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With Full Force 2018

Rauschende Jubiläumsparty mit ein paar Wermutstropfen

Judas Priest zeigen sich als würdiger Headliner

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Judas Priest

Selbst wenn einigen Zuschauern noch der Unmut über das plötzliche Ende von Perkele ins Gesicht geschrieben steht, sieht man vor der großen Bühne im Großen und Ganzen doch erwartungsvolle Mienen. Immerhin haben sich die Veranstalter nicht lumpen lassen und die Metal-Legenden Judas Priest verpflichtet. Mit jeder Minute steigt die Spannung auf das Kommende und man darf anmerken, dass es etliche werden. Hin und wieder gibt es mal einen Nebelkanonenschuss oder ein einzelnes Tönchen zu vermelden, ansonsten tut sich aber so reinweg gar nichts hinten dem riesigen Bühnenvorhang. Irgendwann gibt es dann doch eine Durchsage, die von technischen Problemen berichtet, ein Trupp Techniker zieht durch den Graben und tatsächlich erklingt nach gut vierzig Minuten das Intro.

Auch Judas Priest haben mit „Firepower“ ein neues Album im Gepäck, von welchem der gleichnamige Opener stammt, der sofort die ersten Reihen in völlige Ekstase versetzt. Hier haben Crowdsurfer keinerlei Chance, stattdessen werden die Reihen von Pommesgabeln und Powerfäusten geflutet und wer seine Flossen unten behält, starrt wie gebannt auf die Bühnenshow und deren passende Videoeinblendungen. Aber die Briten zehren hier nicht nur von ihrem Status oder von ihrer Show, sie zeigen, dass sie völlig zurecht als eine der einflussreichsten Metal-Bands gehandelt werden, was nicht zuletzt der markanten Stimme Rob Halfords zu verdanken ist. Der Meister selbst hält sich zumeist etwas zurück, bei längeren Instrumentalsequenzen zieht er sich in den Hintergrund zurück, wo er wie ein eingesperrter Tiger auf-und abwandert. Immerhin lässt dies der Gitarrenfraktion ausreichend Platz, um sich ebenso in den Mittelpunkt zu schieben.

Erstaunlicherweise ist das Set aber nicht der neuen Scheibe geschuldet, die Briten gehen komplett quer durch ihre immerhin achtzehn Studioalben. Schon mit „Grinder“ geht es ein ganzes Stück zurück, ein Großteil der Zuschauer dürfte bei dem Erscheinen des Albums „British Steel“ noch nicht mal auf der Welt gewesen sein und doch funktioniert das Ganze bei allen vertretenen Generationen. Ob „Saints In Hell“, welches von einem starken Scherenschnitt-Video untermalt wird, oder „Tyrant“, bei dem sich die Saitenfraktion mal komplett im Vordergrund aufbaut und gegenseitig pusht – die Briten werden ihrem Status komplett gerecht.

Der optische Höhepunkt wird schließlich mit „Hell Bent For Leather“ gesetzt, welchen Halford vom Motorrad aus zelebriert. Mit „Rising From Ruins“ mischen die Briten mal wieder einen neuen Titel unter, der sich perfekt in das restliche Set einbindet und mit seinem hymnischen Anstrich überzeugen kann. Das vorerst abschließende „Metal Gods“ überlässt man in großen Zügen den Zuschauern, die hiernach natürlich eine Dreingabe anfordern und mit „Breaking The Law“ auch bekommen. Das war es dann auch schon, starke Show und für alle Metalheads wohl das Highlight des Wochenendes.

Setlist:

Firepower
Grinder
Sinner
The Ripper
Lightning Strike
Bloodstone
Saints In Hell
Turbo Lover
Prelude (Sample)
Tyrant
Night Comes Down
Freewheel Burning
You've Got Another Thing Comin'
Hell Bent For Leather
Painkiller
Guardians (Sample)
Rising From Ruins
Metal Gods
Breaking The Law

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