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Winternoise Festival 2007

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Am 13.1.2007 war es mal wieder soweit! Das Winternoise Festival bat mal wieder im Eventcenter in Georgsmarienhütte zum Tanz. Nachdem ich es letztes Jahr leider verpasst habe, war ich diesmal mit dabei und bringe euch natürlich noch einen Livebericht mit. Davor muss ich aber noch einmal die Location loben, die einfach immer wieder Spaß macht, auch wenn sie, wie der Sänger von Sudden Death verkündete, wohl bald abgerissen werden soll. Darüber hinaus haben Lacrimas Profundere aus mir unbekannten Gründen ihre Teilnahme abgesagt, was die Anwesenden, nett gesagt, aber nicht gerade dazu bringt sich abends in den Schlaf zu weinen. Auch auf The Duskfall muss verzichtet werden. Die Ersatzbands dürfen dann gleich den bunten Reigen eröffnen.

 

 

 

Path of Golconda nennen sich die Jungs, die das Winternoise 2007 eröffnen und sind recht einfach in die Old School Death Metal zu stellen. Musikalisch erinnert mich die Band mit dem Pete Steele Double am Mikro häufig an ganz alte Hypocrisy. Und das ist natürlich nichts schlechtes, vor allem weil sich für einen Opener eines solchen Festivals doch einige Leute vor der Bühne tummeln. Normalerweise haben Bands an solch einer Stelle der Running Order ja mit dem Problem zu kämpfen, das kaum Leute da sind und die auch noch schwer zu motivieren sind. Path of Golconda gelingt das aber ganz ordentlich, was den Mann am Mikro sichtlich freut. Guter Auftritt, bei Gelegenheit gerne mal wieder. Das meint auch das Kind auf den Schultern des Sudden Death Bassers, der mit seinem Vater (vermute ich einfach mal) offensichtlich Spaß an der Sache hat.

 

 

 

Sudden Death beginnen schon mal frühzeitig mit dem Abriss der Location! Die gesamte Band fegt hyperaktiv über die Bühne, wobei der Blickfang (logisch) der Sänger ist, der fast konsequent auf Ansagen verzichtet und der Meute ein Death/Grind Brett vor den Latz knallt, das es eine wahre Freude ist. Das Songmaterial ist nicht zu durcheinander, extrem tight gespielt und kein wirres Chaos, was ja bei so einer Musik schnell mal passiert. Nach kurzer Zeit springt der Funke auch aufs Publikum über und die Band feiert einfach eine riesige Party. Die Musik groovt wie Hölle und spaltet unter anderem dem Verfasser dieser Zeilen den Nacken.

Aber hey, wer rempelt mich da eigentlich von der Seite an? Ah, der Basser, der es nicht mehr auf der Bühne ausgehalten hat und eine Tour durch die gesamte(!) Halle unternimmt. Und was macht sein Sohn? Nun, der sitzt gemütlich mit Ohrschützern auf einem Campingstuhl am Bühnenrand und grinst sich eins.

 

Ich handle A Life Divided einfach mal schnell ab, vor allem weil ich sie nicht lange gesehen hab, und mit meinen Freunden was essen war. Komplett fehl am Platz! Nach so einem Gewitter von Sudden Death will man doch keine mehr Musik hören, die in die Emo "Metal" Ecke geht. Okay, solche Musik will ich sowieso nie hören, aber das ist ein anderes Thema.

 

 

 

Auf Moonsorrow war ich schon gespannt, denn für kurze Songs sind sie ja nicht (mehr) bekannt. Wie vermutet kürzen sie einige Lieder einfach zu Medleys zusammen, was ich für eine ganz gute Lösung halte. Fröhlichen Humpa Metal a la Finntroll darf man nicht erwarten, bei Moonsorrow liegt der Fokus auf der Atmosphäre. Schade nur, dass sie nicht ganz so tight wie auf Platte rüberkommen. Dafür ist das Keyboard gut abgemischt und das stimmige rote Licht tut sein übriges. Mit den Songnamen ist das allerings so eine Sache...wer kann sich die merken?! "Pakanajuhla" ist die Zugabe, das muss euch Lesern genügen. Und auch wenn die Musik zum abfeiern wohl zu episch ist, einen guten Auftritt legen die Finnen auch hin. Hervorheben möchte ich noch den sehr guten, mehrstimmigen Gesang.

 

 

 

Nun ja, was soll ich zu Endstille sagen? Ich mag sie nicht und ich werde sie nie mögen. So denken wohl auch viele Leute, denn vor der Bühne wird es deutlich leerer. Die Band störts zumindest vordergründig wenig und angepeitscht von dem Musterbild eines Black Metallers am Mikro brettern Endstille wie ein ICE durch ihre Setlist. Begünstigt durch den mehr als miesen Sound, frage ich mich wer die Songs da noch auseinander halten kann. Okay, ich erkenne "Frühlingserwachen" und "Navigator" (was mir auch ganz gut gefällt). Im Publikum ist nur ganz vorne etwas los, was den Sänger zu einige bissigen Ansagen verleitet. Im Vergleich zu ähnlich gelagerten Bands wie 1349 stinken Endstille aber heute ziemlich ab.

 

 

 

Ah, Rettung naht! Communic betreten die Bühne. Im Vorfeld hatte ich viel über das hüftsteife Auftreten der Norweger gehört, aber heute waren diese Bedenken völlig unnötig. Basser Erik Mortensen scheint heute besonders viel Kaffee intus zu haben und kann im Verlauf des Gigs auch den ruhigen Sänger Oddleif aus der Reserve locken. Nordmänner sind natürlich etwas ruhiger, aber zumindest das Dauergrinsen kriegen beide nicht mehr aus dem Gesicht. Nach dem die anfänglichen Timing- und Soundprobleme überwunden sind, folgen bärenstarke Versionen von "Frozen asleep in the park" und "Waves of visual decay", bei dem sogar die bestens aufgelegten Fans ein wenig das gute alte "Ich-kenn-euch-nicht-hören-Spiel" spielen dürfen. Im allgemeinen legt die Band den Schwerpunkt auf das zweite Album, was mir natürlich besonders zusagt. Ebenso positiv fällt mir auf, wie gut Communic das Material mit gerade mal drei Leuten umsetzen. "Under a luminous sky" wird heute wesentlich schneller als auf Platte gespielt (aua, mein Nacken!!!) und mit einer überirdischen Version von "Fooled by the serpent" endet der für mich viel zu kurze Gig.

 

 

 

Obwohl andererseits: Ich brauche alle Kraft noch für die nachfolgenden Primordial, die ich heute ENDLICH mal live sehen werde. Kollege Seehütter hat mir ja schon erzählt, wie sehr Sänger Alan seine Texte lebt und wirklich... mit Worten lässt sich dieser Mann einfach nicht beschreiben. Mit seinem innovativen Corpsepaint (der Begriff ist eigentlich denkbar unpassend) und seinen zerfledderten Lederhosen stellt er eine echte Erscheinung da, die sich in der Art vielleicht ein wenig mit Mikael Stanne von Dark Tranquillity vergleichen lässt. Beide auf einer Bühne dürften selbige wohl alleine mit ihrem Charisma zerlegen. Aber zurück zum Auftritt, den Alan fest in der Hand hat. Flankiert von seiner bestens spielenden Band, zelebriert er Musik, die noch für etwas steht. Nur schade, dass einige Leute unbedingt in die Stille hineinbrüllen müssen, als Alan die Menge mit einem Finger an den Lippen komplett (!!!) zum Schweigen bringt. Sorry, aber kann euch nicht einfach die Nudel abfaulen, dann habt ihr zumindest Grund zum heulen!

....Okay, Puls wieder runtergefahren, denn ihr wollt bestimmt noch die Namen der Meisterwerke haben, von denen jedes einzelne mir eine verfluchte Gänsehaut beschert. Okay, here we go: "To enter pagan", "The gathering wilderness", "Autumns ablaze", "Sons of Morrigan", "The golden spiral", "The coffin ships", "Gods to the godless"....Primordial beweisen der größten Menschenmasse des Abends, dass der Metal in kreativer Hinsicht immer noch lebt!

 

 

 

Was soll danach noch kommen? Moonspell fand ich immer nur "ganz nett" und nach diesem Auftritt ihrer irischen Kollegen können sie doch eigentlich nur verlieren. Aber man höre und staune, neben einem tollen Bühnenbild überzeugt auch das Songmaterial. Mit ihrem aktuellen Album sind die Portugiesen nämlich wieder um einiges härter geworden, was sich auch auf das restliche Material auswirkt, welches von Sänger Fernando fast schwarzmetallisch vorgetragen wird. Das neue "Memento mori" (saustarker Song übrigens!) überzeugt die Menge ebenso wie das alte "Wolfsheart" Material. Ich bin wirklich positiv überrascht von der Band, die ich in dieser Form keinesfalls auf der Rechnung hatte. (Besondere Pluspunke sammelt bei mir natürlich der Basser mit seinem Mercyful Fate T-Shirt.) Die Lichtshow ist super abgepasst, die Band nutzt die Bühne perfekt aus, der Gesang und der Sound lassen keine Wünsche offen. Kurz gesagt: Der gelungene Abschluss eines vielseitigen Programms!

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