Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Wolves In The Throne Room, Wolvserpent im Konzert (Hamburg, November 2011)

Black Metal zum Wohlfühlen

Wolves In The Throne Room sorgen für ein reichlich gefülltes und ausverkauftes Hafenklang

Zum Thema

Wolves In The Throne Room

Nach einer kurzen Umbaupause betreten die Headliner Wolves In The Throne Room, die keinen Bassisten dabei haben, die Bühne. Ähnlich wie bei Wolvserpent ist die Bühne sehr sparsam ausgeleuchtet. Für das passende Ambiente sorgen mehrere Gaslampen. Das Bühnenbild ist geprägt von drei großen Backdrops (Motive: Wolf und Eule) sowie reichlich Nebel.

Die 2003 von den Brüdern Nathan (Gitarre, Vocals) und Aaron Weaver (Drums) gegründete Band aus Amerika geht ideologisch einen anderen Weg als viele Black Metal Bands. Statt reichlich Hass in allen Bereichen predigen Wolves In The Throne Room Naturverbundenheit und gehen textlich eher friedliche Wege. Im Gegensatz zu vielen Black-Metal-Kollegen vertreten sie die dargebotene Einstellung nicht nur auf der Bühne, sondern auch privat. So Leben Wolves In The Throne Room in einer Art Hippie-Kommune in den Wäldern von Washington und versorgen sich weitgehend autark. Durch die strikte Auslebung ihrer alternativen Lebensweise scheinen sie viele Leute zu faszinieren. Dies zeigt sich auch am breitgefächerten Publikum. Vom Flanellhemd-tragenden Dreadlock-Haarpracht-Besitzer über den unscheinbaren Normalo bis hin zum Black-Metal-Elite-Krieger - Wolves In The Throne Room hat sie alle.

Wie dem auch sei, Wolves In The Throne Room betreten ohne ein Wort die Bühne und leiten ihr Set mit dem Lied "Thuja Magus Imperium", dem Opener ihres kürzlich erschienenen vierten Albums "Celestial Lineage" und ziehen ihr Publikum sofort in ihren Bann. Die monotone, sphärische Musik schafft in Verbindung mit dem ganzen Nebel eine hypnotisierende Wirkung. Zusätzlich schwint ein Roadie eine Art räuchernde Wurzel (oder ähnliches), sodass ein intensiver Geruch von Räucherstäbchen den Raum durchzieht.

Überhaupt gleicht der Auftritt einem Ritual, das mehrfach von einem komischen Typen, der seine Pfoten nicht bei sich behalten kann und stattdessen jedoch permanent am Mikrofonständer von Nathan rumgefingert, gestört wird. Sänger Nathan läßt sich davon jedoch nicht beirren und nach einigen Tritten und einem liebevollen Schlag in die Fresse ist dann auch wieder Ruhe im Karton. Vorsichtshalber stellt sich aber ein Securitymann vor den scheinbar etwas zu sehr berauschten Störenfried.

Die Setlist konzentriert sich auf ihr neustes Album sowie das allseits beliebte "Two Hunters" (2007). "Ahrimanic Trance" ist das einzige Lied, was sie aus ihrer letzten Scheibe "Black Cascade" spielen. Ihr Debütalbum "Diadem Of 12 Stars" (2006) kommt gar nicht erst zum Zug. Bedingt durch die Tatsache, dass der Bass vom Band kommt, istder Sound etwas dünn, kann aber dennoch überzeugen.

Ein kleiner Blickfänger sind die blauen an den Gitarren angebrachten Lichter. Der Gastgitarrist Kody Keyworth fügt sich homogen in das Wolfsrudel ein. Zur Stimmung lässt sich sagen, dass die Band ähnlich wie der Opening-Act eine meditative Athmosphäre zu schaffen vermag, sodass viele Leute im Publikum einfach die Augen schließen und die Musik genießen. Nach über einer Stunde ist der Auftritt dann auch vorbei. Mit einem schüchternen "Thank you" verabschiedet man sich von den Zuschauern.

Ein gelungener und stimmungsvoller Abend geht zu Ende. Mit der Wahl der Vorband beweist man ein glückliches Händchen, da sie nicht nur namentlich, sondern auch von der Athmosphäre her zu Wolves In The Throne Room passen, auch wenn sie musikalisch sehr langatmig sind.

Großer Dank geht an dieser Stelle nochmal an Andreas vom Label, ohne den wir wohl in letzter Minute nicht mehr ins ausverkaufte Hafenklang gekommen wären.

Seite
  • 1
  • 2
comments powered by Disqus

Sieben Alpha-Hein-Mücks

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen