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Long Distance Calling, Château Laut im Konzert (Berlin 2008)

Long Distance Calling sind unbestritten die heißesten deutschen Newcomer der Post Rock-Szene. Von 0 auf 100 in weniger als einem Jahr. Zuletzt spielten sie auch bei Rock am Ring. Doch davor galt es, das schwerfällige Berliner Publikum noch einmal zu überzeugen, nachdem man ein paar Monate zuvor als Vorband von iLiKETRAiNS viele Sympathien einheimsen konnte. Das Magnet sollte den Rahmen stellen und die Berliner Château Laut den Abend eröffnen, der noch sehr, sehr lang werden sollte.

 

Die Berliner Konzertveranstalter von Octacle hatten geladen und mit einem respektabel gefüllten Club angesichts des geringen Eintrittspreises durften kurz nach neun Uhr auch die ersten Musiker die Bühne entern. Château Laut, ein durchaus passender Bandname, wenn man genauer die Töne untersucht, welche dort aus der Box dröhnen. Einerseits sanfte Melodien, die jedem Indie-Anhänger die Freudentränen in die Augen getrieben hätten, andererseits böse verzerrte Klänge, die wohl eher dem Noise Rock zuzuordnen wären. Also was finden wir? Einen Crash von laut und leise. Brachial gegen filigran, wobei die rauere Seite der Hauptstädter definitiv überwiegt. Doch eine Frage stellt sich mir trotzdem: Warum fängt der Lichttechniker erst an zu arbeiten, wenn der gemeine Fotograf seine Arbeit schon eingestellt hat, also gegen Ende des Sets? Aufgrund dieses Dilemmas sind kaum brauchbare Lichtbilder zustande gekommen. Schade, denn die Musiker haben auch durch ihre Körpersprache und Ausstrahlung den Sound unterstützt. Auf jeden Fall eine Band, die man im Auge behalten sollte!

 

Schnell wird umgebaut, denn die Zeit drängt. Um 23 Uhr muss die Band fertig sein, da der Club noch eine weitere Veranstaltung mit vier anderen Bands laufen hat. Auf die Videoinstallation verzichtet man an diesem Abend auch, weil der Club nicht die richtigen Voraussetzungen mitbringt, will heißen viel zu niedrige Bühne und Deckenhöhe. Aber wer braucht schon bewegte Bilder, wenn das Kopfkino viel besser arbeitet?! Long Distance Calling verstehen sich einfach zu gut darauf, eine nicht zu komplizierte Variante, zum Teil mit der Monotonie spielende Version des härteren Post Rocks vorzustellen. Die Samples und raren elektronischen Spielereien vervollständigen den eingängigen Sound, obwohl Erzeuger dieser Klänge, Reimut, heute leider nicht am Geschehen teilnehmen kann.

 

Die Münsteraner spielen fast das gesamte Debütalbum „Satellite Bay“ herunter und überraschen mit ihren acht Minuten-Kompositionen so manchen unvorbereiteten Konzertbesucher. Ein wenig kratzig wirkt der Klang an diesem Abend trotzdem, was der Stimmung aber keinen Abbruch tut. Negativ stößt lediglich die Tatsache auf, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil des Publikums meinte, sich mit natürlichen oder chemischen Hilfsmitteln das Bewusstsein erweitern zu hoffen schien. Weder auf das Rauchverbot wurde Rücksicht genommen, noch wirkte der Appell, sich doch besser der Musik hinzugeben. Ich für meinen Teil benötige keine Drogen, um von Long Distance Calling in andere Sphären getragen zu werden. Schön zu beobachten auch die homogene Masse an wackelnden Köpfen während der Schrammelpassagen.

 

Pünktlich um 23 Uhr verlassen Long Distance Calling dann die Bühne. Auch das Publikum ändert sich schlagartig, denn jetzt fängt die Emo-Nacht an. Geniale Musik, aber nicht die beste Location. Nichtsdestotrotz schreit das Ereignis danach, wiederholt zu werden. Die Münsteraner kann man nicht oft genug sehen. Nächstes Mal dann vielleicht auch mit neuem Material?!

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