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Insidious Disease: Presswerke weigern sich

Band verrät mehr zu den Zensurproblemen

Mehr als eine typische Death Metal-Blutorgie soll das neue Album "Shadowcast" der Extremmetaller Insidious Disease zu bieten haben. Presswerke weigerten sich allerdings, die kontroversen Texte sowie das Orginalartwork abzudrucken. Silenoz dazu:

„Es ist ziemlich faszinierend, dass auch im Jahre 2010 Artwork noch so erschreckend sein kann, dass Presswerke sich weigern, es zu drucken. Ich dachte immer, dass die Wirklichkeit im Vergleich zur Kunst eh viel furchterregender ist, aber ich glaube, dass ich mich geirrt habe! Mit solchen Zwischenfällen muss man scheinbar auch in der Metalwelt immer noch rechnen und wenn wir zensiert werden, weil wir die Wirklichkeit abbilden und menschliche Fehler durch unsere Texte und Artworks anprangern - dann ist es halt so!"

Weiterhin verrät Silenoz zum Konzept des Albums:

„Die Grundidee hinter „Shadowcast“ ist der Versuch, die „Aussätzigen“ in dieser Welt, die Missverstandenen, Geisteskranken und Perversen zu beschreiben, die unter uns wandeln. Vergewaltiger, Serienmörder, Pädophile, Nekrophile, Rauschgiftsüchtige usw. leben mitten unter uns, könnten unsere Nachbarn sein. Du selbst könntest einer von ihnen sein!
Niemand redet gerne über diese Tabuthemen, höchstens hinter verschlossenen Türen oder beim Psychiater auf der Couch. Wir fürchten diese Themen, weil wir oftmals nicht in der Lage sind, ihren Ursprung zu verstehen. Jeder Songtext versucht, sich den vielen Stereotypen der Ausgestoßenen anzunähern, denen wir in der heutigen modernen Gesellschaft begegnen und die wir lieber wegschieben und entsorgen, anstatt ihnen die richtige Hilfe und Unterstützung zukommen zu lassen. In einigen Ländern, in denen die Todesstrafe noch praktiziert wird, müssen Verurteilte Jahre, z.T. Jahrzehnte auf ihre Exekution warten. Das ist unmenschlich und hilft keinem. Probleme beseitigen, wegzuschieben, anstatt sie zu lösen, zeigt mal wieder – wir Menschen sind einfach Scheiße!
Die meisten Menschen, die unsere Texte lesen und die Booklet-Fotos sehen, denken wahrscheinlich sofort, dass es uns um das Verherrlichen von Gewalt und Hass geht. Aber wenn ihr zwischen den Zeilen lest, werdet ihr sehen, das Gegenteil ist der Fall.
Der Album-Titel „Shadowcast“ selbst hat eine doppelte Bedeutung. „Cast“ heißt zu Deutsch ja „Besetzung“ und die auf dem Album porträtierten Darsteller sind quasi Schauspieler im Schatten, im Dunkel, in unseren verdreckten Hinterhöfen. Wir wollen uns mit diesen Hinterhöfen nicht beschäftigen, denn das hieße, wir müssten Courage zeigen und uns mit Menschen beschäftigen, die wir als Abschaum abstempeln. Aber dennoch: Sie sind da, sie verstellen sich nur, um in der „normalen“ Welt nicht aufzufallen und werfen weiterhin ihren Schatten auf uns.“

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