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Zodiac, Jay Smith im Konzert (Hamburg, Oktober 2014)

Hervorragende Zwei-Stunden-Performance für nur 15 Euro

Zodiac starten voll durch: Das dritte Album im dritten Jahr hintereinander, „Sonic Child“ ist jüngst erschienen und wird gleich mit der ersten Headlinertour der Band gewürdigt. Die Jungs haben den Großteil ihrer Europa-Rundreise bereits hinter sich; als man am Tag der Deutschen Einheit in Hamburg aufschlägt, ist dies bereits das drittletzte Konzert hierzulande. Anfang des Jahres waren die Münsteraner schon einmal in der Hansestadt, da allerdings noch im Schlepptau von Grand Magus und Audrey Horne. Dieses Mal dürfen sie also selbst die Hauptrolle übernehmen und wer um die Livequalitäten dieser Combo weiß, dürfte sich kaum Sorgen darüber gemacht haben, dass da irgendetwas schiefgehen würde.

Jay Smith

Bevor der Vierer jedoch die kleine Bühne im niedlich-urigen Rock Café St. Pauli betritt, darf als „Vorband“ noch ein schwedischer Sänger namens Jay Smith ran. Der Bursche tritt ganz alleine an, ohne Begleitband, nur mit Akustikgitarre und seiner Stimme ausgestattet. Vor so etwas darf man schon mal generell Respekt haben; als Supportact hat man es eigentlich nie leicht, doch wenn man dann auch noch vor einer größeren Menge, die darauf wartet, richtig schön zu saftigem Bluesrock abzufeiern, antreten muss und dabei ein reines Akustikset durchzieht, gehört schon ein gewisser Mut dazu.

Smith hat trotz seiner erst 33 Jahre bereits eine bewegte Vergangenheit hinter sich: Er gewann 2010 überraschend die Castingshow „Swedish Idol“, hatte danach massive Drogenprobleme, schaffte es aber trotzdem immerhin, zwei Full-Length-Alben zu veröffentlichen, das zweite gerade erst in diesem Jahr. Seine Stücke sind melancholisch, manchmal vom textlichen Inhalt geradezu deprimierend, den Großteil des Publikums heute Abend scheint dies jedoch sehr anzusprechen. Der kleine Club ist jetzt bereits ordentlich gefüllt, sodass man sich schon mal bang die Frage stellt, ob man den Erfolg von Zodiac bei der Tourplanung vielleicht unterschätzt hat und nicht lieber einen größeren Laden hätte buchen sollen.

Jay Smith kann es egal sein, er holt sich verdienten Applaus ab, denn seine Songs gehen zu Herzen und wirken sehr ehrlich. Außerdem hat er eine angenehm raue Stimme, die ein bisschen wie eine Mischung aus Layne Staley (R.I.P.) und Chad Kroeger klingt. Asche auf mein Haupt für den Vergleich mit letzterem, aber die Ähnlichkeit ist nun einmal da, auch wenn Smith deutlich mehr Eier besitzt. Eine Dreiviertelstunde sitzt der Barde, bewaffnet mit seiner Gitarre, auf einem Barhocker und trägt mit Leidenschaft und meist geschlossenen Augen kleine, authentische und durchaus berührende Geschichten vor, bevor die Hauptband das Heft des Handelns in die Hand nimmt – schön zu sehen, dass bei diesen fürchterlichen Castingformaten hin und wieder tatsächlich mal etwas Brauchbares mit Talent auftaucht.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann