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Wacken Open Air 2013

Mehr Sonne, weniger Bier

Gojira räumen nach allen Regeln der Kunst ab

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Gojira

Als nächstes steht eine Band an, die schon seit Jahren eine Großartigkeit nach der anderen heraushaut, aber erst mit dem aktuellen Album „L’Enfant Sauvage“ so richtig durchzustarten scheint. Bei ihrem letzten Erscheinen auf diesem Festival im Jahre 2010 spielten Gojira noch auf der WET-Stage in jenem kleinen Zelt, das es mittlerweile in dieser Form nicht mehr gibt. Damals war der Andrang unheimlich groß und das Zelt hoffnungslos überfüllt – da sich die Franzosen aber immer größerer Beliebtheit erfreuen, haben sie ein Upgrade erfahren und dürfen nun auf der wesentlich größeren Black Stage ran.

Verschenkt ist dieser zusätzliche Platz keineswegs, denn die Death Metaller aus dem schönen Bayonne räumen von der ersten Minute an gnadenlos ab. Zweifellos spielt sich hier einer der besten Auftritte des diesjährigen Wacken ab: Der Sound ist tadellos, die Zuschauer gehen steil und über die Performance muss man eigentlich kaum noch Worte verlieren. Wer das Quartett einmal live gesehen hat, weiß, dass hier gleichzeitig mit Leidenschaft und Intensität, aber auch mit sagenhafter Tightness zu Werke gegangen wird. Dass Joe Duplantier und seine Jungs zu den besten Live-Bands gehören, untermauern sie hier jedenfalls einmal mehr eindrucksvoll.

Bei strahlendem Sonnenschein bieten Gojira einen Querschnitt durch ihr Schaffen (jedes Album wird mit mindestens einem Track berücksichtigt) und können dabei eine enorm hohe Anzahl an Crowdsurfern verzeichnen, die sich um die immer mehr steigenden Temperaturen mal gar nicht kümmern und der Security jede Menge zu tun geben. Joe ist entsprechend gut gelaunt und sich angesichts der Feierwütigkeit der Fans sicher, dass die meisten hier Anwesenden „noch Kinder“ seien und keine Erwachsenen. Vor „L’Enfant Sauvage“ (laut dem Frontmann ein Song über das „innere Kind“) jedenfalls will er wissen, wer noch ein Kind sei und wer ein Erwachsener. Das deutlich lautere Gebrüll vor der Kinderfrage gibt die Antwort, die ohnehin jeder erwartet hatte. 

Obwohl die Band mit dem neuen Album einen großen Schritt nach vorne gemacht hat, fällt die Resonanz bei allen gespielten Stücken gleich begeistert aus; man bangt, crowdsurft oder steht einfach nur in Ehrfurcht angesichts der rhythmisch komplexen Riffs, die wie selbstverständlich heruntergezockt werden, mit heruntergeklappter Kinnlade da: Allein was bei „The Heaviest Matter Of The Universe“ abgeht, ist einfach nicht von dieser Welt, doch gerade um solch vertrackte Rhythmen fehlerfrei zum Besten zu geben, zahlt es sich eben aus, wenn man es schafft, eine Band über Jahre hinweg zusammenzuhalten – Gojira spielen seit ihrer Gründung immer in derselben Besetzung.

Und trotz der Komplexität bleibt immer auch Raum für Hymnisches: „Vacuity“ ist so ein stampfendes, marschierendes Teil, bei dem die Pommesgabeln in die Höhe gestemmt werden, und auch „Oroborus“, das durch das getappte Mainriff schon optisch Eindruck schindet, ist ziemlich eingängig. Ein ähnliches gilt ebenso für die Zugabe „The Gift Of Guilt“ (mit Sprechchören wird zu Recht vehement ein zusätzliches Stück gefordert), die einen totalen Triumphzug für die Band abschließt. Ein Interview mit Drummer Mario Duplantier, das wir wenige Stunden nach dem Gig führten, wird demnächst auf The-Pit.de zu lesen sein.

Setlist:

Explosia
Flying Whales
Backbone
Love
L’Enfant Sauvage
Vacuity
The Heaviest Matter Of The Universe
Connected
Remembrance
Oroborus
The Gift Of Guilt

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