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Norrowon: Metaphysical Paradox

Modern Metal mit einigen starken Songs
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Erst 2020 gegründet, in einer Zeit, in der vermutlich die wenigsten es sinnvoll gefunden hätten, an eine Bandgründung überhaupt zu denken, und dann gerade mal ein Jahr später ein Album herausgebracht: So werden sich in Zukunft Pressemitteilungen der Stuttgarter Norrowon lesen. Mit „Metaphysical Paradox“ hat der Fünfer seine erste Platte in den Startlöchern, die im September erscheinen soll – allein mit dem bärenstarken Coverartwork hat die Truppe, die sich sichtlich dem Modern Metal verschrieben hat, ja schon mal alles richtig gemacht und ein halbes Zusatzpünktchen eingesackt, bevor man überhaupt einen Songfitzel gehört hat.

Auch wenn Modern Metal das erste Genre ist, an das man beim Anhören der Songs denken muss, so halten die Jungs doch noch einige andere Einflüsse für sich fest: Allein schon durch das Feature von Primal Fear-Fronter Ralf Scheepers bauen sich Norrowon eine stabile Heavy-Metal-Basis auf, gesanglich zeigt sich Fronter Oli relativ variabel zwischen rauen „Klargesang“ und derben Shouts, wobei auch mal klassischere Töne angeschlagen werden, die aber nicht immer hundertprozentig getroffen werden. Was den aggressiveren Stil angeht, ist der Mann aber eindeutig kein Anfänger und bewegt sich sicher durch die verschiedenen Stile.

Wie es sich für Modern Metal gehört, startet der ganze Spaß mit – einem Intro. Den Extraposten auf der Tracklist für „Sanity“ hätte man sich durchaus schenken können, dafür ballert der erste richtige Song „Awaken The God“ aber dann ordentlich durch die Lautsprecher und boxt sich mit derbem Geschrei und Gitarrengeschredder einen Weg ins Innenohr. Da ist Groove dabei, so darf es gerne weiter gehen.

Ein schöner Trick auch, zu Beginn von „Mania“ die Vocals so explodieren zu lassen, Nackenmuskeltraining geben die Jungs noch gratis obendrauf; da überrascht dann auch der klare Gesang im Refrain positiv, der deutlich zeigt, dass die Band sich auch in klassischeren Metalgebieten zuhause fühlt. Oli trifft hier jeden Ton auf den Punkt und sammelt so Fleißsternchen für die Endbewertung.

Überraschend, ja fast schockierend gut gefällt dann „Apophis & Maat“, die Kollabo mit dem Primal-Fear-Fronter, was vor allem deswegen so unverhofft kommt, da die Schreiberin dieser Zeilen nun nicht gerade für ihre Liebe zum Power Metal bekannt ist. Die Kombination der beiden recht unterschiedlichen Stimmen punktet aber ordentlich, zumal hier nicht auf die bekannten Modern-Metal-Zutaten verzichtet wurde, Scheepers sich aber profimäßig sehr gelungen einzufügen weiß.

Auch sonst verpacken Norrowon ihre technischen Qualitäten teils wirklich hervorragend: „Deliverance“ hat alles, was ein Modern-Metal-Song haben sollte und gerade „Firestorm“ groovt sich so richtig schön durch die Spielzeit, da ändern auch einige weitere Durchläufe nichts. Die von der Band benannten schwarzmetallischen Einflüsse gibt es dann tatsächlich bei „From Ashes“ auf die Ohren, zumindest was die Gitarrenarbeit anbelangt – problematisch wird es beim Gesang, der streckenweise doch sehr gepresst klingt und nicht zum restlichen Standard der Scheibe passt. „Pioneers Of Dreams“ bläst einem die Zweifel dann aber schon wieder aus dem Hirn, wobei man auch hier noch mal darauf hinweisen muss, wie hervorragend gerade auch die Gitarrenarbeit ausfällt, die ebenfalls wieder ein Black-Metal-Feeling aufkommen lässt und für ordentlich Verzweiflung sorgt. Oli sollte aber auch in diesem Track beim Aggro-Gesang bleiben; Totalausfälle gibt es aber gottlob keine zu vermelden.

Unter der Flagge des Modern Metal fahren ja mittlerweile derartig viele unterschiedliche Bands, dass man immer automatisch ein bisschen skeptisch ist – die Stuttgarter haben ihre Hausaufgaben aber gemacht und sparen sich peinliche Klargesang-Orgien und unnötige Electro-Spielereien. Danke erst mal dafür, nebenbei hat die Truppe auch noch einige richtig starke Tracks im Gepäck und ordentlich Spaß in den Backen, was sicherlich live auch noch mal eine Schippe Groove und Dynamik auf die Songs wirft. In den heimischen vier Wänden kommt „Metaphysical Paradox“ mit dem saustarken Cover aber auch so ganz gut weg – wenn noch ein bisschen mehr Geschrei auf die nächste Platte gepackt wird, kann es sich die Combo dann vielleicht sogar im oberen Zählerbereich gemütlich machen.

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