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Wacken Open Air 2013

Mehr Sonne, weniger Bier

Kongeniales Duo: Frontmann Dave Padden (Foto) und Bandboss Jeff Waters

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Donnerstag, 1. August

Annihilator

Nachdem Skyline, die alte Band von  W:O:A-Mitveranstalter Thomas Jensen, zuvor mit einigen durchaus überzeugenden Coverversionen von Klassikern wie Led Zeppelins „Kashmir“ und AC/DCs „TNT“ die Black Stage in diesem Jahr einweihten und mit jenen Evergreens dafür sorgten, dass das Stimmungsbarometer gleich schön nach oben zeigt, betreten nun Annihilator als erste „richtige“ Combo mit Eigenkompositionen den Ort des Geschehens. Mit ihrem groovigen Thrash Metal sollte es für die Kanadier kein Problem sein, die Zuschauer bei Laune zu halten und natürlich gehen die Leute allein schon bei den wie immer halsbrecherischen Soli von Bandboss Jeff Waters steil.

Aus einem mittlerweile sehr umfangreichen Fundus von 13 Studioalbum Material für eine Stunde zusammenzustellen, ist auch nicht gerade die leichteste Aufgabe, daher beschränken sich die Jungs hauptsächlich darauf, alten Stoff vor allem aus den frühen Neunzigern darzubieten, was auf einem Festival schließlich nie die schlechteste Idee ist. Die Phase von „Refresh The Demon“ (1996) bis zum selbstbetitelten Werk von 2010 wird so gut wie komplett ausgeblendet, lediglich „Clown Parade“ von der 2007er Platte „Metal“ hat sich als Ausnahme dazwischen gemogelt. Ansonsten darf sich das Publikum an immer wieder gern gehörten Uralt-Klassikern der Marke „King Of The Kill“ (wahnsinnig energiegeladen und mitreißend), „W.T.Y.D.“ (Mitgröl-Alarm) oder „Set The World On Fire“ (rhythmisch vertrackt und doch eingängig) ergötzen.

Zwei ganz neue Stücke hat das Quartett dann aber doch noch in die Setlist integriert: Erst Ende des Monats soll das neue Album „Feast“ herauskommen, doch serviert man den Fans mit „Smear Campaign“ sowie „No Way Out“ schon mal zwei kleine Appetithappen, wobei ersterwähnter Track sogar als Opener fungiert und gleich gut abgefeiert wird, und auch letzteres Stück steht an dritter Stelle relativ weit vorne. Der Song ist so neu, dass Jeff Waters bei der Ansage hierzu sogar noch kurz überlegen muss, wie der Titel eigentlich noch war. Sei es wie es will: Auch diese Nummer, die einige interessante Tempowechsel bietet, lässt auf eine gute neue Platte hoffen, wobei Annihilator ja ohnehin meistens eine recht verlässliche Konstante waren, was Veröffentlichungen anbelangt.

Eine solche waren die Kanadier allerdings im Livebereich sowieso schon immer und auch der heutige Gig kann vollends überzeugen. Tight wie Sau thrasht man sich durch den Set und sogar der Sound ist geradezu sahnig. Neben Meister Waters selbst imponiert einmal mehr Frontmann Dave Padden in besonderer Weise, der seinem Kompagnon in technischer Hinsicht auf die Gitarre in kaum etwas nachsteht und gesanglich und in Sachen Bühnenpräsenz ebenfalls weit oben mitspielt. Nach unzähligen Line-up-Wechseln bei der Band auch am Mikrofon hat Jeff hier endlich einen Mann am Start, der sich mal länger als nur ein paar Jährchen hält (mittlerweile ist Padden seit zehn Jahren Bandmitglied) und ganz offensichtlich genau die richtige Wahl war.

Was er alles kann, scheint Waters wohl selbst auch ganz gut zu wissen, stellt er sich bei der Bandvorstellung doch selbst augenzwinkernd als „the fucking most awesome guy in the world“ vor, bevor man dieses sehr unterhaltsame Konzert mit „Alison Hell“ beschließt. Logisch, meint auch Waters, denn welchen Song würde man wohl als letztes spielen, „after 27 fucking years“. Einmal noch ist also ordentlich Rübeschütteln angesagt und anhand des Grinsens, das die Musiker auf dem Gesicht tragen, scheinen auch sie immer noch Spaß an der vielschichtigen Komposition zu haben. Ein mehr als gelungener Wacken-Auftakt!

Setlist:

Smear Campaign        
King Of The Kill       
No Way Out           
Clown Parade           
Set The World On Fire   
W.T.Y.D. (Welcome To Your Death)           
The Fun Palace       
I Am In Command       
No Zone           
Fiasco               
Alison Hell  

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