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With Full Force 2012

Schweres Unwetter überschattet ein ansonsten fantastisches Festival

Beim Sound von Immortal standen nicht nur Abbath die Haare zu Berge

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Immortal

Der Auftritt von Immortal wird schon im Vorfeld heiß diskutiert. Sind sie hier richtig? Passen sie überhaupt in das Line-up? Sind sie nicht mittlerweile überholt? Der Applaus, mit dem sie begrüßt werden, gibt den Veranstaltern Recht, dass sie doch richtig gesetzt wurden.

Klar, die Frischesten sind die Norweger nicht mehr, das ändert aber nichts an der Tatsache, dass sie mit „All Shall Fall“ einen brachialen Einstieg hinlegen. Die Riffmaschinerie läuft und die Trommelklänge hämmern durch das abendliche Areal, alles hört sich nach einem perfekten Konzert an. So macht sich auch unter den geschminkten Gesichtern ein Image-schädigendes Lächeln breit. Allerdings verfliegt dies beim nachfolgenden Song „Sons Of Northern Darkness“ auch schon wieder. Der Fehlerteufel, der schon das Konzert von Meshuggah halbwegs ruinierte, schlägt auch hier wieder zu.

Aus Spaß wird Ernst und so sieht man einen zunehmend wütend werdenden Abbath. Erst gibt es einen bösen Blick zum Bühnenrand, dann kommt ein Finger und schließlich zeigt er die Faust. Am liebsten möchte man seine eigene auch mit zeigen, denn die Reaktion ist nur zu verständlich! Was da aus den Boxen dringt, steigert sich zu einem entsetzlichen Klangmatsch, der die Titel bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Irgendwann fliegt auch noch ein Teddy auf die Bühne und dann ist Schluss mit lustig, allerdings auch mit böse, Immortal wollen nicht mehr und brechen ab.

Langes Zureden eines Mitarbeiters hilft aber doch noch und die Norweger kehren zurück. Der Frust sitzt tief und der muss nun raus. Die angestaute Wut scheint Immortal nochmals zu beflügeln und gibt „Tyrants“ die nötige Aggressivität. Marschierend und drückend schreitet man voran, der Gesang von Abbath ist kratzig, eindringend und schneidet sich durch die Gehörgänge tief ins Mark. Das ruhige Zwischenspiel vermag dem Song noch einen sphärischen Anstrich zu verleihen, bevor die Explosion erfolgt und diesen Titel schlicht und ergreifend gigantisch wirken lässt. Schon dafür hat sich das nochmalige Betreten der Bühne gelohnt.

Ansonsten liegt ein großer Schatten über dem Auftritt, den man allerdings Immortal nicht zum Vorwurf machen mag. Der Bruch im Konzert ist nicht zu kitten, doch trotzdessen beweisen sich die Herren weiter als eine der ganz großen Bands der Black-Metal-Szene.

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