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Wacken Open Air 2013

Mehr Sonne, weniger Bier

Heute gut in Form: Sonata Arctica

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Sonnabend, 3. August

Sonata Arctica

Die Finnen spalten ihr Fanlager nicht erst seit der letzten Scheibe „Stones Grow Her Name“ in zwei Hälften. Vielen ist die Band nach „Reckoning Night“ zu progressiv geworden und hat sich zu sehr von ihrem ursprünglichen Sound entfernt, aber man sollte es respektieren, dass die Jungs eben versuchen, sich stetig weiterzuentwickeln. Beim heutigen Konzert scheint das ohnehin die wenigsten zu interessieren, denn Sonata Arctica dürfen sich sehr frenetischer Resonanzen erfreuen. Allerdings zeigt sich das Quintett auch selbst gut in Form und spielfreudig – wer die Combo schon öfter live gesehen hat weiß, dass das nicht immer der Fall war und sie schon so manches Mal sehr unmotiviert aufgetreten ist.

Tony Kakko, der inzwischen deutlich kürzere Haare trägt (auch bei Bassist Marko Paasikoski ist mittlerweile die Matte ab), ist heute aber gut gelaunt und stimmlich im Soll. Immer wieder rennt er über die Bühne und benutzt seinen Mikroständer als Luftgitarre, während Keyboarder Henrik Klingenberg wie nun schon seit langem standardmäßig mit einem tragbaren Instrument durch die Gegend tingelt und eher amüsante als brillante Backing Vocals abliefert. Am meisten Spaß hat aber offensichtlich Drummer Tommy Portimo, dem quasi ein Dauergrinsen in der Visage klebt.

Schon vor dem Gig sind am Himmel einige graue Wolken auszumachen, die schließlich bedrohlich über dem Infield schweben. Als Tony bei „The Last Amazing Grays“ die Zeile „brightest colors fade to gray“ singt und dabei einen Blick nach oben riskiert, ist das doch sehr vielsagend und passend. Bei eben jenem Song geht es dann auch los: Nach den tropischen Temperaturen bislang und tagelangem Sonnenschein öffnet der Himmel seine Schleusen und alsbald regnet es wie aus Gießkannen. Wacken ohne Regen ist halt einfach undenkbar und es schüttet wirklich dermaßen, dass die Leute ohne Regenzeug (wie der Verfasser) binnen weniger Minuten bis auf die Knochen durchnässt sind.

Allerdings ist es beeindruckend, dass die Fans sich durch diesen abrupten Wolkenbruch nicht im Geringsten in ihrer Feierlaune stören lassen – eher brüllt man, wie zum Trotz, nun noch lauter und singt bei den Klassikern und unverzichtbaren Livestandards „Replica“ und „Full Moon“ aus Leibeskräften mit. Viele begrüßen den Regen anscheinend als willkommene Abkühlung und lassen sich sogar vom Crowdsurfen nicht abhalten.

Auch die Band oben bekommt trotz der Überdachung so einiges ab, jedenfalls ist zu beobachten, dass sich auch Tony immer mal wieder die nassen Haare aus dem Gesicht streicht. Die Setlist wird traditionell mit „Don’t Say A Word“ beendet (sieht man mal vom ebenfalls schon traditionell gespielten Gimmick-Stück „Vodka“ ab), das leider einmal mehr der einzig dargebotene Song von „Reckoning Night“ ist. Warum dieses fantastische Album von den Finnen so stiefmütterlich behandelt wird, ist mir ein Rätsel. Statt gleich fünf Tracks vom aktuellen Werk (auch wenn es nicht schlecht ist) zu spielen, hätten so einige wohl lieber noch ein paar ältere Nummern gehört. Wie wäre es zum Beispiel mal wieder mit „Abandoned, Pleased, Brainwashed, Exploited“? Aber wie erwähnt: Da die Stimmung sehr gut ist, haben Sonata Arctica letztlich wohl doch alles richtig gemacht.  

Setlist:

Only The Broken Hearts (Make You Beautiful)
Black Sheep
Shitload Of Money
Losing My Insanity
The Last Amazing Grays
I Have A Right
Replica
Full Moon
Cinderblox
Don’t Say A Word

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