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Wolves In The Throne Room, Incantation, Stygian Bow im Konzert (Hamburg, Oktober 2022)

Atmosphärisch klasse, aber etwas kurz

Musikalisch stark, aber mit sehr kurzer Setlist: Wolves In The Throne Room

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Wolves In The Throne Room

Nachdem die Umbaupause zwischen den ersten beiden Bands lediglich eine gute Viertelstunde benötigte, muss man sich diesmal mit einer etwas längeren Wartezeit abfinden, in der die ohnehin schon zurecht umstrittenen Burzum laufen – und noch dazu mit dem sterbenslangweiligen Ambientgeplänkelstück „Rundgang um die transzendentale Säule der Singularität“. Und als es dann endlich dunkel wird, dauert das Intro, bis die Jungs schließlich die Bühne betreten und loslegen, eine gefühlte Ewigkeit. Dann wird’s dafür aber richtig geil: Passend zum Spirit dieser außergewöhnlichen Truppe werden im Prinzip bis auf ein „Move forward“ und ein „Thank you“ nach dem ersten Song keine Ansagen vollzogen, stattdessen gehen die Stücke meist ineinander über bzw. werden durch Soundeinspielungen wie knisterndes Feuer und ähnlichem verknüpft.

Apropos Sound: Am Anfang ist das Schlagzeug zwar noch ein wenig zu dominant, doch schnell pegelt sich alles ein und ab da ist das Konzert nur noch ein rauschhaftes Erlebnis. Logischerweise geht es nicht so ab wie etwa bei Incantation – eher lauschen die Fans recht gebannt (und es wird amüsanterweise sogar einer ausgezischt, der bei einer ruhigen Passage redet), aber von mieser Stimmung kann trotzdem keine Rede sein. Man gibt sich den zumeist überlangen Songs hin und genießt einfach nur, was ein bisschen an die Auftritte der seligen The Devil’s Blood denken lässt. Minus Satanismus versteht sich, denn damit haben die Naturalisten von Wolves In The Throne Room bekanntermaßen nichts am Hut. Wenn man jetzt noch Feuer an den Seiten der Bühne hätte, wäre die Atmosphäre perfekt, aber das dürfte aus Brandschutzgründen wohl eher nicht drin sein. Trotzdem hat das Ganze ähnlich wie TDB den Charakter einer Zeremonie. Mit anderen Worten: Hier wird mal wieder deutlich, warum es eben nicht dasselbe ist, vor Ort auf einem Konzert zu sein oder sich zu Hause eine Live-Blu-ray reinzuziehen.

Die Wölfe, bei denen sich die Saitenfraktion aus zwei Gitarren und Bass den Gesang aufteilt, starten mit dem eröffnenden Doppelpack „Mountain Magick“/„Spirit Of Lightning“ vom aktuellen Album „Primordial Arcana“, auf dem sie ja etwas kompakter vorgehen als bei den meist ausufernden Kompositionen der Vorgänger, um dann mit „Angrboda“ und „Prayer Of Transformation“ längere Nummern nachzuschieben. Das Highlight bildet allerdings das zwanzigminütige „I Will Lay Down My Bones Among The Rocks And Roots“ vom 2007er Werk „Two Hunters“ – was für eine grandiose Achterbahnfahrt.

Dass danach bereits Schluss ist, enttäuscht allerdings dann schon. Der Auftritt war ja wirklich geil und nur eine Stunde als Headliner zu spielen, grenzt eigentlich an eine Unverschämtheit. Dabei hätten die Amis ja eigentlich nur einen oder vielleicht zwei Songs mehr spielen müssen, um auf die standardmäßige Mindest-Headlinerzeit von 90 Minuten zu kommen. Material ist ja genug vorhanden. Trotzdem scheint bei den meisten Leuten die Freude über einen ansonsten tollen Auftritt und überhaupt einen tollen Abend zu überwiegen; über mangelnde Kundschaft am Merchstand können sich WITTR ganz sicher nicht beschweren.

Setlist:

Mountain Magick
Spirit Of Lightning
Angrboda
Prayer Of Transformation
I Will Lay Down My Bones Among The Rocks And Roots

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