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With Full Force 2008

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Die Festivalsaison ist bereits seit einiger Zeit eröffnet und mit dem vergangenen With Full Force dürfte nun auch eins der Highlights des Jahres abgefackelt sein. Jubiläum stand auf dem Programm, denn bereits zum 15. Mal versammelten sich Metaller, Hardcorer und Punks auf dem lautesten Acker der Welt, um Bands zu lauschen, Blödsinn zu machen und ordentlich die Bierbecher zu heben.

 

Auch in diesem Jahr kam auf dem Flugplatzgelände in Roitzschjora in der Nähe von Leipzig wieder alles zusammen, was die harte Musikszene dieser Tage oder auch schon seit Jahrzehnten zu bieten hat. Die ganz großen Highlights waren mit Sicherheit Biohazard, Cavalera Conspiracy, Ministry, Machine Head und In Flames, doch darüber erfahrt Ihr im folgenden Bericht natürlich noch einiges mehr.

 

Wettermäßig konnte sich in diesem Jahr wohl niemand beklagen. Es fing recht bewölkt an, aber dann zeigte sich die Sonne von ihrer schönsten Seite, ohne dass es zu heiß wurde, aber sie war einfach herrlich zum Nase verbrennen. Trocken blieb es größtenteils, so dass man sich die Bands auch mal locker im Gras hockend anschauen konnte.

 

Leider schien auch in diesem Jahr der Einlass eine besondere Herausforderung gewesen zu sein. Man wartete stundenlang bevor es auf das Festivalgelände ging und fragte sich, woran das lag. Dennoch trübte das nicht die Stimmung – im Gegenteil, die ersten Bierchen zischte man so schon bevor es eigentlich los ging.

 

Dafür kam einem die Toilettensituation bei diesem With Full Force besser vor. Die Dixies wurden regelmäßig gereinigt und so war das Ganze nicht ganz so schlimm wie sonst. Mir stellt sich aber auch in diesem Jahr die Frage, warum nicht mehr kostenpflichtige Wasserklos und Duschen aufgestellt werden. Die, die da waren, waren eindeutig zu wenig für die Menge an Menschen. Es ist unerklärlich, warum daran gespart wird. Platz ist genug da, ausgelastet sind die Dinger auch... wo ist das Problem?

 

Und dann gibt es noch eine Sache, die unbedingt angemerkt werden muss, denn darauf hat mich so gut wie jeder angesprochen, den ich getroffen habe: das Bier auf dem Festivalgelände war ungenießbar. Und das ist natürlich ein Stich ins Herz vieler Festivalbesucher. Der Vorschlag wäre, hier im nächsten Jahr auf eine andere Brauerei umzusteigen, denn das Zeug konnte man pur nicht trinken.

 

Aber nun genug gemotzt, denn Klos und Bier sind nicht alles. Das Festival war einfach fantastisch. Die Bandauswahl war grandios, die Stimmung war toll, die Leute waren super – alles hat gepasst. Die Mühen der Veranstalter haben sich gelohnt, denn dieses Jubiläum wird so schnell niemand vergessen.

 

Ein herzliches Dankeschön vorab an unseren Gastautor Markus Philippi und noch ein dickes Dankeschön an unsere Kollegen von metalglory.de, die uns freundlicherweise ihre Fotos zur Verfügung gestellt haben.

 

 

Freitag, 04.07.08

 

Caliban konnten auch in diesem Jahr wieder auf der Mainstage zeigen, was in ihnen steckt. Leider war der Platz vor der großen Bühne noch nicht so gut gefüllt wie Caliban das verdienen, aber natürlich hat das nichts daran geändert, dass sie ordentlich gerockt haben. Die Jungs aus Deutschland, die den Acker in Roitzschjora schon öfter brennen ließen, wollen übrigens in diesem Jahr auch den Rest der Welt erobern und ziehen demnächst auf Tour unter anderem durch Australien, Malaysia und Japan. Wenn sie dort genauso gefeiert werden wie auf dem WFF, dann kann nichts mehr schief gehen.

 

Gleich im Anschluss wurde die Bühne zur Partyzone deklariert, denn die Herren und neuerdings die Dame der Apokalyptischen Reiter standen auf dem Programm. Und jeder, der schon mal eine Reiter-Show gesehen hat, der weiß, dass hier der Unterhaltungswert besonders hoch ist. So natürlich auch auf dem WFF. Sänger und Vor-Reiter Fuchs sparte nicht mit lustigen Sprüchen und Ansagen. So wollte er z.B. jemanden aus dem Publikum zum Freibier holen schicken – einige tausend Liter natürlich. Diese publikumsnahen Aktionen kommen natürlich an. Musikalisch gab es altbekannte Feiersongs und auch die neue Single „Der Weg“ war im Programm.

Gegen Ende der Show fühlten sich die Reiter wohl dazu veranlasst, auch was für die Hygiene der Fans zu tun: eine Schaumkanone kam zum Einsatz und aus dem Publikum kamen nur noch duftende Typen. Toller Auftritt!

 

 

 

Nebenan auf der Hardbowl-Tentstage waren nun Born From Pain dran. Man muss wohl nicht erwähnen, dass die Hütte gebrannt hat – gehören Born From Pain doch zu den besten Hardcore-Live-Acts überhaupt. Wenn man bedenkt, dass nebenan die alten Helden von Morbid Angel gespielt haben, war das Zelt erstaunlich voll.

Born From Pain haben in letzter Zeit ja einiges durch und daher ist es nicht verwunderlich, dass sie sich recht sentimental bei den Fans für ihre Unterstützung bedankt haben. Das geht nicht nur auf die Ohren, sondern sogar ans Herz.

 

Jetzt ging es nun endlich los mit der New York Hardcore Invasion, waren doch gleich mehrere Bands aus oben besagter City hier auf dem WFF am Start. Über Agnostic Front noch viele Worte zu verlieren, wäre wie Eulen nach Athen zu tragen. Die Setlist der selbsternannten Godfathers of NYC Hardcore war dann auch ein Querschnitt ihrer bisherigen Schaffens und die Songs des aktuellen Albums wurden ebenso enthusiastisch mitgegröhlt wie die alten Klassiker „Crucified“ oder „Gotta Go“, wo natürlich Roger Mirets kleiner Bruder Freddie mit von der Partie war. Eine wie gewohnt stimmige Show der Hardcore-Veteranen, die durchaus ein wenig länger hätte sein können.

 

Und ein weiteres Hardcore-Leckerlie im Zelt: Madball aus New York City, wo eben der beste Hardcore herkommt. Die alten Herren verstehen ihr Handwerk, spielen sie doch häufig auf unseren Bühnen. Vom Veranstalter war es natürlich sauber arrangiert, die Jungs direkt nach Agnostic Front spielen zu lassen. So musste man sich das Blut erst gar nicht aus der Fresse wischen, sondern konnte direkt weiter machen.

 

Nach den Helden von Agnostic Front und vor dem Headliner Machine Head spielen zu müssen, dürfte kein angenehmes Gefühl sein – selbst für eine Band wie Bullet For My Valentine nicht. Der Platz vor der Bühne war auch wieder erstaunlich leer und die Machine Head-Rufe nicht gerade ein Kompliment, aber die Waliser zogen ihren Gig ordentlich durch. Der Sound war eher mittelmäßig und über die Musik kann man sich streiten. Auf CD kommen die Jungs ordentlich rüber, aber live nervt der cleane Gesang doch immens. Da waren Madball nebenan eben doch um Längen besser.

 

 

 

Doch dann begann nach langem Warten endlich das ganz große Tennis auf der Mainstage: Machine Head spielten auf und es war eine Freude. Leider war die Freude nicht ganz ungetrübt, denn der Sound ließ doch sehr zu wünschen übrig. Am Anfang klang alles recht wirr, aber im Laufe des Gigs verbesserte sich auch das ab und an. Sänger und Frontsau Rob Flynn hatte sichtlich Spaß an der Sache und knallte einen Kracher nach dem anderen raus. „Ten Ton Hammer“, „Hale“ oder „Descend the Shades Of Night“ werden von den Fans begeistert aufgenommen. Die Matten wurden ordentlich geschüttelt und Machine Head wurden euphorisch gefeiert. Klar, dass das da oben ein echter Headliner war.

Auch das Iron Maiden-Cover „Hallowed be thy Name” wird vom Publikum lautstark mitgesungen und zum Schluss wollte man die Jungs nur ungern von der Bühne entlassen. Somit lieferte Machine Head eine tolle Show, aber das Highlight des Festivals konnten sie mit diesem Sound leider nicht werden.

 

 

 

Die Knüppelnacht musste dann ohne uns stattfinden. Nach fast zehn Stunden Mucke auf die Ohren, muss auch der härteste Reporter ins Zelt, denn es hieß Kräfte sammeln für den zweiten Festivaltag.

 

 

Samstag, 05.07.08

 

Tech 9 waren die ersten, die wir uns nach kurzer Nacht am Samstag ansahen. Die holländischen Streetpunker hatten leider anfangs ein wenig mit dem zu höhenlastigen Sound zu kämpfen, was den Gesamteindruck ein wenig schmälerte. Ansonsten haben die Jungs viel Spaß gemacht und den zu früher Stunde noch recht leeren Hardbowl gut eingeheizt.

 

Nun war ich gespannt auf Converge. Hatte ich doch schon so einiges über ihre intensive Live-Performance gelesen. Eingängig sind sie ja nicht, aber auf jeden Fall hebt sich ihre Musik wohltuend von vielen anderen Bands ab. Die Show war sehr intensiv und vor allem Shouter Jacob Bannon bestach durch sein Stageacting. Der Mann kann brüllen, ohne aber einen auf dicke Hose zu machen. Gelungener Auftritt der sympathischen Band.

 

Entombed sind seit unzähligen Jahren im Geschäft und haben schon auf unzähligen Festivals ihren Fußabdruck hinterlassen. Wie um aller Welt hatten sie es verdient, bereits um kurz nach vier auf der Mainstage spielen zu müssen? Es war unerklärlich, noch unerklärlicher war allerdings, dass es vor der Bühne nach wie vor verdammt leer war. Sei`s drum, denn die, die da waren, bekamen natürlich ordentlich Schweden-Death mit Punk (!) Einflüssen auf die Ohren. Tatsächlich ist ihre Show mittlerweile viel lockerer geworden. Nicht mehr nur der harte Death Metal steht im Vordergrund, sondern sie mixen alles mit rein, was ihnen Spaß macht – sei es Rock ´n` Roll oder Punk. Und das macht auch uns Fans Spaß. Klasse Auftritt, aber viel zu kurz.

 

 

 

Mad Sin boten im Anschluss dann den Kontrast zu Converge. Der punkige Psychobilly um Sänger Köfte lud zum Tanz und Mitsingen der Fans vor der Tentstage ein. Leider war noch immer nicht wirklich viel los im Zelt. Und so verpassten viele Punk-Fans eine tolle Show.

 

Erst so langsam wurde es voller im Hardbowl Zelt, da jetzt auch langsam für die meisten die Highlights des Tages kurz vor der Tür standen. Los ging es mit Lagwagon, die mit ihrem Gute-Laune-California-Punkrock durchaus zu gefallen wussten, auch wenn spürbar war, dass die Menge auf Discipline und die Rykers wartete.

 

Auch Six Feet Under sind eine Institution im ganz bösen Death Metal. Monstergrunzer Chris Barnes und seine Jungs haben auch diesmal keinen Fan enttäuscht mit ihrem Totentanz. Doch das war zwar alles sehr souverän, aber nicht wirklich motiviert. Die Show wurde durchgezogen und gut. Auf Festivals erwartet man ja dann doch immer ein bisschen mehr. Aber ich persönlich konnte mich erstmalig beim Cover „TNT“ begeistern. Netter Auftritt, aber nichts, was man nicht in zwei Wochen wieder vergessen hat.

 

Als die ersten Akkorde der holländischen Discipline erklungen waren, gab es vor der Bühne kein Halten mehr. Lauthals wurden die Songs der Hardcore Streetpunker mitgegröhlt und im Pit waren nur die, die keine Angst vor blauen Flecken oder einer blutigen Nase hatten. Der nie langweilige Gig verging wie im Fluge und die ausgepumpte Meute hatte danach nur kurz Zeit, um zu verschnaufen, denn eine DER Reunions des Jahres stand auf der Bühne, nämlich die Ryker’s. Das Kasseler Hardcore-Urgestein gab sich die Ehre und alle die gekommen waren, wurden nicht enttäuscht. Die Setlist ist wie ein Best Of Album, was deutlich an der Textsicherheit der Fans zu erkennen war. Die Meute tobte und die Security hatte alle Hände voll zu tun, um eine Erstürmung der Bühne zu verhindern. Krönender Abschluss einer geilen Show waren dann die Cover „We Gotta Know“ und „You Never Walk Alone“, wo nochmals alles gegeben wurde. Ein mehr als würdiger Headliner dieses Tages auf dem Hardbowl.

 

 

 

Dass Ministry nach der diesjährigen letzten Tour aufhören wollen, war Anlass für viele, sich die Mannen um Al Jourgensen noch einmal anzuschauen. Und es hat sich gelohnt. Obwohl es anfänglich ein wenig verhalten losging, was wohl auch an der Songauswahl lag, steigerten sich Ministry von Minute zu Minute. Vor allem die alten Klassiker wie „New World Order“ oder „Just One Fix“ lockten das Publikum aus der Reserve. Ministry hatten auch das wahnsinnige Glück, einen mehr als guten Sound zu haben, denn ohne diesen wäre ihre Show nicht halb so gut rüber gekommen. Die klassische Bühnenshow mit Gitterzäunen und den immer wieder passend eingespielten Videosequenzen zu den einzelnen Songs rundeten einen mehr als würdigen Abschluss einer DER Industrial Metal Bands überhaupt ab. Dieser Gig war definitiv viel zu kurz, aber einprägsam.

 

 

 

In Flames als Headliner auf einem Festival wie dem With Full Force zu sehen, hat schon was. Ganz divenmäßig hat sich natürlich der Beginn um einiges verzögert. Aber dann ging die Show los – unzwar sehr ungewohnt mit aufwendiger Pyro- und Lichtshow. Da haben sich die Schweden aber mal ordentlich was gegönnt. Und um das noch zu toppen, zogen sie einen Hit nach dem anderen aus dem Hut. Sänger Anders fegte dazu wie wild über die Bühne und legte sich ordentlich ins Zeug.

Erstaunlich gut kamen auch die Songs des aktuellen Albums "A Sense Of Purpose" beim Publikum an, aber ganz klar wurden Titel ihrer Überalben „Whoracle“ und „The Jester`s Race“ am meisten gefeiert. Der Pit war in vollem Gange und die Stimmung war einfach im oberen Bereich. Die immer wieder startenden Pyro-Elemente passten auch wie Arsch auf Eimer zu dieser energiegeladenen Show voller Highlights.

Sie haben es an diesem Abend bewiesen, dass sie mehr als würdig sind, die Position des Headliners einzunehmen und verdammt, dieser Auftritt war einfach der beste, den ich je von In Flames gesehen habe.

 

 

 

Selbst das folgende With Full Force-Pflicht-Feuerwerk konnte hier keinen mehr drauf setzen. Klar, alle blieben artig stehen und schauten sich das Spektakel an, aber meiner Meinung nach, kann man Kohle sinnvoller verwenden. Ich werde wohl nie ein Feuerwerk-Fan.

 

 

Sonntag, 06.07.08

 

Volbeat sind nun schon seit einer ganzen Weile kein Geheimtip mehr – schon gar nicht auf dem With Full Force, denn hier spielten sie nicht zum ersten Mal. Sie sind auch die erste Band des gesamten Festivals, die es schafft, bereits vor 16 Uhr dermaßen viele Leute vor die Bühne zu zerren – und das auch noch am letzten Festivaltag. Der Rockabilly Sound der Jungs aus Dänemark kommt supergut beim Publikum an. Die flotten Songs, die fröhliche Stimmung der Band und der herausragende Frontmann machten aus dem Auftritt ein Ereignis. Die Fans tanzten, sangen und tobten von der ersten bis zur letzten Minute.

 

 

 

Am Sonntag ging es im Zelt gleich wieder mit einer Institution weiter. H2O aus New York gaben sich die Ehre. Mit einem sehr starken neuen Album meldeten sich Toby und Co. dieses Jahr beeindruckend zurück und ich war gespannt was die Jungs anno 2008 live zu bieten haben. Mit „1995“ vom neuen Album ging es nach kurzer Verzögerung durch ein defektes Topteil los. Die Frische und Spielfreude, die die New Yorker an den Tag legten, begeisterte alle Anwesenden, zumal auch die Songauswahl zwischen Neu und Alt stimmte. Definitiv einer der Highlights auf dem diesjährigen WFF.

 

Jetzt schnell rüber zu The Exploited, die bereits angefangen haben. Vor der Bühne ist nicht mehr so viel los wie noch bei Volbeat, hab ich mir sagen lassen, was aber Wattie und seinen Kumpel wahrscheinlich egal ist. In altbekannter Manier bringen die Punk-Ikonen ihre Klassiker wie „Beat The Bastards“ oder „Fuck The System“, um nur mal zwei zu nennen, unters Publikum. Den anwesenden Punks gefiel es sichtlich, während reine Metaller wohl eher nicht viel mit den Jungs aus UK anfangen konnten. Im Pit brannte zwar die Luft, aber schon ein paar Reihen weiter hinten war es eher ungewöhnlich ruhig.

 

Von Death By Stereo hatte ich mir im Vorfeld mehr versprochen, aber irgendwie wollte der Funke nicht überspringen. Zwar waren anscheinend die meisten im Publikum anderer Meinung und feierten die Jungs um Sänger Efrem ab, mir war es zu langweilig und ich suchte Abwechslung mal wieder am Getränkestand.

 

Auf der Hauptbühne standen nun Life Of Agony auf dem Programm. Vor den Brettern, die die Welt bedeuten, war erstaunlich wenig los, als Keith Caputo und Band mit „River Runs Red“ vom gleichnamigen Debutalbum loslegten. Die Songauswahl ließ keine Wünsche offen und die Fans des überragenden Erstlingswerks wurden vollends bedient. Im Laufe der Show füllten sich dann auch noch die Reihen vor der Bühne und somit war ein krönender Abschluss mit den Klassikern „Through And Through“ sowie „Underground“ gewährleistet.

 

 

 

Slapshot war es am Sonntag vorbehalten, den Hardbowl gebührend zu beenden. Von Beginn ihrer Show ließen sie daran auch keine Zweifel. Ein in die Jahre gekommener, aber sehr gut gelaunter Choke und seine Recken, verstanden es, das gut gefüllte Zelt noch einmal zum Beben zu bringen. Das Set beinhaltete einen Knaller nach dem anderen. Songs wie „Whats A Stake“, „Firewalker“, „Had Enough“ oder „Back On The Map“ wurden frenetisch gefeiert und mitgesungen. Der Abschluss eines wirklich klasse Gigs war dann „Hang Up Your Boots“. Erschöpft und zufrieden verließ dann die Menge den Hardbowl, um auf der Hauptbühne Biohazard entgegen zu fiebern.

 

Darauf hat man eine ganze Weile warten müssen: Biohazard back in Germany. Und nicht nur einfach so, denn auch die New York City-Hardcore-Legende hatte was zu feiern, nämlich ihr 20jähriges Dienstjubiläum. Und dieses feierten sie ganz exklusiv mit unzähligen Fans auf dem Acker des With Full Force. Eine Steigerung ist nicht möglich? Doch, denn sie spielten auch noch in Originalbesetzung!

Und lasst Euch gesagt sein, dass diese Show definitiv eines der ganz großen Highlights des Festivals war, denn hier gab es jeden Hit, eine Band, die vor Spielfreude nur so strahlte und ein Publikum, welches das alles zu würdigen wusste. Ich habe selten so viele freundliche und glückliche Gesichter gesehen wie bei dem Song „State Of The World Address“. Die Jungs auf der Bühne geben auch alles und man möchte nicht meinen, dass die Herren da oben schon einiges an Jährchen auf dem Buckel haben. Sie toben sich den Wolf, springen wie die Kaputten und lassen wahrlich die Sau raus. Spätestens bei „Punishment“ verliert auch der Letzte, der mal was von Biohazard gehört hat, die Contenance und geht ab wie ein Guppi.

Der Pit tobte natürlich und am Ende des Gigs sieht man viele blutende Nasen, aber dennoch war dieser Auftritt von einer merkwürdigen und positiven Harmonie geprägt, wie man sie von keiner Hardcore-Show erwartet. Hut ab, meine Herren und geht bloß auf Tour!

 

 

 

Kaum hatte man sich nach dieser Hammershow wieder gefangen, rollte auch schon das nächste Megading auf einen zu. Die Reunion des Jahres war nun wirklich der absolute Gnadenschuss des Festivals. Max und Igor Cavalera sorgten in diesem Jahr mit ihrem Projekt Cavalera Conspiracy für Furore und der Auftritt wurde heiß ersehnt. Und es ging auch gleich mit ordentlich auf die Fresse los: „Inflicted“ vom gleichnamigen Album ist ein echter Killersong, der zum warm werden genau richtig kam. Aber dann, also dann kam das, worauf man zwar hoffte, aber womit man nicht im Entferntesten gerechnet hatte: die guten, alten Sepultura-Songs wie „Arise“, „Biotech“, „Refuse/Resist“ oder „Roots“ wurden einem um die Ohren geknallt und das machte selig. Es war ein wahrer Genuss, diese Songs mal wieder live und mit beiden Brüdern auf der Bühne zu hören.

Ein niedliches (ja, niedlich) Ereignis gab es auch: einer der Cavalera-Sprösslinge half an den Drums aus, ein anderer am Mikro – so stellt man sich einen Familienausflug vor.

Mit Cavalera Conspiracy hatte man wirklich einen würdigen Schluss-Headliner des 15. With Full Force gewonnen. Das war nun nicht mehr zu toppen und so wundert es kaum, dass sich viele auf den Weg zum Zelt oder gar nach Hause machten.

 

 

 

Aber ein kleines Highlight gab es noch im Rahmen des Last Supper: Moonspell. Die Portugiesen meldeten sich in diesem Jahr mit dem Album „Night Eternal“ zurück, von dem aber live nicht viel zu hören war. Der Titelsong kam klasse rüber, aber natürlich erwartete man sehnsüchtig die alten Hits. Und man wurde nicht enttäuscht. Fernando und seine Mannen verwöhnten das Publikum mit ihren Evergreens „Opium“, „Vampiria“ und „Alma Mater“ und die Fans dankten es mit schüttelnden Mähnen, Riesenapplaus und lauten Moonspell-Rufen. Ein Wunder, was die Jungs und Mädels nach diesem Bandmarathon noch aus sich raus holten.

 

 

 

Für uns war dies die letzte Band. Ensiferum und Subway To Sally sollen aber eine ordentliche Show abgeliefert haben.

 

Fazit: Das 15. With Full Force war wieder ein sehr gelungenes Festival. Die geniale Mischung der Musikstile ließ keine Langweile aufkommen und für jeden dürfte dieses Jahr etwas dabei gewesen sein.

Hochkaräter wie Newcomer haben ordentliche Shows abgeliefert, die Fans waren einfach irre (Zwischenfälle sind uns nicht bekannt) und die Stimmung war wieder einzigartig.

Jetzt heißt es geduldig sein und auf das 16. With Full Force warten, denn wir sind garantiert wieder am Start.

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