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With Full Force 2015

Hitzeschlacht mit abruptem Ende

Trotz mäßigen Sounds konnten Heaven Shall Burn völlig überzeugen

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Heaven Shall Burn

Für den Headliner am Sonnabend ist es das einzige Deutschlandkonzert in diesem Jahr. Da mag man fast glauben, die Band kommt über den großen Teich eingeschwebt. Stattdessen handelt es sich aber um eine Truppe, die vielleicht sogar den kürzesten Anreiseweg hatte. Haeven Shall Burn geben sich ein weiteres Mal die Ehre. Dass sie auch beim Publikumsvoting ganz oben standen, zeigt der dicht gefüllte Platz vor der Bühne. Hier wird schon kräftig vorgefeiert und auch die Konfettikanonen schießen schon vor Beginn einen Ehrensalut für die Weimarer ab. Dies bringt wiederum eine kleine Verschiebung der Anfangszeit mit sich, denn die Lichttechnik muss nun wieder von den zahlreichen Luftschlangen befreit werden.

Mit „Counterweight“ steigen Heaven Shall Burn etwas verspätet, dafür aber umso gewaltiger ins Konzertgeschehen ein. Leider passt sich der Sound nicht ganz der brachialen Energieleistung der Weimarer an oder die Gerätschaften fühlen sich einfach nur nicht dem Druck gewachsen. Wie auch immer, die Tonqualität lässt hier doch etwas zu wünschen übrig. Das ändert aber nichts im Geringsten an dem euphorischen Treiben auf beiden Seiten der Bühne. Die Security wird dabei nicht ausgeschlossen, denn auch sie dürfen hier wahrliche Höchstleistungen erbringen. Unentwegt strömt eine Flut an Cowdsurfern in Richtung Bühne und verursacht im Graben eine hektische Regsamkeit.

Davon unbeeindruckt ziehen Heaven Shall Burn ihre Kreise. Shouter Marcus röhrt sich die Seele aus dem Leib, der Rest der Band ist ständig unterwegs und am Anpeitschen, so dass sich keine Sekunde auch nur einen winzigen Augenblick Langweile ausbreitet. Marcus wird dabei nie müde zu betonen, wie dankbar er den Fans ist, dass sie heute hier spielen dürfen und dass das With Full Force für sie mittlerweile das Wohnzimmer unter allen Konzertbühnen geworden sei. Und auch bei der Gegenseite bleibt die Anteilnahme ungebrochen. Ob man den gesamten Titel mitspringt oder sich im gemeinsamen Gesang übt, es scheint schon jetzt festzustehen, wer auch im nächsten Jahr zum Publikumsliebling erwählt wird. Höhepunkt des Treibens ist aber sicher die Wall-Of-Death zu „Voice Of The Voiceless“. Heaven Shall Burn mögen es extrem und dem schließen sich ihre Fans an. Der freigeräumte Parcours erstreckt sich über die gesamte Bühnenbreite, ein letzter Gruß kommt von der Bühne und mit den einsetzenden Riffs, schnellen die Zuschauer auch schon aufeinander zu. Ob hier alle heil rausgekommen sind, bleibt zwar unklar, aber dies ist sicher wieder einer der Momente, die den Zuschauern noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

So einen Moment bescherten vor zwei Jahren Heaven Shall Burn ebenfalls, unvergessen bleibt der Augenblick, als zu „Endzeit“ ein Gewitter losbrach. Heute bleibt es allerdings aus Richtung Himmel ruhig und statt Wasser regnet es zu dem Titel Luftschlangen. Damit ist es auch schon Zeit, sich zu verabschieden. Der letzte Song des Abends wird angekündigt und zu „Behind The Wall Of Silence“ darf sich ein letztes Mal gemeinschaftlich im Kreise bewegt werden. Die anschließenden Zugabe-Rufe verhallen zwar in der Nacht, aber auch ohne Dreingabe und trotz aller Misslichkeiten ist der Auftritt ein richtiger Knaller.

Setlist:

Counterweight
Profane Believers
Land Of The Upright Ones
The Omen
Combat
Hunters Will Be Hunted
Forlorn Skies
The Weapon They Fear
Godiva
Voice Of The Voiceless
Black Tears
The Lie You Bleed For
Endzeit
Of No Avail
Behind A Wall Of Silence

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