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With Full Force 2013

20 Jahre Hardcore-Familie

Pete Koller zeigt sich als Fitnesswunder

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Sick Of It All

Die Wetterlage drückt mittlerweile einen großen Teil des Publikums etwas auf das Gemüt und der Platz vor der Hauptbühne will auch nicht ganz voll werden. Nicht die besten Voraussetzungen für alle weiteren Konzerte. „Take The Night Off“ ist der Opener von Sick Of It All und was in diesen Moment passiert, lässt Augen und Ohren im Bruchteil einer Sekunde weit aufreißen. Die Amerikaner gehen ab wie eine Silvesterrakete, die Angst hat, nicht die erste und schönste zum Jahreswechsel zu sein. Gitarrist Pete Koller scheint einen neuen Weltrekord für die meisten Sprünge innerhalb eines Konzerts aufstellen zu wollen – viel anders kann man sich seinen extremen Bewegungsradius einfach nicht erklären.

So schaut man wie ein hypnotisiertes Kaninchen auf den Typen und versucht zu ergründen, ob er nach fünf oder zehn Sekunden das nächste Mal springt. All die ersten Eindrücke werden von einem unglaublichen Groove begleitet. Die New Yorker schaffen es, immer noch so roh und ursprünglich zu klingen, als wären sie gerade erst als Band geschlüpft. 27 Jahre Bandgeschichte merkt man sicherlich an den Fähigkeiten der Musiker, aber die oft eintretende Lacklasur sucht man hier durchaus vergebens.

Mit „Urprising Nation“ erklingt ein Cover von Machine Head, um sich mit „Machete“ wieder den eigenen Titeln zu zuwenden. Und wie eine Machete schneiden sich die Hardcore-Punks in die Gehörgänge der Zuschauer, wie dieses Werkzeug sich durch Zuckerrohr frisst.  Die geballte Wucht macht nicht nur alle wieder wach, sondern holt auch noch den letzten Wetterpessimisten aus seiner Lethargie.

Frontmann Lou Koller treibt immer wieder das Publikum an, währenddessen sich sein Bruder Pete auch weiterhin als Fitnesswunder bewährt. Etwas Sentimentalität kommt aber dennoch zu Tage, immerhin waren Sick Of It All schon beim ersten Festival mit dabei und dies scheint die Band nicht nur zu erfreuen, sondern auch stolz zu machen. Und scheinbar für alle, die diesmal ihr erstes Mal haben, reißt man sich noch mal besonders den Allerwertesten auf.

„My Life“ und „Injustice System“ folgen mit ihrer zu eigen liegenden Knappheit. Lou röhrt nochmals anständig ins Mikro und schon ist der Auftritt Vergangenheit. So ist dies nun mal mit Feuerwerkskörpern, sie sind schnell und schnell vorbei. Doch wenn sie besonders schön waren, erinnert man sich auch gern an sie und die der letzten Stunde waren wirklich ein Knaller. Sick Of It All lassen keine Fragen an ihrem Status offen und so bewegt letztendlich nur noch eine Frage: „Wie oft ist eigentlich Pete Koller gesprungen?“

Setlist:

Take The Night Off
Good Lockin‘ Out
Clobberin’ Time
Urprising Nation
Machete
Daith Or Jail
Built To last
My Life
Injustice System

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann