhin besser als beim Opener. Mit „Summer Kills“ und „S.S.P.“ wurde dann auch schon das Ende eingeleitet. Leider war dann nach „Current Of Death“ und dem niemals in einem Liveset fehlenden „Too Drunk To Fuck“ schon nach einer ¾ Stunde Feierabend für Holy Moses. Man kann nur hoffen, dass die Band nach der Veröffentlichung des neuen Albums eine eigene Headlinertour mit mindestens doppelter Spielzeit durchziehen wird. Ja Sabina, dann ist Schwitzen angesagt.

 

Setlist Holy Moses:

 

Master Of Disaster

In The Slaughterhouse

Lost In The Maze

Life Destroyer

Def Con II

End Of Time

Finished With The Dogs

Nothing For My Mum

Summer Kills

Secret Service Project

Current Of Death

Too Drunk To Fuck

 

 

Dann wurde es nach über einer halben Stunde Zeit für den Headliner: Obituary. Und das Publikum war nun auch vollzählig erschienen, zwar war die Zeche in Bochum nicht ausverkauft, aber es machte doch einen gemütlichen gefüllten Eindruck. Der Sound wurde schon nach „Find The Arise“ wirklich gut und die Fans kamen richtig in Wallung. John Tardy und seine Mannen zockten ihr Material in erwarteter Qualität. Woran ich persönlich mich wohl aber nie gewöhnen werden kann, ist, dass die Musiker doch irgendwie immer recht gelangweilt und unmotiviert wirken.

 

Sei es drum, ob nun „Chopped In Half“ oder „ Turned Inside Out“, jeder Song wurde dankend vom Publikum verschlungen. Die US Metaller sind halt eine Klasse für sich und da ist man froh, sie so hautnah, es gab keinen Fotograben, zu erleben. Die Mixtur aus sehr langsamen und schnelleren Parts sorgte für einige Abwechslung und sobald es schneller wurde, war der Moshpit aktiv.

 

Der Set war mit viel neuem Material vom aktuellen Album gespickt, wobei mir speziell „Evil Ways“ sehr gut gefällt, das ist wirklich ein livehaftiges Groovemonster abgibt. Da blieb natürlich auch keiner im Publikum still stehen. Mann, mann, mann… nach nur gerade einmal 50 Minuten verlässt die Band schon die Bühne. Logisch, dass da „We want more, we want more“ Sprechchöre durch die Halle schallten. Und zu meiner Überraschung ging es dann mit einem eigentlich gelungenen Schlagzeugsolo von Donald Tardy weiter. So was bekommt man im Death Metal nicht sehr oft geboten. Ob das dann aber auch ins Geschehen passte, ist dann wieder jedem selbst überlassen, zu entscheiden.

 

Dem Drumsolo folgte ein kurzes Gitarrensolo, bevor es dann wieder in die Vollen geht. Aber das Beste hatte sich die Band für den Schluss aufgehoben, und zwar den Klassiker „Slowly We Rot“. Der bandeigene Gassenhauer vom Debut darf schon seit Jahren nicht mehr im Liveset fehlen. So wurde der doch recht kurze Gig zumindest mit einem großen Abschluss beendet. Das Publikum, welches wohl auf ca. 300 Nasen angewachsen war, war auf jeden Fall begeistert.

 

Setlist Obituary:

 

Intro

Find The Arise

On The Floor

Chopped In Half

Turned Inside Out

Threatening Skies

By The Light

Face Your God

Lasting Presence

Insane

Black Inside

Evil Ways

Drop Dead

Contrast The Dead

Stand Alone

Slow Death

Second Chance

Slowly We Rot

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