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Coppelius, Punch'n'Judy im Konzert (Bochum, Januar 2012)

Das 19. Jahrhundert erhält Einzug in die Matrix


Immer im Mittelpunkt Butler Bastille

Immer im Mittelpunkt Butler Bastille

Coppelius

Nur mit einer Laterne kommt Bastille auf die Bühne und macht dort zur Musik des Nussknackers mit seinem Mikrofonwedel erst einmal die Bühne sauber. Als er den Lichtschalter der Lampe findet, sieht er auch endlich das Publikum, welches daraufhin begrüßt wird. Dann setzt er sich ans Schlagzeug, trommelt los und der Rest der Band betritt ebenfalls die Bühne. Da Bastille im Moment noch seinen Platz besetzt, hält Nobusama stattdessen ein Applausschild in die Höhe und das Publikum folgt seinem Aufruf. Dann legenCoppelius auch schon mit „Running Free“ los und rocken von Anfang an die Matrix. Max Coppella und Comte Caspar wirbeln mit ihren Klarinetten über die Bühne und Compte Caspar lässt es sich nicht nehmen, den Meter von der Bühne bis zum Publikum zu überbrücken und direkt mit ihnen zu feiern. 

Am Anfang noch in Zylinder und Jackett gekleidet, werden diese Kleidungsstücke schon bald abgelegt, denn es ist warm in der Matrix. Bastille ist sichtlich bemüht, die Bühne aufzuräumen und bringt alles Unnötige an die Seite. Nur Sissy Voss' Zylinder darf auf seinem Kontrabass thronen. Nach „Nachtwache“ ergreift Bastille das Wort und erklärt dem Publikum, dass Sissy Voss heute etwas angeschlagen sei, da er eine dicke Erkältung habe und dass deswegen am Ende wahrscheinlich ein paar mehr Leute krank seien. Sissy Voss ist aber, abgesehen von gelegentlichem Niesen und Naseputzen, musikalisch nichts anzumerken. Während bei „Urinstinkt“ alle vorne musizieren, stellt sich Bastille vor Nobusama und macht den Dirigenten. Auch sonst ist er immer in Bewegung. Ob das Aufräumen der Bühne, den Schweiß von der Stirn seiner Mitmusiker tupfen oder beim Headbangen - selten steht er nicht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. 

Es folgt „Gumbagubanga“, bei dem das Publikum aufgeteilt wird und jeweils nur eine Silbe des Titels sagen soll. Damit auch jeder weiß, was er zu singen hat, zeigt Bastille es auf einem Schild, während Compte Caspar dem Publikum das Zeichen für den Einsatz gibt. Nachdem die Aufgabe bestanden und das Lied gespielt ist, folgt sogleich „Escapade 1“, bei dem Bastille ein Bad im Publikum nimmt und mit ihnen tanzt. Dieses hat sichtlich Spaß und der Ruf eines Fans „Ihr seid die Besten“, lässt ein Lächeln auf den Gesichtern von Coppelius erscheinen. Doch jetzt ist erst einmal Ruhe, denn die Instrumente müssen für „1916“ gestimmt werden. Compte Caspar zündet eine Kerze an und gibt sie ins Publikum. Die Kerze wandert von Person zu Person und da jemand auch Kerzen mitgebracht hat, sind es plötzlich drei, die bei dem ruhigen Lied durch die Reihen wandern, bis sie von ihm wieder eingesammelt und gelöscht werden. 

Fast schon metallische Klänge ertönen bei „Operation“ und Sissy Voss und Graf Lindorf leisten ganze Arbeit an den Saiten. Da Bastille beschäftigt ist, übernimmt ein Mann mit Fliegerbrille die Versorgung der Band mit Getränken. Die soeben gereichten Getränke werden von Compte Caspar direkt an das Publikum verfüttert. Seinen Kelch leert er zumindest in diversen Kehlen in den vorderen Reihen. Beim nächsten Stück, das allen Damen im Saal gewidmet ist, entblättert Bastille seine weiße Rose, die vorhin auf die Bühne geworfen wurde. Die Blütenblätter werden ins Publikum geworfen und in den letzten Rest beißt er selbst rein, um alles im hohen Bogen wieder auszuspucken.

Da selbstbeschriftete Schilder bei Coppelius zum ständigen Inventar gehören, wird auch bei „Coppelius Hilft“ wieder eins hervorgeholt. Compte Caspar hilft dem Publikum bei Mitsingen auf die Sprünge, indem er selbst jedes Mal beim Wort „Hilft“ mit dem Schild in die Höhe springt. 

Auch Nobusama, der sich überwiegend hinter seinen Schlagzeug versteckt, bekommt sein Solo und damit es jeder mitbekommt, wird noch schnell ein Schild mit der Aufschrift „Solo“ daneben gestellt. Bastille beendet dies bei absoluter Ruhe mit einem Schlag auf der Triangel, dem tosender Applaus folgt.

Nach „Handschuh“ verabschieden sich Coppelius von der Bühne, aber nicht ohne noch drei Zugaben zu geben und das Konzert mit dem ruhigen „Ade Mein Lieb“ zu beenden.

Setlist: 

  • Running Free
  • Der Advokat
  • Risiko
  • Nachtwache
  • Morgenstimmung
  • Urinstinkt
  • Gumbagubanga
  • Escapade 1
  • Klein Zaches
  • 1916
  • Diener für 5er Herren
  • Rightful King
  • Operation
  • Charlotte the Harlot
  • To My Creator
  • Coppelius Hilft
  • Ma Rue A Moi
  • Time-Zeit
  • Handschuh
  • Transylvania
  • Habgier
  • Ade Mein Lieb
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