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With Full Force 2010

Tropische Wärme, Fußballweltmeisterschaft und massig hochkarätige Bands

Crowbar - Kirk imponiert mit guter Stimme und interessanter Mimik

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Roitzschjora ist beinahe so unaussprechlich wie Eyjafjallajoküll, der isländische Vulkan, der vor gut zwei Monaten so manches Konzert zum Platzen brachte. Doch dieses Wochenende ist alles im Lot und keine Aschewolke gefährdet den Auftritt irgendeiner Band. Roitzschjora ist ein kleines, ostdeutsches Dörfchen nahe Leipzig, das beinahe schneller durchquert ist, bevor man bemerkt hat, dass man sich in ihm befindet. Freitag nachmittag, als das Festival bereits im vollem Gange ist, wirkt das Dorf fast verschlafen und nichts deutet darauf hin, dass sich an diesem ersten Juli-Wochenende 2010 mehrere tausend Metal-, Core- und Punk-Anhänger zusammenfinden werden, um zu der Musik von 65 Bands auf zwei Bühnen so richtig auf die Kacke zu hauen. Erst als man in die Straße einbiegt, auf der sich der Löbnitzer Segelflugplatz befindet, kann man erahnen, was mit dem Festival auf einen zukommen wird. Neben dem Segelflugplatz befindet sich zunächst, außer weitem Land, vereinzelten Häuschen und einem hübschen See eigentlich nicht viel. Doch heute ist alles anders. Dutzende von Länder-Flaggen ragen am Campingplatz in die Höhe und markieren eine Vielzahl von Zelten, und das gesamte Gelände ist in eine riesige Staubwolke gehüllt. Ganz offenbar ist in Roitzschjora schon länger kein Regen mehr gefallen. Die ersten Schritte auf dem Festivalgelände bestätigen diesen Eindruck und die ersten Atemzüge benetzen die Lunge mit einem feinem Staubfilm und bereiten sie somit auf das vor, was ihr in den nächsten Tagen reichlich zugeführt wird. Zugleich ist der Auftritt von Bloodwork schon im vollem Gange und stimmt sowohl die Ohren als auch den Geist freudig auf ein grandioses 17. With Full Force ein.

Das Festival ist trotz seiner Größe auf den ersten Blick sehr übersichtlich. Die Große Mainstage ist zentraler Mittelpunkt des Festivals und ohnehin nicht zu übersehen. Neben ihr fällt sofort das große, weiße Zelt ins Auge, dessen Spitzen in die Höhe ragen und in dem sich die Tentstage befindet. Der gute Jägermeisterhochsitz ist ebenfalls sofort ins Auge gefasst und wird wohl so manches Herz bereits beim bloßen Anblick in die Hose rutschen lassen. Die vielen Buden ringsherum bieten jedoch ausreichend Gelegenheit, sich ordentlich Mut an zutrinken.

Freitag

Job For A Cowboy

Während die Blicke noch schweifen und versuchen, die vielen Eindrücke zu verarbeiten, startet auch schon der Auftritt von Job For A Cowboy. Und damit bekommt man quasi den ersten Faustschlag ins Gesicht. Die Cowboys aus Arizona prügeln einen derart technischen Death Metal zusammen, dass die Ohren sausen und das Hirn nicht mehr weiß, wo vorne und wo hinten ist. Bitterböse fies keift Johnny „The Navy“ Davy in das Mikrofon, als würde er allen Besuchern ins Gesicht schreien wollen, auf was sie sich in den nächsten drei Tagen gefasst machen können. Brent Riggs, der Mann für die tiefen Töne und Blickfang schlechthin, unterstützt Johnny als Back Vocalist beim Brüllen, während seine leuchtend roten Haare jeden Blick auf sich lenken. Doch die Menschen in der ersten Reihe scheinen eher auf eine andere Band zu warten und die tobwütigen Zuschauer weiter hinten fordern derweil eine Wall Of Death ein. Doch ein schlichtes „No!“ lässt so manchen Atem stocken. Damit sind Job For A Cowboy wohl die einzige Band des Festivals, die keine Wall Of Death zugelassen haben, zu deren Musik es sich jedoch gut angeboten hätte. Dies wird jedoch nicht der einzige Grund sein, warum es viele Festival-Besucher zu We Butter The Bread With Butter hinzieht. Die junge deutsche Band hat schlichtweg einen enormen Funfaktor und aus dem Zelt der Tentstage dringt auch schon die Core-Version von „Alle meine Entchen“. Die Kinderlieder kommen offensichtlich besser an als die Cowboys aus Arizona. Bei Job For A Cowboy steht in erster Linie ein technisch gut gespielter Gig im Vordergrund und den haben sie in jedem Fall hingelegt.</!-->

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