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Wacken Open Air 2013

Mehr Sonne, weniger Bier

Amorphis haben zwei verschiedene Sets in petto

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Amorphis

Für ihre Wacken-Show haben sich Amorphis ein kleines Schmankerl ausgedacht, indem sie die erste halbe Stunde ihres 75-minütigen Konzerts zunächst einen Unplugged-Set spielen, in welchem man einige ältere Nummern in einem ruhigeren Akustikgewand darbietet. Sicherlich sind einige Zuschauer zunächst etwas verwundert, was denn dieser einsame Saxophon-Spieler da auf der Bühne soll, der das Ganze mit ein paar Sololicks einleitet – schließlich aber trifft auch die Band ein, logischerweise erst einmal mit akustischen Instrumenten bewaffnet, und auch eine Sängerin, die Frontmann Tomi Joutsen später als Mari Multanen vorstellt, eine Gesangslehrerin aus Finnland, haben sie mit dabei. Die Gute ist zwar meistens viel zu leise und vor allem viel zu schüchtern, aber zu leise ist sowieso schon wieder der Gesamtsound. Wenn auf einer der beiden großen Bühnen gerade parallel eine andere Combo zockt, ist der Platz auf der Partystage ohnehin eher undankbar, wenn der Klang dann aber auch noch unnötig leise ist (auch beim Plugged-Teil), muss man sich schon sehr weit auf die rechte Seite begeben, um – in diesem Fall – nicht von ASP genervt zu werden, die nebenan spielen.

Insgesamt kommt der Akustikpart gut an (so intolerant sind Metaller dann eben doch nicht) und weiß sehr zu gefallen – insbesondere das letzte Stück „Sign From The North Side“ ist in der Umsetzung mit seinem relaxten Shuffle-Groove sehr gelungen. Und sehr lustig, wenn man diese Version mit dem doch ziemlich harten Original vergleicht. Trotzdem merkt man den Leuten an, dass sie es kaum erwarten können, bis endlich die elektrisch verstärkten Klampfen ausgepackt werden und wer will es dem feierwütigen Publikum verdenken? So wird merklich gejubelt, als Joutsen ankündigt, dass es nach erwähntem „Sign From The North Side“ endlich härter zugehen wird.

Man steigt in den E-Set mit „Shades Of Gray“ ein, drei weitere Stücke des aktuellen Albums „Circle“ sollen folgen. Tomi Joutsen lässt mal wieder kräftig den Propeller kreisen und bedankt sich artig beim begeisterten Publikum, das sich trotz später Stunde alles andere als müde präsentiert und die zahlreichen Hits (allein die Übernummer „Silver Bride“ kann man einfach immer wieder hören) mitschmettert. Vor allem bei „House Of Sleep“ zeigen sich die Finnen dann glücklich lächelnd beeindruckt von den Fans, die den letzten Chorus alleine und in ordentlicher Lautstärke mitsingen. 

Es fehlen trotzdem so einige Klassiker, wobei die Zeit natürlich nicht ausreicht, um es allen recht zu machen. Dennoch hätten es die meisten wahrscheinlich eher begrüßt, nicht gleich vier Tracks von „Circle“, sondern stattdessen lieber noch den einen oder anderen älteren Klassiker vorgesetzt zu bekommen. Eine Amorphis-Show ohne „The Smoke“? Eigentlich undenkbar, aber heute der Fall. Trotzdem ein guter Gig, der sich schon wegen der netten Akustiksession, in der man ein paar Oldies mal in ganz anderem Gewand gehört hat, gelohnt hat.

Setlist:

(unplugged)
Enigma
I Of Crimson Blood
Empty Opening
Rusty Moon
Sign From The North Side

(plugged)
Shades Of Gray
Nightbird’s Song
Silver Bride
Narrow Path
The Castaway
Hopeless Days
House Of Sleep
My Kantele

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