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With Full Force 2014

Sommer, Sonne, harte Klänge

Protest The Hero steuern Prog-Metal bei

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Protest The Hero

Protest The Hero betreten die Bühne und schon schnell stellt sich heraus: an dieser Stelle ist Schluss mit Party. Schluss mit mitgrölbaren, eingängigen Refrains und Massenbespaßung. Die Kanadier unterscheiden sich in breiten Zügen von allen vorangegangenen Bands, was zwar der Abwechslung deutlich zugutekommt, aber sich nicht wirklich vorteilhaft auf die Stimmung im Zelt auswirkt.

Schon mit dem Einstieg „Clarity“ erwischen Protest The Hero nicht den besten Start. Mag sicher sein, dass hier vor der Bühne eh nicht der größte Andrang herrscht, aber auch der klägliche Rest scheint sich nicht wirklich auf die Truppe einlassen zu wollen. Ein recht bedauerlicher Umstand, denn was die Band hier auf die Ohren haut, ist wirklich bemerkenswert. Schon die Stimmvielfalt des Frontmanns Rody Walker ist immens. Screams, Growls, tiefer wie auch hoher Klargesang, all dies scheint nicht ansatzweise ein Problem, wenngleich auch die extrem hohe Stimmlage nicht für jedermanns Ohren geeignet scheint. Trotzdem passt sie hervorragend in den dargebrachten Mathcore, den man genauso gut auch auf die Prog-Metal-Schiene schieben kann, denn die Core-Elemente sind hier deutlich im Hintergrund angesiedelt. Stattdessen gibt es ein Gemisch aus Metal, Rock und Jazz, welches sich auf einem technisch hohen Niveau bewegt.

Das Gefrickel an den Gitarren, gepaart mit den unglaublich geilen Bassläufen bildet eine gekonnte Symbiose, und es ist einfach eine Wonne zu sehen, mit welcher Verliebtheit die Saitenfraktion ihre Instrumente liebkost. Dafür bleibt der Fankontakt weitestgehend außen vor, was sich auch weiterhin auf die Laune des Publikums auswirkt. Selbst die Whisky-Attacke mittels eines Plastikpenis kann nur kurzzeitig für Abhilfe sorgen. Doch egal, ob die Musiker einfach nur zu introvertiert agieren oder das Konzept einfach etwas überfordert, das herausstechende „Mist“ kann in großen Zügen doch die letzten Zweifler überzeugen. Der starke Instrumentalteil und der schon hymnenhaft zu nennende Abschluss bescheren endlich den längst verdienten Applaus.

„Blindfolds Aside“ schließt das Set ab, ein kurzer Gruß ans Publikum und damit ist das kanadische Quintett, welches jetzt tatsächlich auch bejubelt wird, auch schon von verschwunden. Protest The Hero kann man nur als absolute Bereicherung des Festivals ansehen, selbst wenn sich dies nicht in tosenden Begeisterungsstürmen äußert.

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