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Watain, Degial, Venenum im Konzert (Hamburg, April 2014)

Eine Machtdemonstration allererster Güte

Interessanter Show-Opener: Venenum

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Es ist richtig schönes Wetter an diesem Mittwoch, dem 16. April 2014. Nachdem der Monat seinem Ruf bisher alle Ehre gemacht und sich äußerst wechselhaft präsentiert hat, sendet heute den gesamten Tag hindurch die Sonne ihre Strahlen über die Hansestadt. Eigentlich mal so gar nicht das richtige Wetter und die angemessenen Temperaturen für einen Abend im Zeichen von finsterem Black- und Death Metal. Allerdings sollte das Konzert von Watain – bzw. überhaupt der deutsche Tourabschnitt – ursprünglich bereits im Dezember stattfinden, wurde jedoch bekanntermaßen aus „unvorhersehbaren Umständen“ recht kurzfristig gecancelt. Was genau der Grund hierfür war, ist weiterhin nicht bekannt; ob Krankheit, schleppender Vorverkauf oder vielleicht Ärger mit linksradikalen Fanatikern, die die Band lächerlicherweise mal wieder in die Nazi-Ecke drängen wollten und eine Absage erzwangen – man weiß es nicht genau. Wie auch immer, vier Monate später können die Schweden nun endlich die versäumten Termine nachholen – schließlich will man auch in Deutschland die Songs des vorzüglichen aktuellen Albums „The Wild Hunt“ live genießen können – und haben als Support ihre Landsleute von Degial sowie das bayrische Quartett

Venenum

ins Tourboot geholt. Venenum existieren schon seit 2008, haben bisher aber nicht mehr als eine einzige, nach dem Bandnamen betitelte EP gebacken bekommen. Keine Ahnung, warum der Vierer es bislang nicht geschafft hat, mal ein komplettes Album oder wenigstens eine weitere EP zu veröffentlichen; vielleicht hat man einfach keine Plattenfirma gefunden oder es kam ständig sonst etwas dazwischen. An mangelnder Qualität kann es sicherlich nicht liegen, denn die Jungs können spielen und zelebrieren eine durchaus eigenständige Variante von Todesstahl: angereichert mit schrägen Gitarrensoli, die ein bisschen den Wahnwitz von Morbid Angels Trey Azagthoth atmen, schwarzmetallisch angehauchter Atmosphäre und vielen Tempo- und Rhythmuswechseln, die aber nicht Tech-Death-mäßig erzwungen wirken und dem Selbstzweck dienen, sondern die stets mit brachialer Durchschlagskraft versehene Musik der Band interessant gestalten.

Venenum starten pünktlich um 20 Uhr und zu diesem Zeitpunkt ist fast noch gar nichts im Saal los. Vorne am Bühnenrand sind als Dekoration bereits zwei große umgedrehte Kreuze platziert worden, etwas eingeengt wird die Truppe jedoch davon, dass noch ein zweites Schlagzeug vor dem Kit des Watain-Drummers steht, mit dem sie und später auch die Kollegen von Degial vorlieb nehmen müssen. Der Bewegungsradius hält sich aber ohnehin in Grenzen, das gilt sowohl für die Band als auch das spärlich vorhandene Publikum. Dass Black-Metal-Fans es vorziehen, mit grimmigem Blick und verschränkten Armen vor der Brust nur dazustehen und das Geschehen auf der Bühne kritisch zu beäugen, weil man ja zu true ist, um richtig abzugehen, ist sicherlich ein Klischee, aber in jedem Klischee steckt schließlich ein Körnchen Wahrheit. Und so sind es von den eh wenigen Anwesenden wiederum nur ein paar ganz wenige, die die Rübe kreisen lassen und die Pommesgabeln erheben.

Dennoch ist zwischen den Songs aus den Zuschauerreihen Zustimmung zu vernehmen, auch wenn es bei insgesamt eher verhaltenem Applaus bleibt und dank null Ansagen seitens des Frontmannes teilweise ein fast peinliches Schweigen in den Pausen herrscht. Von letzteren gibt es allerdings eh nicht allzu viele, denn Venenum haben nur eine halbe Stunde Spielzeit und besonders viel Material ist ja auch nicht gerade vorhanden. Dass die Combo etwas kann, hat sie auf der EP bewiesen und beweist es heute auch live; umso wünschenswerter und sicherlich auch für die Band profitabler, um mehr Leute zu ziehen, wäre es, endlich mal mit einem neuen Tonträger um die Ecke zu kommen. Ein interessanter Gig, bei dem anfangs der Gesang etwas leise ist, der Sound ansonsten aber okay ist, bleibt es allemal – das Ende mit dem quietschenden, aber irgendwie sehr atmosphärischen, Hall-getränkten Solo weiß zu faszinieren.

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