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With Full Force 2015

Hitzeschlacht mit abruptem Ende

Trotz schmaler Kulisse lieferten Haudegen eine ordentliche Show ab

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Sonntag, 5. Juli 2015

Sonntag, neun Uhr in Roitzschjora, die Temperaturen sind jetzt schon im Schatten bei 30°C und das Thermometer gibt hiermit das Versprechen ab, dass es einen weiteren Tag in der Gluthölle geben wird. Dies wiederum scheint auch starke Auswirkungen auf die Publikumsbeteiligung zu haben, denn auf dem Zeltplatz sieht man nun schon deutliche Lücken.

Die Herren vom Sicherheitsteam können sich an einem halbwegs friedlichen Tag laben und auch mal einen respektvollen Blick auf den Sänger von Any Given Day richten. Der brüllt nicht nur anständig das Zelt zusammen, sondern zeigt sich auch unglaublich trainiert. Auf der großen Bühne lässt Alissa White-Gluz von Arch Enemy die Herzen der Männer nicht nur wegen des treibenden Death Metal höher schlagen, sondern kann auch durchaus mit ihrem Anblick entzücken. Randy Blythe von Lamb Of God vernichtet hingegen gefühlt eine Palette an Trinkwasser. Dies geht aber nicht ans Publikum, sondern wird lieber über den eigenen Kopf ergossen. Was sicher auch heute die beste Variante ist, um sich abzukühlen.

Haudegen

Willkommen in der Chillout Lounge des With Full Force. Das Zelt scheint bestens geeignet, um hier entspannen zu können. Zum einen hat man hier Sauna-Feeling, zum anderen finden sich verdammt wenige Leute ein. Passenderweise gibt es auch zur Entspannung noch die richtige Musik und diese kommt von Hausdegen.

Was wohl ziemlich bei jedem Festival als Standard durchgewinkt wird, klingt auf dem With Full Force eben doch nach Kuschelrock. Aber unrecht möchte man den Berlinern wirklich nicht tun, ihre Saitenfraktion mit zwei Gitarren und einem Bass kommt tatsächlich gut zur Geltung. Zudem haben sich Haudegen auch stimmlich gegenüber ihrem letzten Auftritt hier um einiges verbessert. Kein Wunder also, dass sich doch einige Leute in Richtung Bühne schieben und zu „Ein Mann ein Wort“ kommt tatsächlich auch Stimmung im Zelt auf. Auch Haudegen zeigen sich von der etwas schmalen Kulisse recht unbeeindruckt, der Spaß an ihrer Musik steht ihnen deutlich ins Gesicht geschrieben. Es wird anständig gerockt und Frontmann Hagen Stoll wird auch nicht müde, immer wieder das Publikum zum Mitmachen zu bewegen. Was zwar leider nicht immer klappen will, aber sicher sind die meisten wohl von den letzten Tagen und dem auch heute wieder währenden Backofen geschafft.

Auch den gesammelten Fans am Bühnenrand wird das Mitsingen nicht immer leicht gemacht, denn Haudegen geben schon eine große Vorschau auf ihr im September erscheinendes Album „Lichtblick“, was wiederum bei Festivals nicht immer die beste Idee ist. Mit „Schlecht geht es mir gut“ wird ein solcher Titel angestimmt, damit kommt eine ruhige Nummer mit wehmütigen Klang auf die Bühne, die den Anblick der vor sich hin dämmernden Zuschauer irgendwie zu verstärken scheint. Ähnlich geht es auch der Security, die die halbe Stunde nicht annähernd gebraucht werden, zumal Haudegen auch den Eindruck hinterlassen, dass sie sich ganz gut selbst helfen können.

Vor dem letzten Titel des Sets gibt es noch eine kurze Umfrage, wer denn schon mal auf einem Konzert der Band war. Immerhin sind dies um die fünfzig Prozent und die bereiten den Berlinern einen sangesfreudigen Abschied. Bei „Wir gegen den Rest“ baut sich die Stimmung wieder auf und dies haben sich Haudegen auch verdient. Anständiges Konzert, was leider etwas wenig Zuschauer zog.

Setlist:

Zwei für Alle
Ein Mann ein Wort
Ziemlich beste Freunde
Schlecht geht es mir gut
Tränen wie deine
Wir gegen den Rest

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