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With Full Force 2015

Hitzeschlacht mit abruptem Ende

Kultstatus haben beim With Full Force Die Kassierer

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Die Kassierer

Was hat man in letzter Zeit nicht immer von Parteienverdrossenheit berichtet, gläserne Politiker wurden beschworen, aber muss es gleich so viel nackte Wahrheit sein, wie bei dem Oberbürgermeisterkandidaten von Bochum, seines Zeichens Sänger von Die Kassierer?

Wölfi lässt gleich zu Beginn seines Amtsantritts auf der Bühne die Hosen runter, damit wäre das Thema auch gleich abgeklärt und man umgeht zumindest für den ersten Titel die „Ausziehen“-Rufe. Nun wieder mit einer Hose bedacht, wird „Besoffen sein“ interpretiert und dies dürfte zugleich das Motto in dem aus allen Nähten platzenden Zelt sein. Hätte man nicht ab und an das Gefühl, dass es sich um eine Satire handelt, könnte man die meisten der Stücke wohl tatsächlich nur in einem Vollrausch ertragen.

Wölfi  berichtet nun von seinem höheren Streben, immerhin sei Bochum schon Kulturhauptstadt gewesen, nun wäre es doch endlich an der Zeit die Ruhrpott-Metropole auch als Stadt der Wissenschaft zu würdigen. Mit „Quantenphysik“ spendieren Die Kassierer auch gleich den passenden Titel, um hiernach mit „Blumenkohl am Pillemann“ das Niveau schnell wieder abzusenken. Hier wird zwar gut mitgesungen, aber da dies noch nicht ausreichend scheint, gibt es den Hinweis, dass nun alle Zuschauer ihre Stimme erheben sollten. Schließlich wolle man sich nun anti-sexistisch formatieren und einen „Stimmt mit ein, Sexismus ist gemein“-Kanon hören. Und was nicht allen Bands an diesem Tag gelang, wird hier mit einer Leichtigkeit auf die Bein gestellt und tatsächlich auch noch in einer recht vernünftigen Qualität zu Gehör gebracht.

Den seit geraumer Zeit nicht mehr enden wollenden „Ausziehen“-Rufen wird der Hinweis entgegengebracht, dass man doch extra das Zelt hat beheizen ließ und sich das Publikum doch im weite-en Verlauf keinen Zwang bezüglich der Kleidung anzutun brauche. Einige lassen den Worten auch Taten folgen und entledigen sich der überflüssigen Montur. Nicht immer ist dies der schönste Anblick, aber es geht noch schlimmer und zwar, wenn das Bier alle ist. Doch bevor dieser Song angestimmt wird, gibt es zur Einstimmung eine kleine Denkaufgabe. Denn immerhin kommen die intelligentesten Menschen laut Statistik aus NRW, hier hat man nun die Möglichkeit, sich mit einem Satz zu Ehrenbürgern des Bundeslandes zu erheben. Aber nicht nur, dass man nun ein einheitliches „Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist“ anstimmt, nein, man versteht auch den Sinn des Ganzen und versorgt sich schnell noch mit dem heiligen Gerstensaft.

Jetzt wo der Grundalkoholpegel wieder hergestellt ist, findet sich auch noch ein Opfer, welches sich auf der Bühne entkleidet, da Wölfi mittlerweile nicht mehr geneigt ist, die anwesenden Herren vor Neid grün werden zu lassen. Schuld daran ist sein „Großes Glied“, dem auch ein extra Song gewidmet wird.

Das war es dann aber schon mit Huldigungen an seine Genitalien und auch das Ende des Konzerts in Form von „Tot, tot, tot“ naht. Scheinbar haben aber Die Kassierer ihre Zeit gut kalkuliert, denn mit „Stinkmösenpolka“ lassen sie sich sogar noch auf eine Zugabe ein, die allerdings schon stark von der Abwanderung des Publikums geprägt ist. Egal ob man das Ganze für prolligen Müll hält oder als Satire sieht, Kult sind die Bochumer Barden allemal.

Setlist:

Besoffen sein
Sex mit dem Sozialarbeiter
Quantenphysik
Blumenkohl am Pillemann
Mach die Titten frei, ich will wichsen
Im Sauerland kann man teleportieren
Sonnenfinsternis in Lissabon
Ich fick dich durch die ganze Wohnung
Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist
Schnaps und Bier
Menschenfresser
Großes Glied
U.F.O.
Tot, tot, tot
Stinkmösenpolka

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