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With Full Force 2013

20 Jahre Hardcore-Familie

Dampfwalzen mit sentimentaler Seite

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In Flames

Es regnet nicht, das Publikum ist gut gelaunt und strömt auch noch voller Vorfreude in Scharen vor die Bühne. Dies sind genau drei Punkte, die In Flames von etwa 50 Prozent der restlichen Bands am Sonnabend trennen. Dies beruht sicher auf genau dem ersten Hinweis, nützt aber im Nachgang niemanden etwas und auch aus vermeintlichen Vorteilen muss man erst mal was schaffen.

Doch um es kurz zu machen, die Schweden betreten die Bühne, schießen den ersten Titel ab und siegen auf voller Linie. Die Bässe blasen die ersten Reihen förmlich um und so folgt noch ein zynischer Zwischenruf aus dem Publikum „mehr Bass, ich kann immer noch hören“. Der Göteburg-Express dampft aber unbeeindruckt weiter, entweder man springt auf oder wird gnadenlos überrollt. Mit einer Einordnung über den Stil tut man sich schwer und möchte ihn am ehesten als liberalen Metal einstufen. Das Ganze rockt, haut rein und findet doch nie eine strenge Schubladengrenze. Neben all der Eingängigkeit ihrer Musik lassen In Flames auch showmäßig nichts aus, um die werte Zuschauerschaft zu beeindrucken. Neben der abgefahrenen Lichtshow, bei der man hin und wieder sein Augenlicht riskiert, scheint auch Feuerwerk zu den unverzichtbaren Bestandteilen zu gehören. Die Fans freut es und zugegebenermaßen ist es so clever gesetzt, dass es auch wirklich die Titel unterstützt.

Bevor man „Pinball“ anstimmt, wird es für Frontmann Anders Fridén aber Zeit, ein paar Worte zum Verbleib von Niclas Engelin anzubringen. Seine Frau erwartet momentan das zweite Kind und so gibt es Ersatz durch Jensen von The Haunted. Die Zuschauer bedenken dies mit einem wohlwollenden Applaus. Anders erfreut es und er schnappt sich kurzerhand die Kamera des nächsten Fotografen, um ein paar Bilder zu schießen.

„Ropes“ wird wieder von Raketen begleitet und die Zahl der Crowdsurfer scheint mittlerweile im Sekundentakt zu steigen. Dies ist sicher ebenfalls eine Alternative, um der Kälte der sternenklaren Nacht zu trotzen. Springen, headbangen, klatschen und warm tanzen sind die anderen und werden ebenfalls bis zur Ekstase betrieben. Zu „The Quiet“ erreicht der Ansturm auf die Bühne seinen Höhepunkt und die restlichen Massen springen bis zum Abwinken.

Der In Flames-Frontmann wird an dieser Stelle richtig sentimental. Er scheint sich bei jedem einzelnen Zuschauer bedanken zu wollen und fügt dem Ganzen einen emotionalen Dank an das Festival bei. „System“ folgt und Band und Publikum verlieren sich im kollektiven Rausch der Musik. Mag sein, dass die In Flames durchaus polarisieren, doch live stellen sie ihre Macht heute Abend ausdrucksvoll unter Beweis und lassen ein jedes Herz höher schlagen.

Setlist:

Sounds Of Playground
Where The Dead Ships
Pinball
Trigger
Embodey The Invisible
Cloud Connected
Ropes
The Quiet
The Mirror’s
System
Take This Life

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann