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Wacken Open Air 2013

Mehr Sonne, weniger Bier

Solider Auftritt: Tristania

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Freitag, 2. August

Tristania

Als eine der ersten Bands des Tages machen sich Tristania auf, um der verkaterten Metaller-Gemeinde den Schlafsand aus den Augen zu treiben. Die Norweger mit der italienischen Sängerin reisen mit einem überraschend starken neuen Album, das gerade im Mai herauskam, an, und haben die Chance, den mäßigen W:O:A-Auftritt von 2009 wieder wettzumachen. Nicht unerwartet wird mit „Number“, dem Opener des neuesten Werkes „Darkest White“, losgelegt – eine treibende und flotte Nummer, die bestens dazu geeignet ist, alle Schlafmützen aufzuwecken und den Schädel sogleich in Headbangmodus zu versetzen.

Leider ist der Sound nicht so gut wie am Vortag beispielsweise bei Deep Purple, die Gitarren sind recht dominant, aber leider auch sehr breiig und verwaschen und zwischendurch wird auch mal ein Part deutlich in den Sand gesetzt. Auch die Gesangsparts mit den drei verschiedenen Stimmen sitzen im Zusammenspiel nicht immer zu hundert Prozent sattelfest, im Einzelnen kann man aber nicht meckern und die attraktive Fronterin Mary sowie Sänger Kjetil Nordhus, die sich die Ansagen teilen, wirken sehr sympathisch und natürlich. Mit alten Stücken aus der Vibeke-Ära hält man sich allerdings merklich zurück, lediglich „Beyond The Veil“ und „The Wretched“ werden aus dieser Phase gespielt und so mancher hätte sich wohl noch ein paar mehr alte Stücke gewünscht. Nur wollen diese im aktuellen Line-up nach wie vor nicht so recht funktionieren: Gerade der an sich überragende Titel „Beyond The Veil“ will seine Magie einfach nicht entfalten und ein solches Stück ist im Gegensatz zum neuen Material logischerweise nun einmal nicht auf Marys Stimme zugeschnitten. 

Dennoch soll trotz dieser kleinen Kritikpunkte nicht etwa der Eindruck eines Verrisses entstehen. Insgesamt geht der Auftritt vor einer angesichts des frühen Zeitpunkts für Wacken-Verhältnisse noch recht übersichtlichen Zuschauermenge in Ordnung, auch wenn eben fast ausschließlich die letzten beiden Platten mit Mary bespielt werden. Hier hat man sich allerdings auch die absoluten Rosinen herausgepickt, auch wenn wie erwähnt gerade das letzte Album ohnehin insgesamt sehr stark war. Zweifellos jedenfalls stellen „Himmelfall“, „Year Of The Rat“ oder das zuletzt kredenzte „Requiem“ starke Nummern dar, die sich zwar vom alten Material klar unterscheiden, aber qualitativ auf jeden Fall mithalten können.

Nach einer Stunde ist der Spaß schon wieder herum, nicht ohne dass die Truppe zuvor auf den Merchstand und ein Meet & Greet verweist. Insgesamt ein solider Auftritt; sicherlich ist das Ganze noch ausbaufähig, doch um sich live noch mehr zu verbessern, haben Tristania auf ausgiebiger Europatour mit Dark Tranquillity am Ende des Jahres die nächste Gelegenheit.

Setlist:

Number
Beyond The Veil
Darkest White
The Wretched
Year Of The Rat
Exile
Night On Earth
Himmelfall
The Shining Path
Requiem

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