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With Full Force 2016

Die schmackhafteste Roh-Kost des Jahres

Mit explosiven und ruhigen Momenten beeindrucken Frank Carter & The Rattlesnakes

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Frank Carter & The Rattlesnakes

Es ist kurz vor 20 Uhr, also eigentlich beste Konzertzeit, aber was man vor der kleinen Bühne sieht, gleicht eher einem Trauerspiel. Wirklich viele Leute scheinen dem Gig von Frank Carter & The Rattlesnakes scheinbar nicht folgen zu wollen, sicher schert deren Musik etwas aus dem hier üblichen Rahmen, aber wirklich verständlich ist der Anblick trotz dessen nicht.

Als die Engländer mit ihrem Auftritt beginnen, sind zwar noch ein paar Leute hinzugekommen, aber man merkt dem skeptischen Blick von Frank Carter an, dass er sich doch etwas mehr Interesse erhofft hat. Allerdings ändert dies scheinbar nichts an seiner Laune, schon beim Start mit „Primary Explosive“ zeigt er sich äußerst extrovertiert und erinnert irgendwie an Johnny Rotten von den Sex Pistols. Hatten diese eine enge Bindung zu Modedesignerin Vivienne Westwood, kann man Carter zumindest schon den Preis für das schrillste Outfit des Festivals vergeben, auch wenn es eher an eine unverarbeitete Übergardine der Lieblingsoma erinnert.  

Und selbst wenn man offensichtlich den mauen Anblick vor der Bühne gut verdaut hat, ist es nun Zeit auch mal etwas Frust abzulassen – der richtet sich allerdings mehr gegen seine Heimat. „Fuck Cameron“ und „Fuck the Country“ sind klare Statements zum Thema Brexit, die mit „Trouble“ noch die passende musikalische Umrahmung erhalten.

Sicher sind der etwas durchgeknallte Blick und die Performance von Carter recht vordergründig, ebenso kann man allerdings feststellen, dass der Saitenfraktion viel Raum gegeben wird und sich alles bündig aneinander schließt. Immer wieder schwebt man zwischen fließenden Tönen und extensiven, wütenden Ausbrüchen, welches zu allererst spannend ist, aber sicher so manchen auch verstören kann. Ebenso gestaltet sich der Aufbau des Konzerts und genau damit fängt er letzten Endes das noch unentschiedene Publikum. Schwingt Carter sich noch eben in deren Mitte auf, um sie zu einem raumfüllenden Circlepit anzustiften, lässt er die Zuschauer zu „Beautiful Death“ Platz nehmen und liefert mit diesem ruhigen Titel den wohl emotionalsten Moment der drei Tage, um sich anschließend noch deren Nähe und Wärme abzuholen.

Mit markanter Stimme und dem eindringlichen Titel „Paradise“ geht es weiter, um hiernach seine Geburtstagsgrüße für ein Crew-Mitglied loszuwerden. Der Hochzulebende holt sich nicht nur ein Ständchen vom Publikum ab, sondern auch eine Geburtstagstorte, die natürlich standesgemäß im Gesicht fixiert wird. Für ihn ist auch „Devil Inside You“ bestimmt, was den vorletzten Part des Auftritts darstellt. Ein Dank an das Publikum erschallt und schon geht „I Hate You“ über die Bühne, in dem Frank Carter & The Rattlesnakes ein weiteres Mal beweisen, dass sie sich in keinerlei musikalisches Korsett zwängen lassen. Ist dieser Abschluss mit Blueseinflüssen versehen und sehr minimalistisch gestaltet, konnte man in den vorherigen Titeln verschiedenste Genre wiederfinden, die diese Minuten in ein unglaublich abwechslungsreiches wie auch intensives Erlebnis verwandelten.

Setlist:

Primary Explosive
Trouble
Loss
Juggernaut
Fangs
Beautiful Death
Paradise
Devil Inside Me
I Hate You

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