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Wacken Open Air 2013

Mehr Sonne, weniger Bier

Mehr Zuschauer, mehr Pommesgabeln

Zum Thema

Das Wacken Open Air 2013 ist nur wenige Tage vorbei, da sind für die Ausgabe im nächsten Jahr – wenn das Festival ein stolzes Vierteljahrhundert alt wird – schon ein Dutzend Hochkaräter bestätigt. Große Namen wie Amon Amarth (die inzwischen auch schon quasi zum festen Inventar beim W:O:A gehören), Apocalyptica, Arch Enemy, Behemoth, Iced Earth oder gar die eigentlich schon lange aufgelösten Black-Metal-Kings Emperor lassen einen sogleich wieder ins Schwärmen geraten und sorgen dafür, dass man entgegen möglicherweise anders gelagerter Vorsätze im nächsten Jahr vielleicht doch wieder an den Start geht. Waren die beliebten verbilligten X-Mas-Packages bereits in den ersten drei Stunden ausverkauft, vermeldet das Festival nun sogar den kompletten Ausverkauf nicht einmal eine Woche nach Ende der diesjährigen Ausgabe! Die Marke „Wacken“ funktioniert definitiv.

Trotz aller Qualität im Billing gibt es auch anno 2013 wieder so einige Dinge, die sauer aufstoßen: Dass so mancher Security-Ordner inkonsequent in seiner Entscheidung ist, wo er wann jemanden durchlässt und Meinungen und Vorgaben gerne mal scheinbar nach Lust und Laune geändert werden (ob das pure Wichtigtuerei ist oder einfach unzureichender Informationsfluss zwischen den Schichten, sei dahingestellt), ist zwar nervig, doch im Vergleich zum letzten Jahr zeigt sich das Ordnungspersonal zum Großteil recht freundlich in dieser durchaus großen Stresssituation. Dieses kleine Manko ist allerdings völlig harmlos im Gegensatz zum eigentlichen Ärgernis.

Die Erhöhung der Bierpreise ist gemeint: Zahlte man im letzten Jahr € 3,50 für 0,4 Liter Bier, gibt man dieses Mal einfach kleinere Becher mit nur 0,3 Liter Fassungsvolumen aus, die allerdings drei Euro kosten. Der Ein-Liter-Humpen ist geblieben, nur muss man statt € 8,50 nun einen schlappen Zehner berappen und vor allem wird zwischen Bier oder nichtalkoholischen Getränken kein Unterschied gemacht. Da die Leute selbstverständlich nicht weniger saufen, sondern dies aufgrund der Wettersituation eher noch gefördert wird, werden die Bierstände entsprechend öfter frequentiert und das Personal muss noch mehr ranklotzen. Zweifellos eine der dämlichsten Entscheidungen überhaupt, kleinere Becher auszugeben, während die damit einhergehende Preiserhöhung einfach nur eine Unverschämtheit darstellt. Vielleicht hat man diesen Wechsel einfach nur vorgenommen, damit man am Abreisetag dem Herrn Kommissar bei der Alkoholkontrolle ohne schlechtes Gewissen sagen kann, dass man mit drei Bier noch fahren kann – man weiß es nicht.

Auch das Essen an den Fressbuden wird immer teurer, es findet sich kaum eine wirklich sättigende Speise, die für unter fünf Euronen zu erwerben ist. Dieser Wucher verärgert zwar, andererseits kaufen die Leute das Zeug ja und solange dies funktioniert, wird es mit Sicherheit nicht günstiger. Allerdings wird man vor allem im „Wackinger Village“ mit recht guten Sachen versorgt. Von Ente bis Spanferkel gibt es viele Leckereien, auf die man sich wirklich nur auf dem W:O:A freuen kann. Die Auswahl ist gigantisch. So schnell ausverkauft wie noch nie war das Festival diesmal, was gleichzeitig bedeutet, dass noch mehr Touristen als sonst anzutreffen sind, was wiederum bedeutet, dass das Ganze noch mehr Volksfest als (Metal)-Festival geworden ist. Wenn man jedenfalls sieht, wie vor allem der Rotz, der teilweise auf der Wackinger-Bühne steht, abgefeiert wird (Unsägliches wie die völlig unlustigen Mandowar oder Folk-Rock auf unterstem Schlagerniveau à la Feuerschwanz), kann sich einem schon der Magen umdrehen. Mit Metal hat das nicht im Entferntesten etwas zu tun.

Davon abgesehen ist es dieses Jahr vor allem vom Wetter her um einiges schöner als noch 2012, was allerdings nach der Schlammschlacht damals auch keine große Kunst ist. Dafür knallt die Sonne diesmal besonders am Freitag wirklich gnadenlos herunter und beschert Temperaturen von über 30 Grad im Schatten und einigen Besuchern einen respektablen Sonnenbrand. „Rain or Shine“ trifft es eigentlich ganz gut. Entweder so oder so, ein Zwischendrin scheint es kaum zu geben. Lediglich am Sonnabend öffnet der Himmel kurz, dafür aber sehr heftig, seine Schleusen. Die meisten nehmen dies gerne als willkommene Abkühlung hin, andere entschließen sich zur abrupten Bühnenflucht. Auch soundmäßig ist bei dem Ganzen eine Verbesserung zum Vorjahr festzustellen. Zwar ist es bei der einen oder anderen Band sogar eher zu leise, doch da es insgesamt relativ windstill ist, gab es in dieser Hinsicht auch nicht allzu große Diskrepanzen.     

Das Verhältnis zum W:O:A bleibt zwiegespalten, aber Ärgernisse hin oder her – die Delegation von The-Pit.de hat auch 2013 natürlich wieder ihren Spaß. Man lässt sich von ein paar Dingen, die einem nicht passen, schließlich nicht die gute Laune verderben. Dafür sorgen einige wirklich bemerkenswert tolle Auftritte – allein schon der erste „richtige“ Tag, der Donnerstag, bietet mit Deep Purple und Rammstein zwei wahrlich exquisite Leckerbissen, und auch die anderen Tage haben einiges zu bieten. Vorhang auf!

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