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Youth Roxx im Konzert (Oktober 2010)

Ein rundum gelungener Abend

Für LemonAid waren wohl zu wenige Romantiker anwesend

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Besonders viel ist noch nicht los, als die Pflastermühle Ladenburg um 19 Uhr ihre Tore öffnet. Kein Wunder - spielen doch zeitgleich die Nu Metaller KoRn in Mannheim, was sicherlich viele Schwarzgekleidete anzieht. Dabei ist heute ein besonderer Abend: Die Newcomerkonzertreihe „Youth Roxx“ feiert nämlich ihr zehnjährigen Jubiläum und hat einige Überraschungen in petto – unter anderem gibt es den nach vier Jahren Bühnenabstinenz lange überfälligen Reunion-Gig der Punkrocker About Face, die die „Youth Roxx“-Reihe mit auf die Beine gestellt haben. Wenn das kein Grund ist, die müden Knochen zu erheben und sich in die gemütliche Location zu begeben, dann weiß ich auch nicht. 

Lokale Prominenz gibt es heute nicht nur auf, sondern auch hinter der Bühne – Mitveranstalter Rainer ist seines Zeichens nämlich auch noch Sänger der im Umkreis sehr bekannten Four Sided Cube, Hauptsponsor ist das geschätzte The-Pit.de-Redaktionsmitglied JuLe mit ihren Fokus Eventphotos; man sieht, nicht nur die skandinavische Musikszene neigt zu inzestuösen Verbindungen über tausend Ecken, auch hier kennt jeder irgendwie jeden. Umso verwunderlicher ist es, dass es nicht einmal 100 Nasen schaffen, dem Konzert beizuwohnen – dabei haben vor allem About Face in der Vergangenheit durchaus schon größeres Publikum angezogen. Das macht aber nichts, „klein aber fein“ ist hier die Devise, die den Abend bestimmen soll.

Bad Image Company

Die drei Jungs der Bad Image Company können ihren Status als Geheimtipp bald hinter sich lassen, zumindest nach der recht euphorischen Zuschauerreaktion zu urteilen. Immerhin eine Handvoll Fans mit Bandshirts haben sich vor der Bühne eingefunden, zusätzlich der neugierigen Schaulustigen, die sich weiter hinten im Raum postiert haben. Damit, man mag es glauben oder nicht, hat die Company das zahlenmäßig konstanteste Publikum des Abends – und das als absoluter Newcomer. So muss das laufen! Entsprechend motiviert starten die Jungs mit „Friday Night Patrol“ den Abend, das vor allem durch seine Tempowechsel gegen Ende zum fröhlichen Headbangen einlädt. Von Bewegung ist zwar beim Publikum noch nicht viel zu sehen, aber der Abend ist ja noch jung und immerhin kann das Trio gefälliges Kopfnicken und Beifall von allen Seiten einfahren.

Bei dem neuen Stück „Conscience-Stricken“ darf auch Bassist Jonas zumindest zeitweise endlich ans Mikro und er macht seine Sache überraschend gut – überhaupt wirkt der Tieftonbändiger viel entspannter als beispielweise noch beim Garden Of Pain und schüttelt sogar mehrfach sein engelsgleiches Haupthaar. Wunderbar ist es, wenn man eine Band sieht, die soviel Spaß auf der Bühne hat. Bei „Fuck The Police“ hat auch endlich Drummer Daniel seinen Auftritt, der nicht nur mit einem Megaphon bewaffnet zum Anarcho-Stück aufrufen darf, sondern nebenbei auch noch eine großartige Performance hinlegt. Meiner Vermutung nach rauft sich Rainer während des kompletten Stücks die Haare, weil die Megaphon-Sirene schätzungsweise fünf Kilometer weiter noch zu hören ist, aber die Leute haben Spaß und das ist das Wichtigste. Balladesk geht es mit „Think About“ weiter; hier schwankt Max’ Stimme ein klein wenig, aber der Kerl ist sowieso mehr zum Schreien und Rocken gemacht, daher verzeiht man ihm diesen kleinen Ausrutscher. Apropos Ausrutscher: Wer auch immer das Drumset aufgebaut hat, sollte öffentlich an den Pranger gestellt werden – im Laufe des Gigs zeigen zwei Mikrophone suizidale Tendenzen, indem sie sich immer mal wieder zu Boden stürzen. Da hilft es auch nichts, dass Stonevice-Sänger Betinho auf die Bühne hechtet, um das Missgeschick zu beheben.

Obwohl der Zeitplan verdammt straff gehalten ist, mogeln die Jungs nach dem gefeierten „Suey Su’s Suicide“ mit „Drunk And Alone“ noch den absoluten Abräumer als Zugabe in die Setlist. Wieder wird der Refrain von der ersten Reihe mit Mikrophonunterstützung mitgegröhlt und die Band kommt aus dem Grinsen fast nicht mehr raus. Nach knapp 40 hitverdächtigen Minuten ist dann leider Sense und die Bühne wird freigemacht für die, die da noch folgen mögen.  

Setlist:

Friday Night Patrol

Conscience-Stricken

Bad Losers

Fuck The Police

Think About

Suey Su’s Suicide

Drunk And Alone

 

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