Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

With Full Force Festival 2011

Selbst technische Probleme und Regen konnte nur den wenigsten die Laune verderben

Skindred

Zum zweiten Mal an diesem Tag fand nun der Soundcheck für Skindred statt. Dieses Mal versuchte die Band ihr Glück nicht auf der Mainstage, sondern im Zelt, welches bereits gut gefüllt war. Gründlichst spielten die Roadies die Instrumente ein, checkten jedes Kabel, jedes Mikrofon und ließen sich enorm viel Zeit bei der Sache - noch so ein Fauxpas wie zuvor durfte nicht passieren. Es kristallisierte sich heraus, dass einer der Soundcheck-Herren eine enorm schöne Stimme besaß und lauthals in das Mikrofon sang. Das Party-Publikum war sehr überrascht und feierte den unbekannten Mann mit tosendem Applaus. Nach dem kleinen "Vorglühen" folgte der Auftritt, auf den man so lang gewartet hatte. Mit einem anderen Outfit (spacig im silbernen Anzug, silberner Hose und Zylinder) hoppelte Benji auf die Bühne. Nach „Stand For Something“ aus ihrer dritten Platte „Shark Bites And Dog Fights“ ging es nochmal richtig ab.

Das Publikum wurde aufgefordert zu tanzen und tat es mit voller Leidenschaft. Benji entertainte die Zuschauer durchgehend, was allen Anwesenden zu gefallen schien. Man lauschte gespannte den Fragen des Frontmannes. "Where are the metalheads?!", rief er und die Masse gröhlte los. Jeder, der seines Erachtens nicht genügend Tanzen und Mitmachen würde, wurde von ihm von der Bühne angesprochen und aufgefordert, sich doch mehr zu bewegen (was man dann selbstverständlich auch tat). Er spaltete das Publikum und wollte wissen welche Seite denn die lautere wäre, befahl den Leuten zu hüpfen und freute sich wie ein Keks, als er sah das wirklich jeder im Zelt Spaß hatte und seine Forderungen befolgte. Höhepunkt der Performance war wohl der "First With Full Force Robo-Dance". Nun wollte Sänger Benji die Anwesenden den berühmt berüchtigten Roboter-Tanz machen lassen und die feierwütige Menge warf alle Scham über Board und tat, was man ihr sagte. Nachdem er auf der Bühne vortanzte und zeigte, aus welchem Holz er geschnitzt war, tat das Publikum ihm gleich.

Nach circa 50 Minuten war diese tolle Show leider schon vorbei. Man kann sich ausmale,n was es für ein Schauspiel gegeben hätte, wenn Skindred diese Show auf der Mainstage mit einem noch größeren Publikum gemacht hätte. Trotzdem war dieser Auftritt wohl der spaßigste Auftritt an diesem so regnerischen Sonntag. Skindred haben live alles gegeben und eine mehr als glückliche Meute zurückgelassen.

Das With Full Force Festival bot dieses Jahr mal wieder ein abwechslungsreiches Billing. Die technischen Probleme an der Mainstage störten nur die wenigsten - das lag wahrscheinlich auch daran, dass sich die Bands, die davon betroffen waren, nicht davon unterkriegen ließen und trotz der Unterbrechung(en) dem Publikum zeigte, dass sie mehr oder weniger alles unter Kontrolle haben würden. Obwohl sich im Laufe der Jahre die Musik eher vom Metal zum Hardcore/Metalcore gewandelt hat, bleibt das Festival für jeden harten Dude und jede harte Dudette ein Festival zum Feiern. Es gab keine großen Zwischenfälle, in der Regel lief alles sowohl auf dem Campingground, als auch auf dem Festivalgelände friedlich ab. Auch ist abschließend zu sagen, dass die Preise auf dem With Full Force wesentlich humaner sind als auf anderen Festivals. Angefangen beim Ticket, bis hin zum großen Essensangebot und dem Bier (0,4l - 2,50 Euro). Pleite werden konnte man höchstens nur an den zahlreichen Merch- und (gut sortierten) CD-Ständen. Auch muss man erwähnen, dass die Damen und Herren an den bezahlbaren Toiletten und Duschen stets zuvorkommend waren und man immer nur sehr gereinigte Schüsseln vorfand. Gegen das regnerische Wetter konnten die Veranstalter natürlich nichts machen (aber wenn sie irgendwie Einfluss drauf gehabt hätten, dann hätten sich sicherlich auch was getan!), frühzeitig wurden aber Heuballen auf dem Gelände sowie Regenponchos verteilt. Das viele bereits am Sonntagvormittag abgereist sind, ist ziemlich schade gewesen - aber sicherlich nicht für die, die noch geblieben sind und dem Wetter die kalte Schulter zeigten. Die zahlreichen Mosh- und Circlepits, die vielen Crowdsurfer und die berühmt berüchtigten Wall Of Deaths wurden hier zelebriert und nicht wie wo anders verboten. Obwohl es hier um einiges heftiger abgeht, als auf anderen Festivals, gab es hier keine Schwerverletzten oder gar Tote. Großen Respekt sollte man hier der Security zollen, welche sehr gute Arbeit geleistet hat und stets präsent war. Das With Full Force Festival 2011 war ein gelungenes Spektakel und darf sich zu Recht der "härteste Acker Deutschlands" nennen.

Seite
comments powered by Disqus

Sieben Alpha-Hein-Mücks

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen