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Wacken Open Air 2013

Mehr Sonne, weniger Bier

Gar nicht fanscheu: Ugly Kid Joe

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Ugly Kid Joe

Zur selben Zeit wie Ihsahn treiben Ugly Kid Joe ihr Unwesen auf der Party Stage, und da sind sie gut aufgehoben wie es scheint. 1997 hatten sich die Kalifornier für 13 Jahre eine Auszeit gegönnt, weil einfach der Elan flöten gegangen war. Gut, die Jungs sind nicht jünger geworden, aber die Pause hat ihnen gut getan. Schon als die ersten Noten von „V.I.P“ angestimmt werden, stürmen bis auf Whitfield Crane alle die Bühne und legen auch gleich los, als ob es keinen Morgen geben würde. Der Sänger gesellt sich nach kurzer Zeit zu seinen Mitstreitern, schwarz gekleidet und mit hochgezogenen weißen Tennissocken – wie sollte es auch anders sein.

Als sein Gesang einsetzen soll, haben die Techniker anscheinend eine kurze Zigarettenpause eingelegt – denn die Stimme des Frontmannes ist für eine gefühlte halbe Minute nicht zu hören. Der Fehler ist allerdings schnell behoben und Crane kann nun nicht nur optisch glänzen. Obwohl dieser die kalifornische Sonne eigentlich gewohnt sein muss, sorgt er vor einer drohenden Überhitzung vor. Gleich zwei Flaschen seines Bühnenwassers opfert er bereits während des ersten Songs seinem Haupt. Faktisch, Recht hat er! Zu dieser Tageszeit dürfte der aktuelle Hitzestand seinen Höchststand erreicht haben.

Whitfield zeigt sich allgemein so gar nicht fanscheu. Das Rumturnen auf den Subwoofern während „Neighbor“ soll nicht die naheste Perspektive sein, die die Fans zu Gesicht bekommen. Vor „C.U.S.T“ richtet er die ersten Worte an die Menge: Mit den Worten „Feel free and move around with the German powers“ will er schon einen kleinen Moshpit anzetteln, aber selbst auf den Monitoren ist kein einziger auszumachen, was eigentlich nichts zur Sache tut, abgefeiert werden die Herren sowieso. Es hat den Anschein, dass Ugly Kid Joe richtig Bock haben, zusammen auf der Bühne zu stehen. Jeder der Musiker versucht, seine 100 Prozent zu geben und versucht mit seiner eigenen Art, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Besonders polarisierend ist dabei Drummer Cordell, der mit überschwänglichem Elan auf sein Werkzeug eindrischt – und das wirklich das ganze Set durch.

Kurz vor „Panhandin Prince kassieren die wenigen, die Zuflucht im Schatten des Bauzauns gefunden haben, ihren Anschiss. Ärsche aus dem Schatten heißt die Devise; ob dem allerdings viele nachgekommen sind, ist fraglich. Auch bei diesem Song wird Fannähe ganz groß geschrieben und Crane stellt sich dabei aufrecht auf die Zuschauerabsperrung (gut gehalten von einigen im Publikum muss er schon werden) und schleudert von dort oben seine Textpassagen raus. Die Interaktion mit dem Publikum ist wirklich bemerkenswert und die Leute machen ohne Kompromisse mit, egal was ihnen aufgetragen wird.

„Cats In The Cradle“ ist natürlich der Renner. Zwar ist der Song eine Cover-Version von Harry Chapin, doch eigentlich dient es als Aushängeschild der Marke Ugly Kid Joe. Das Ding wird eingesungen und mit den Worten „Singt das“ wird das Publikum aufgefordert, den Refrain gen Bühne zu schleudern. Respektabel gut gelungen muss man zugeben. . .

Da Motörhead am selben Tag etwas später ebenfalls auf der Bühne stehen werden, hat man sich kurzerhand Phil Campbell eingeladen, um mit ihm zusammen „Ace Of Spades“ zu zocken. Dass dieser Song heute leider nur einmal gehört wird, weiß man zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Dem Gastgitarristen macht der Auftritt mit Ugly Kid Joe sichtlich Spaß und auch das Publikum geht bei dem Klassiker richtig ab. „Everything About You“, das noch mal ordentlich abgefeiert wird, besiegelt den Auftritt der Amis. Ein kleiner Abschiedsgruß und weg sind sie. Im Großen und Ganzen ein sehr schöner Auftritt, bei denen sich manche in den Hintern beißen dürfen, ihn verpasst zu haben.

Setlist:

V.I.P
Neighbor
C.U.S.T
Panhandin Prince
No One Survives
Devil’s Paradise
Cats In The Cradle
I’m Alright
Milkman’s Son
Goddamn Devil
Ace Of Spades
Everything About You

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