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Wacken Open Air 2013

Mehr Sonne, weniger Bier

Hat mit der Hitze und zu wenig Zuschauern zu kämpfen: Ihsahn

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Ihsahn

Ähnlich wie Gojira war auch Ex-Emperor-Frontmann Ihsahn bereits vor drei Jahren mit seiner Soloband auf Wacken und spielte damals ebenfalls im Zelt auf der WET-Stage. Auch er darf sich heuer über ein Upgrade freuen und auf der größeren Black Stage zocken. Mit der recht großen Gruppe, die der Norweger am Start hat (neben ihm selbst, bewaffnet mit achtsaitiger Klampfe, noch zwei weitere Gitarristen, ein Keyboarder, Bassist und Schlagzeuger), war es allerdings damals auch schon verdammt kuschlig auf der Bühne.

Vor selbiger ist es diesmal nun allerdings doch erschreckend leer. Platzte das Zelt 2010 noch fast aus allen Nähten, ist es doch beschämend, wie vergleichsweise wenig Menschen jetzt anwesend sind, wenn man bedenkt, was für eine Legende auf den Brettern steht, und wenn man bedenkt, wie voll es noch bei Gojira oder der reichlich albernen Zirkusveranstaltung von Powerwolf unmittelbar zuvor war.

Zugegeben, es ist erstens verflucht heiß, was viele in den Schatten treibt, und zweitens ist Ihsahns Musik nicht gerade die am leichtesten verdauliche Kost – erst recht nicht auf einem Festival dieser Größenordnung. In Sachen Anspruch und Komplexität/Progressivität ist der Ausnahmemusiker mit jedem Album immer einen Schritt weitergegangen und auch so mancher alteingesessener Emperor-Fan hatte nach dem obskuren Stilmix aus Black-Metal-Elementen, Jazz und Prog Rock besonders auf dem letzten Album „Eremita“ nur noch ein dickes Fragezeichen auf der Stirn.

Bei Ihsahn muss man sich konzentrieren und zuhören, deshalb kommt hier auch keiner auf die Idee zu crowdsurfen und selbst in Sachen Headbanging halten sich die meisten eher zurück – mehr als ein gefälliges Nicken mit dem Kopf ist es häufig nicht, allerdings knallt die Sonne auch derart herunter, dass eigentlich jede Bewegung schwächt und den Schweiß zum Rinnen bringt. Aus diesem Grund spritzt die Security auch aus Plastikflaschen Wasser auf die ersten Reihen – man will schließlich nicht, dass hier jemand einen Sonnenstich oder Hitzschlag bekommt. Da hilft auch Ihsahns Ansage zu „Frozen Lakes On Mars“ nichts; er spekuliert, ob einen vielleicht dieser Titel abkühlen würde, dies jedoch darf bezweifelt werden.

Zumindest auf der Bühne herrscht einigermaßen Bewegung: Ihsahns Live-Band, die fast ausschließlich aus den Musikern der Gruppe Leprous besteht (die später am Abend noch im Zelt spielen wird), bangt dermaßen ekstatisch, dass sie mit den Gesichtern fast den Boden berühren; hervorstechend ist vor allem Keyboarder Einar Solberg, der mit seinen elegischen Klargesängen besondere Akzente setzt und den Gegenpol zu Ihsahns unverkennbarem, heiserem Krächzen bildet. Bei „Unhealer“ darf dann außerdem noch einer der Gitarristen ans Mikro, da er die Growlparts übernimmt – Mikael Åkerfeldt, mit dem der Norweger das Duett einst aufnahm, ist schließlich gerade nicht verfügbar.

Jener Track ist eindeutig eines der großen Highlights in der bisherigen Diskographie des Norwegers, wohingegen beispielsweise das Abschlussstück „The Grave“ einen ungleich schwerer verdaulichen Brocken markiert. Das noisige, Soundscape-artige Ende ist verstörend, aber gleichzeitig faszinierend. Die Anwesenden jedenfalls, mögen sie auch vergleichsweise nicht sonderlich zahlreich gewesen sein, haben einen interessanten und intensiven Gig bewundern dürfen, zweifelsohne ist Ihsahn in Clubs aber besser aufgehoben.

Setlist:

On The Shores
Arrival
Called By The Fire
Frozen Lakes On Mars
Unhealer
The Paranoid
The Barren Lands
The Grave

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