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W.A.S.P., The Claymore im Konzert (Köln, Oktober 2010)

Geil, aber viel zu kurz
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W.A.S.P.

Vor genau einem Jahr waren W.A.S.P. schon mit dem ersten Teil ihrer „Babylon Tour“ in deutschen Breitengraden unterwegs und lieferten eine tolle Show ab, allerdings bei viel zu kurzer Spieldauer. Wie eine Duplizität der Ereignisse mutete dieser Abend, wenn man sich den Bericht vom Oktober 2009 zu Gemüte führt. Sogar die Setlist war in großen Teilen deckungsgleich. Hier hätte unser Herr Gesetzlos doch ein wenig mehr Variation einfließen lassen können.

Die Stimmung war trotzdem prächtig, und ein Klassiker nach dem anderen ertönte in der gut gefüllten Essigfabrik. Die Schar der Fans war mittlerweile auf 800 Personen angewachsen, und alle schrien nach dem ersten Kniefall ein lautstarkes „Yeah“ bei der Frage: „Cologne, are you ready?“. Definitiv waren die Fans bereit, denn unzählige Matten kreisten im Bangrausch, und auch die gute alte Pommesgabel hatte wieder Hochkonjunktur. Natürlich haben die Shows nichts mehr mit den schockierenden Shows der Achtziger am Hut, aber die Fans feierten gerade die Tracks der guten alten Zeit, und Songs wie „I Wanne Be Somebody“ oder „Wild Child“ wurden Textfetzen für Textfetzen mitgesungen.

Ein Wort zum Gesang. Dem Blackie lastet ja an, dass in der Vergangenheit viel zu viele Playbackshows dazu führten, dass die Combo W.A.S.P. das Geld nicht mehr wert sei. In der Essigfabrik war die Bühne jederzeit gut ausgeleuchtet, und niemals kam auch nur ein Hauch von Eindruck auf, es sei nicht live. So rockten sich die Amis durch ein Best-Of-Programm, und Blackie machte einen erstaunlich fitten Eindruck, was nicht nur die Textsicherheit betraf. Dass der Fronter mit Doug und Mike zwei langjährige Mitstreiter im Boot hat, die keine Sekunde wirklich still standen und dauerhaft über die Bühne steppten, stellt keine wirkliche Überraschung dar.

Was aber war zu kritisieren? Kommen wir zurück zur Blaupause aus 2009. W.A.S.P. ließen die Fans offensichtlich ohne Grund eine halbe Stunde warten, alibimäßig wurden nochmals die Trommeln zaghaft ausgesteuert, und auch die Gitarren wurde im Backstagebereich nochmals gestimmt. Und als Blackie und Co. endlich auf der Bühne waren, verschwanden sie auch schon wieder nach knapp fünfzig Minuten Spieldauer. Das wollten die Fans natürlich so nicht hinnehmen, denn viel zu gut war die Stimmung angeheizt, und so wurden W.A.S.P. wieder auf die Bühne zurückgeklatscht. Zwei Zugaben waren drin, und „Blind In Texas“ beendete stimmungsvoll 62 Minuten Konzert.

Mal kurz die Fan-Brille abgenommen: Zugegeben, geile Show, vor allem die eingespielten Videoeffekte, die jeden Song passend begleiteten, machten eine Menge her, aber die viel zu kurze Spielzeit geht mal gar nicht. Erst die Fans warten lassen, und dann auch noch fünf Songs nicht spielen, die auf der ausgelegten Setlist standen – genau das hinterlässt nach einem geilen Konzert einfach einen bitteren Nachgeschmack.

Setlist:

Intro
On Your Knees
The Real Me
L.O.V.E. Machine
Crazy
Live To Die Another Day
Wild Child
Babylon’s Burning
Guitar Solo
The Idol
I Wanna Be Somebody
------------------------------
Heaven’s Hung In Black
Blind In Texas

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