Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

With Full Force Festival 2011

Selbst technische Probleme und Regen konnte nur den wenigsten die Laune verderben

Bring Me The Horizon

Man kann von Bring Me The Horizon halten, was man will – eine große und hübsche Fangemeinde haben die fünf Bubis aus Amiland definitiv. Viele von ihnen (ob Männlein oder Weiblein) schwebten immer noch leicht auf Wolke Sieben, da die Band zuvor eine Autogrammstunde inkl. vieler Fotos gab. Den With-Full-Forcer erwartete nun eine energiegeladene Show mit geballter Metalcore- und Deathcore-Power. Etwas voreingenommen ging der Nicht-Bring Me The HorizonFan an die gut besuchte Mainstage. Hörte man doch im Vorfeld, dass die Band angeblich eine grottenschlechte Liveband wäre und sowieso – warum sind die eigentlich bloß so jung, erfolgreich und kommen verdammt nochmal so gut bei der Damenwelt an? Da wird man doch glatt neidisch.

Bring Me The Horizon enterten nach und nach die Bühne, Jonas Mikroständer zierte eine Neuseelandflagge, Lead Gitarrist Lee kam mit Heaven Shall Burn-Hoodie auf die Bühne und zuletzt stolzierte Sänger und Schwarm aller Mädels Olli „Oli“ Sykes auf den With-Full-Force-Boden und trug ein Shirt der Death-Metal-Legende Death. „What’s up?!“ rief der schmächtige Schönling in die Menge und schon eröffnete man die Show mit „Alligators Blood“ aus ihrem aktuellen Album. Bereits nach wenigen Sekunden forderte Herr Sykes „Circlepit! Circlepit!“ und die aufgeregte Masse tat, was man ihr befahl. Äußerst überrascht von der gewaltigen Power, die von der Bühne in das Publikum geschleudert wurde, fängt man plötzlich an, den Worten des Frontgröhlers Folge zu leisten, und nachdem er „Jump! Jump! Jump!“ fordert, fragt man sich, während man in der Luft ist, nur noch: Wie hoch, Oli, wie hoch?

Anschließend folgte der All-Time-Kracher „Diamonds Aren’t Forever“ vom zweiten Album „Suicide Season“, „Fuck“ aus ihrer aktuellen Scheibe motivierte sowohl die Band als auch die Fans dazu, den Stinkefinger in die Luft zu strecken, im Pit ging es bereits wie bei fast keiner anderen Band zuvor ab, die erste Wall Of Death stand auf dem Menü der Bring Me The Horizon-Speisekarte. Man muss wirklich zugeben, dass die Damen und Herren in der Crowd wussten, wie man Spaß hat und das merkte die Band und zeigte sich von ihrer besten Seite. Entgegen aller Gerüchte lieferten die Briten eine enorm gute Performance mit einer abwechslungsreichen Setlist ab. Auch die Stimme von Oli gab den Geist nicht auf, am heutigen Tage wurde jeder Hasser der Band schwerstens enttäuscht. Nach „Crucify Me“ aus ihrem aktuellen Album, folgte „Football Season Is Over“. Als Überraschungsgast tauchte kein geringerer als "JJ Peters", Frontmann von Deez Nuts, auf die Bühne und staunte nicht schlecht, als die Fans zum gefühlten dreiundfünfzigsten Mal eine Wall Of Death starteten. Nachdem dieser sich verabschiedete, wurden ruhigere Töne angeschlagen, bei „Blessed With A Curse“ forderte der Frontgröhler die textsicheren Fans auf, mitzusingen, was zu Beginn nicht ganz zu klappen schien. Doch der Bring-Me-The-Horizon- Stehaufmännchen-Fan rappelte sich wieder auf und sang letztendlich so laut er konnte mit. Bei „Anthem“ hielt der gute Oli die Security ordentlich auf Trapp. So forderte der junge Mann die Fans zum Crowdsurfen auf und bis an die Bühne zu kommen. Dort erwarteten den Megafan die heiligen Hände des Frontmannes, er hatte anscheinend Laune, High-Fives zu verteilen. Das ließen sich die Fans nicht zweimal sagen, so surften Unmengen an Menschen auf den Köpfen der Fans praktisch direkt in Olis Hände. Bei „It Never Ends“ gröhlten die Fans insbesondere beim Refrain nochmal ordentlich mit. Die Show schien auf ihrem gewaltigen Höhepunkt zu sein – Fannähe, toller Sound, glückliche Gesichter auf beiden Seiten – was fehlt denn noch? Richtig, irgendjemand sollte erneut kurz vor Schluss sein Leben aufs Spiel setzen. Das oder so etwas Ähnliches dachte sich wohl der seit 2009 als Gitarrist und Teilzeit-Keyboarder anwesende Jonas Weinhofen (welcher übrigens Manager der Death-Metal-Band The Red Chore war, Mitgründer der mittlerweile aufgelösten Band I Killed The Promqueen und immer noch aktiv bei Bleeding Through ist) und kletterte ohne jede Sicherung das Gerüst an der Bühne gen Himmel empor. Der Regen, der im Übrigen auf das Gerüst klatschte, machte die Sache nicht ungefährlicher, doch sah es so aus, als würde er wissen, was er da tat. Nachdem er anscheinend die Luft und den Ausblick von oben genoss, kletterte der lustige Stuntman wieder runter. Während er so vor sich hin kletterte, entertainte Oli die Masse und forderte sie auf, sich hinzusetzen. Ein Großteil saß oder hockte zumindest auf dem Boden, „This is going to be fun!“ prophezeite der Prophet.

Als Jonas wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen war, spielte man den letzten Song „Chelsea Smile“ weiter, bei "drei" sprangen alle Sitzenden hoch und das Festival glich einem Erdbeben. Der Auftritt der fünf Jungs war nun fast zu Ende, man verabschiedete die Band unter tosendem Applaus. Großartige 50 Minuten gingen wie im Fluge vorbei, die anfängliche Skepsis über die Band wurde binnen weniger Minuten über Board geworfen. Die wirklich sympathische und gar nicht mehr so junge Band hat heute allen gezeigt, wo der Hammer hängt und lieferte einen 1A-Auftritt ab - wer danach aber immer noch maulen musste, dem konnte man wirklich nicht mehr helfen.

Setlist:

  • Alligator Blood
  • Diamonds Aren't Forever
  • Fuck
  • Crucify Me
  • Football Season Is Over
  • Blessed With a Curse
  • Anthem
  • It Never Ends
  • Chelsea Smile
Seite
comments powered by Disqus

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin