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Wacken Open Air 2013

Mehr Sonne, weniger Bier

65 Jahre alt und immer noch fit wie ein Turnschuh: Alice Cooper

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Alice Cooper

Zum zweiten Mal nach 2010 spielt Alice Cooper auf dem W:O:A auf. Seitdem hat er das Line-up seiner Band kräftig durchgewirbelt – von der damaligen Besetzung ist nur noch Bassist Chuck Garric mit dabei, ansonsten sitzt hinter den Drums nun Glen Sobel statt Jimmy DeGrasso und für die Gitarrenfraktion hat er mit Tommy Henriksen, Ryan Roxie und sexy Wunderkind Orianthi gleich drei Leute angeheuert. Für nicht wenige die beste Backing-Band des Altrockers seit langem und in der Tat bleiben da nur wenige bis gar keine Wünsche offen.

Die Bühne ist, wie es sich bei einer Alice-Cooper-Show gehört, natürlich mit allerlei Horrordekoration drapiert, und als der Meister, stilvoll mit schwarz-rot-gestreiftem Anzug bekleidet, und seine Mitmusiker den Ort des Geschehens betreten, sind die Zuschauer gleich voll dabei. Allein die Anzahl an Crowdsurfern, die die Security in den folgenden anderthalb Stunden zu bewältigen hat, ist enorm. Der als Vincent Damon Furnier geborene Schockrocker hat aber auch einen ganzen Sack voll Klassikern mitgebracht, von denen mit „No More Mr. Nice Guy“, „Under My Wheels“ oder „Billion Dollar Babies“ ein paar bereits in der ersten Hälfte gezockt werden, zwischendurch gewürzt mit ein paar aktuelleren Nummern jüngeren Datums wie „I’ll Bite Your Face Off“, „Caffeine“ oder „Dirty Diamonds“. Trotz bereits 26 (!) Studioalben schafft er es doch stets so gut wie nur wenige, die richtige Mischung aus altem und neuem Material zusammenzubringen, wenn auch heute leider auf die Gott-Ballade „Only Women Bleed“ verzichtet wird.

Bei „Dirty Diamonds“ wirft Alice einige Perlenketten ins Publikum (so etwas dürfte es sonst wohl auch auf keinem anderen Rockkonzert geben) und am Ende der Nummer wird sehr geschickt in ein Schlagzeugsolo übergegangen, das tatsächlich mal rhythmisch interessant ist und sich somit wohltuend von sonstigen Egotrips in dieser Hinsicht unterscheidet. Und wie dann auch die Saitenfraktion wieder einsetzt, ist einfach klasse gemacht; spielfreudig haben sich die drei GitarristInnen und der Bassist vorne am Bühnenrand platziert, posen, was das Zeug hält und hauen den Fans spektakuläre, sich nahezu emporschraubende Läufe um die Ohren – obergeil!

Doch danach geht es erst so richtig los, folgt mit Songs wie „Welcome To My Nightmare“, „Feed My Frankenstein“ (wo wieder ein überdimensionales Monster über die Bretter stakst), „Ballad Of Dwight Fry“ oder „I Love The Dead“ doch die nächste Riege an Rockklassikern, bevor eine eher überraschende Wendung des Programms folgt: Alice gedenkt verstorbener Rocklegenden, indem jeweils ein Song von ihnen bzw. deren Band gecovert wird. Eingeleitet wird dieses Medley mit dem The Doors-Song „Break On Through“, es folgen „Revolution“ von den Beatles, Jimi Hendrix’ „Foxy Lady“ (dem Titel gemäß darf sich Orianthi hier etwas in den Vordergrund drängen) sowie „My Generation“ von The Who. Im Hintergrund sind Grabsteine zu sehen, auf denen die Namen Jim Morrison, Jimi Hendrix, John Lennon und Keith Moon  geschrieben stehen – große Künstler, die leider alle viel zu jung starben.

Mit „I’m Eighteen“ und „Poison“, das gänsehautmäßig von Tausenden Kehlen mitgesungen wird, erfolgen anschließend die zwei letzten regulären Songs, doch jeder weiß natürlich, dass da noch etwas fehlt. Und der Meister lässt sich nicht lange bitten und kehrt für „School’s Out“ noch einmal kurz zurück, bei dem es dank Konfetti, Seifenblasen und Luftballons richtig bunt auf der Black Stage und passenderweise noch Pink Floyds Megahit „Another Brick In The Wall“ zitiert wird. Keine Frage: Alice Cooper begeistert und rockt trotz seiner 65 Jahre immer noch bestens und hat zusammen mit seiner tollen Band definitiv eines der besten Konzerte des Festivals abgeliefert.

Setlist:

Hello Hooray
House Of Fire
No More Mr. Nice Guy
Under My Wheels
I’ll Bite Your Face Off
Billion Dollar Babies
Caffeine
Department Of Youth
Hey Stoopid
Dirty Diamonds
Welcome To My Nightmare
Go To Hell
He’s Back (The Man Behind The Back)
Feed My Frankenstein
Ballad Of Dwight Fry
Killer
I Love The Dead
Break On Through (To The Other Side)
Revolution
Foxy Lady
My Generation
I’m Eighteen
Poison
School’s Out

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