Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

With Full Force 2012

Schweres Unwetter überschattet ein ansonsten fantastisches Festival

Eskimo Callboy (hier beim Steel Meets Steel 2011) können mit Techno-Beats punkten

Zum Thema

Eskimo Callboy

Während sich ein großer Teil der Festivalbesucher bei Elsterglanz von der Sonne braten lässt, läuft im Hard-Bowl-Zelt der musikalische Frühschoppen mit Eskimo Callboy. Alle, die abends nicht so lange aufbleiben durften, treffen sich hier zahlreich und gut gelaunt vor der Bühne. Andere, deren gezeichnetes Gesicht von der letzten Nacht zeugt, wählen für das morgendliche Bier lieber einen Platz am Zeltrand.

Schon bei den ersten Techno-Klängen des Intros gerät die Masse in Bewegung und die sechs Jungs aus Castrop-Rauxel betreten die Bühne. Ihr Styling zaubert schon das erste Lächeln in die teils noch zerknirschten Gesichter. Zu sehen gibt es eine bunte Mischung aus Comic-Figuren und 80-er Jahre Aerobic-Outfit. So wenig ernst sie sich selbst nehmen, so wenig ernst sollte man auch mit den Texten des Trancecore-Sextetts umgehen. Dafür lassen es Eskimo Callboy aber ordentlich krachen. Ihr gelungener Crossover aus Techno-Beats und Metalcore macht müde Männer, oder solche die es noch werden wollen, munter, und die anwesende Damenwelt kreischt hier sowieso von Anfang an mit. Mit Songs wie „Is Anyone Up“ oder „Wonderbra Boulevard“ steigen Eskimo Callboy in eine energiegeladene Party-Show ein.

Kevin und Sushi an den Mikros bieten die gesamte Bandbreite vom Cleargesang, über Shouts bis Growls. Die Rifffraktion besteht aus zweimal Daniel und Pascal, dazu sorgt Micha für die Techno-Beats zerreißenden Drum-Salven.

Die beiden Sänger erkundigen sich dann auch gleich nach dem via Gesichtsbuch angekündigten Tomatenhagel, schließlich hat man ja auch die restlichen Salatzutaten mitgebracht. Da sich jedoch nichts in der Gemüseabteilung tut, wird gleich wieder die Elektrosound-Häckselmachine angeworfen. Zwischendurch greift man immer wieder zur Bierflasche, da auf ihr die Setliste geschrieben steht.

Wahrscheinlich steht dort auch die Geschichte von Sushis verlorenem Meerschwein, für welches ein Extraapplaus gefordert wird. Und wenn man schon mal dabei ist, erfolgt auch gleich noch die Aufforderung „put your fucking hands up“, mit der es in „Muffin Purper-Gurk“ geht. Beim anschließenden „Monsieur Monstache“ legt der „Kleine“ noch eine Klettereinlage ein, traut sich an der PA aber doch nicht ganz bis unters Zeltdach. Kevin quittiert das Ganze mit einem zweifelnden „Was machst du da oben, zu Hause kommst du nicht mal bis auf den Küchenschrank.“

Nach knapp 30 Minuten stellt sich die Frage, wer den Text zum letzten Song „California Curls“ kennt. Ein „junger, attraktiver Mann“ aus dem Publikum bekommt das Mikro in die Hand gedrückt, man wünscht ihm viel Spaß damit und ab geht es in den letzten Titel.

Wer bisher nicht komplett wach ist, kann nur am Vorabend ein Bierchen zu viel getrunken oder die Knüppelnacht nicht ganz verdaut haben. Eskimo Callboy sind zwar nicht Hardcore und wollen dies auch nicht sein, lassen es aber mit ihren brachialen Riffs ordentlich krachen und kommen mit ihren Elektro-Spielereien besonders beim jüngeren Publikum bestens an.

Setlist:

Is Anyone Up
Bury Me In Vegas
Mrs. Dramaqueen
Wonderbra Boulevard
Muff In Purper-Gurk
Monsieur Monstache
California Curls

 

Seite
comments powered by Disqus