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Zodiac, RavenEye, Honeymoon Disease im Konzert (Hamburg, September 2016)

Gelungener Tourauftakt im Molotow

Frauenpower satt kredenzen Honeymoon Disease.

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Ungewöhnlich heiß war der September bislang – Temperaturen zum Teil jenseits der 30-Grad-Marke sollten für einen wieder mal mehr als enttäuschenden Sommer wohl spät entschädigen. Pünktlich zum Tourstart von Zodiac fällt der Thermometeranzeiger jedoch wieder und erstmals seit vielen Tagen regnet es auch wieder ausgiebig. Wie ein Fingerzeig darauf, dass die Festivalsaison vorbei ist und die Clubsaison nun in eine neue Runde geht. Das Münsteraner Hard-/Blues-Rock-Quartett hat seine vierte Studiolangrille innerhalb von fünf Jahren im Gepäck – „Grain Of Soul“ rockt merklich härter als sämtliche Vorgänger und man darf davon ausgehen, dass sich dies auch auf die Bühne übertagen wird, wo der Vierer allerdings schon seit Bestehen stets mehr Arsch getreten hat als auf Konserve.

Bevor dies herausgefunden werden kann, gilt es aber noch, die beiden Supportacts Honeymoon Disease und RavenEye auszuchecken.

Honeymoon Disease

Die Schweden waren bereits Ende des letzten Jahres in Hamburg vorstellig – damals als Unterstützung für Avatarium und The Vintage Caravan. Mit zwei Gitarristinnen, die auch für den Gesang zuständig sind, ist klar, wie hier die Rollen verteilt sind. Die beiden ordentlich tätowierten Frauenzimmer kommen tougher rüber als so mancher ach so harte männliche Rocker, ohne dass es lächerlich und aufgesetzt wirken würde, vor allem weil die Truppe erkennbar einfach nur eine gute Zeit auf der Bühne hat und ohne große Umschweife frisch und frei von der Leber weg jede Menge Tritte in den Allerwertesten verteilt.

Um halb acht, als die Show eigentlich erst beginnen sollte, sind die zwei Mädels und ihre beiden Kompagnons offensichtlich schon seit geraumer Zeit auf den Brettern (es ist immer dasselbe, ständig wird sich nicht an festgelegte Uhrzeiten gehalten), auf jeden Fall befindet man sich mitten im Set, der Schweiß scheint im kleinen Molotow mit seiner relativ niedrigen Decke, die in Form von daran angebrachten Vinylscheiben im Übrigen sehr cool dekoriert ist, bereits von oben herabzutropfen und von der Bühne weht einem drahtig-fetter Rock’n’Roll entgegen.

Natürlich könnte es gerne bereits ein bisschen voller sein, aber dass der Großteil der Anwesenden Bock auf breitbeinigen, rotzigen High-Energy-Rock hat, ist schon zu diesem Zeitpunkt zu spüren. Mag sein, dass Honeymoon Disease nicht mit superoriginellem Songwriting, wahnsinnig kreativen Einfällen und technischen Kabinettstückchen aufwarten können – aber dafür ist die Truppe ebenso kurzweilig wie authentisch und Spaß und Spielfreude versprüht sie allemal.

Um viertel vor acht, als meine Wenigkeit gerade mal seit gut fünfzehn Minuten anwesend ist, findet der Zauber schon gleich wieder sein Ende. Doch auch wenn hier dreisterweise mal wieder einfach früher begonnen wurde und dieser Bericht daher nicht mit Vollständigkeit glänzen kann: Als die Skandinavier die Zuschauer mit ihrem letzten Song in die Pause entlassen, sind die Fans der Flitterwochenerkrankten sichtbar zufrieden, alle anderen haben zumindest die Bekanntschaft einer sehr sympathischen Formation machen dürfen.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann